Unter der Marke Connexta haben sich Systemhäuser und spezialisierte Dienstleister zusammengeschlossen. Sie alle sehen in der Gruppe bessere Möglichkeiten, sich zu entfalten, als das jeder für sich allein könnte. Ihr Claim lautet daher: „IT. Gemeinsam. Stärker.“
So trivial es klingt: Gemeinsam erreichen Menschen oft mehr. Das gilt auch für Systemhäuser.
(Bild: Joggie Botma - stock.adobe.com)
Systemhäuser sind keine Einzelkämpfer. Wenn nicht auf alle, so trifft die Aussage doch auf eine große Zahl von ihnen zu. Davon zeugen Fachhandelskooperationen, Verbundgruppen und Kompetenznetzwerke, denen im deutschen IT-Channel in Summe mehr als 5.000 Partner angehören. Doch seit etwa drei, vier Jahre rücken Systemhäuser auch als rechtliche Einheiten enger zusammen. Dieser Trend scheint sich sogar noch zu beschleunigen. Bislang inhabergeführte Unternehmen schließen sich vermehrt größeren Marktbegleitern an. Oder sie treten neuen Gruppen bei, die unter dem Dach von Finanzinvestoren entstanden sind.
Eines dieser neuen Konstrukte ist Connexta. Unter diesem Namen formierten sich im Juni 2021 die Systemhäuser ID.kom aus Kempten, Basys aus Bremen und Neam aus Paderborn. Sie wurden in den Monaten zuvor durch die Münchner Beteiligungsgesellschaft Aurelius Wachstumskapital (AWK) erworben. Im September 2021 stieß der auf Digital Workplace fokussierte Dienstleister If-Tech aus München dazu, der im Jahr zuvor bereits den Ansbacher Collaboration-Spezialisten Newcotec übernommen hatte. If-Tech erwarb im März 2022 darüber hinaus den Passauer Netzwerkspezialisten Anduras. Als siebentes Mitglied kam im Juli 2022 das Systemhaus Brinova aus Oldenburg, das seitdem zusammen mit Basys die „Nordwestachse“ zwischen Hamburg und der holländischen Grenze bildet, in die Gruppe.
Local Heroes & Specialists
Bei den Mitgliedern von Connexta handelt es sich nicht nur um Systemhäuser, die Kunden ganzheitlich betreuen, sondern auch um fokussiere Dienstleister. So konzentriert sich etwa If-Tech auf virtuelle Desktops und die dazugehörigen Infrastrukturen. Zum Portfolio der Münchner gehören einzig die Anbieter Citrix, Igel, Microsoft und Nutanix. Der Mix ist gewollt. „Wir sind ein symbiotischer Verbund von Systemhäusern einerseits und IT-Dienstleistern mit Spezialkompetenzen andererseits“, erläutert Jens Stief, CEO bei Connexta. Mit diesem Ansatz will die Gruppe perspektivisch das gesamte Bundesgebiet abdecken. Die einen treten in ihrer Region als Trusted Advisor mittelständischer Kunden auf. Die anderen unterstützen sie immer dann mit ihrer fachlichen Expertise, wenn spezifische Fähigkeiten gefordert sind. Eine Win-Win-Situation. Die Systemhäuser können ein breiteres Portfolio anbieten, während die Spezialisten durch den Kundenzugang der Local Heroes ihren Markt vergrößern.
Die Rollen lassen sich bei Connexta nicht immer so eindeutig zuordnen, wie das bei If-Tech oder Newcotec der Fall ist. Vielmehr können Generalisten durchaus auch Spezialisten sein. So tritt Neam in Ostwestfalen als regionales Systemhaus auf. Zugleich agiert das Unternehmen bundesweit als IT-Sicherheitsberatung, die Kunden hilft, Information-Security-Management-Systeme (ISMS) zu etablieren, die sie auf Zertifizierungen nach ISO 27001 oder BSI-Grundschutz vorbereitet, die Audits und Penetrationstests vornimmt und die Mitarbeiter von Kunden in puncto Awareness schult. Die beiden Tätigkeitsfelder tragen ungefähr zu gleichen Teilen zum Geschäft der Paderborner bei. Innerhalb von Connexta übernehmen sie die Rolle des Spezialisten für IT-Sicherheitsprozessberatung, der die Schwesterunternehmen auf diesem Gebiet unterstützt. Außerdem leitet Kai Wittenburg, einer der beiden Neam-Geschäftsführer, das Competence Center Security, das die Weiterentwicklung des Sicherheitsportfolios in der Gruppe vorantreibt.
