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McAfee Threats Report Cloud Services in Gefahr

Autor: Heidemarie Schuster

Der Quarterly Threats Report von McAfee für das zweite Quartal 2020 zeigt einen enormen Anstieg von PowerShell-Malware und Betrügereien rund um Covid-19. Besonders haben es die Cyberkriminellen auf die Pandemie-bedingte Homeoffice-Arbeit abgesehen.

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Im zweiten Quartal 2020 gab es 7,5 Millionen externe Angriffe auf Cloud-Accounts.
Im zweiten Quartal 2020 gab es 7