Ähnlich bei ID.kom: Das Kemptener Systemhaus, das einen zweiten Standort in Augsburg unterhält, hat sich frühzeitig als MSP positioniert. Seit mehreren Jahren betreibt es zwei Rechenzentren, in denen es Infrastrukturservices für Kunden aus ganz Deutschland bereitstellt. Etwa 60 Prozent seines Umsatzes erzielt das Unternehmen inzwischen in Form wiederkehrender Erlöse. In der Gruppe übernimmt es die Rolle des Spezialisten für Managed Datacenter Services. Darüber hinaus haben die Allgäuer eine Service-Fabrik entwickelt und standardisierte Prozesse dafür definiert, wie man Services designt, einen Service-Katalog aufbaut, Leistungen gegenüber den Kunden reportet und sie monatlich mit ihnen abrechnet. Dieser Ansatz dient den Schwesterunternehmen als Blueprint für die Konzeptionierung und Bereitstellung von Managed Services über alle Anwendungsfelder hinweg.
Standardisierung & Automatisierung
Generell möchte die Gruppe von einmaligen Handels- und Integrationsgeschäften hin zu mehr längerfristigen Vertragsbeziehungen mit den Kunden kommen. Daher soll der Anteil der Managed Services ausgebaut werden. „Wir arbeiten daran, dass die Leistungen gruppenweit möglichst ähnlich, idealerweise gleichartig, organisiert sind“, erläutert CEO Stief. „So können wir Betriebsprozesse stärker automatisieren und Leute untereinander austauschen, um Lasten auszubalancieren.“
Jens Stief steht seit Mitte 2022 als CEO an der Spitze der Connexta-Gruppe.
(Bild: Andreas J. Focke / Jens Stief)
Ein einheitliches Portfolio strebt Connexta auch bei Security an, einem Thema, das allen Mitgliedern wichtig ist. Neam-Chef Wittenburg und seine Kollegen haben gemeinsam die Leistungsbausteine definiert, die die Gruppe bereitstellen muss, um Kunden durchgängig als Sicherheitsdienstleister betreuen zu können: von der Surveillance über Detection & Response bis hin zum Notfallmanagement. Zugleich diskutieren sie über Profile und Qualifikationen der Experten, die sie dafür brauchen. Ziel ist es, ein Security Operations Center (SOC), aufzubauen, dessen Leistungsangebot auf den Bedarf der mittelständischen Klientel zugeschnitten ist.
Stand: 08.12.2025
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Die Perspektive, solche strategischen Projekte zum Fliegen zu bringen, war für Wittenburg und seinen Geschäftspartner Oliver Vorwick eine wesentliche Motivation, sich mit Neam einer Gruppe anzuschließen. „Für uns als Einzelunternehmen wäre der Aufbau eines SOC eine Nummer zu groß gewesen“, räumt der Experte ein, obwohl das Systemhaus rund 100 Mitarbeiter beschäftigt. „Jetzt können wir Dinge erreichen, die früher außerhalb unserer Möglichkeiten gelegen hätten.“ Ihnen wachsen buchstäblich Flügel.
Wer sind die New Kids on the Block im Channel?
Die Konsolidierung des deutschen ITK-Channels hat an Fahrt aufgenommen. Zugleich entsteht aber auch Neues. So sind in den vergangenen Jahren einige Namen aufgetaucht, die inzwischen immer mehr von sich reden machen. Teils verbergen sich dahinter Gruppen, zu denen sich etablierte Systemhäuser, oft unter dem Schirm von Finanzinvestoren, zusammengeschlossen haben. Beispiele dafür sind etwa Connexta, Enthus, Plenticon oder Teccle.
Unter den neuen Namen im Channel befinden sich aber auch Startups, die in den Ökosystemen der großen Cloud-Anbieter entstanden sind. Diese Unternehmen agieren freilich nicht als Systemhäuser, und Reselling spielt für sie allenfalls eine untergeordnete Rolle. Vielmehr treten sie als fokussierte Dienstleister auf. Alice&Bob, Cloudeteer, Globaldatanet oder Zoi sind Beispiele dafür. Auch in diesem vergleichsweise jungen Segment hat bereits eine Gruppenbildung eingesetzt: Public Cloud Group (PCG) und Skaylink sind Zusammenschlüsse von Cloud-Spezialisten, hinter denen ebenfalls Finanzinvestoren stehen.
In einer neuen Serie stellt IT-BUSINESS in loser Folge neue Akteure im Channel vor, die nicht älter als zehn Jahre sind. Den Anfang macht Connexta, ein Verbund von Systemhäusern und spezialisierten Dienstleistern, der seit Mitte 2021 unter diesem Namen auftritt. IT-BUSINESS hat mit Jens Stief, dem CEO der Gruppe, und Vertretern der Mitgliedsunternehmen gesprochen.
Diese Entfaltungsmöglichkeiten, die sich innerhalb einer größeren Organisation ergeben, waren auch für die anderen Connexta-Mitglieder ein Beweggrund, ihre Unabhängigkeit aufzugeben. „Gemeinsam können wir ein Leistungsangebot entwickeln, zu dem keiner für sich allein in der Lage gewesen wäre“, betont Mike Wagner, Geschäftsführer bei Basys. Aus solchen Synergien leitet sich der Claim ab, mit dem Connexta seit diesem Jahr für sich wirbt: „IT. Gemeinsam. Stärker.“
Diversität & unternehmerische Freiheit
Der kollaborative Ansatz, bei dem sich IT-Spezialisten wechselseitig mit ihren Stärken unterstützen, um die Kompetenzlücken der jeweils anderen auszugleichen, macht für Michael Hollmann, Head of Innovation & Business Development bei Basys, das Wesen von Connexta aus. „Auch in einer Systemhauskooperation kann man auf ein Expertennetzwerk zugreifen. In einer Gruppe stehen dahinter aber eine ganz andere Verbindlichkeit zwischen den Schwesterunternehmen und eine ganz andere Fähigkeit der Delivery.“ Dabei schätzt der Manager, dass die „Diversität“, das individuelle Profil der einzelnen Häuser, erhalten bleibt. „Es wird nicht alles gleich gemacht“, ergänzt Wagner. Jede Gesellschaft könne ihre Identität einbringen und habe „große unternehmerische Freiheiten. Es gibt wenige verbindliche Vorgaben, und die erarbeiten wir gemeinsam.“
Eine Vereinheitlichung unter einer Marke, wie sie andere Gruppen bereits zum Jahresbeginn vollzogen haben (MCL Group / Enthus) oder für die Zukunft planen („One Teccle 2025“), ist bei Connexta nicht vorgesehen. „Wir wollen, dass die Kulturen in den Gruppengesellschaften bestehen bleiben. Die sind über Jahre gewachsen und haben ihren Wert“, stellt Stief klar.
Der CEO ist davon überzeugt, dass dieser Ansatz für die Inhaber von Systemhäusern und Dienstleistern attraktiv ist, die weiterhin als Unternehmer arbeiten wollen. Was er sich wünscht, sind vitale Organisationen, deren Teams zielorientiert agieren. Von ihnen möchte er noch mehr gewinnen. Denn mit neun Standorten und insgesamt rund 320 Mitarbeitern ist Connexta längst noch nicht komplett, weder was die regionale Abdeckung noch das Kompetenzspektrum angeht. Ein Beispiel dafür ist Cloud, wo es in der Gruppe zwar viel Microsoft-Kompetenz gibt. Bei den anderen beiden Hyperscalern ist sie aber noch weitgehend blank. Weitere Akquisitionen sind aber schon in Sicht.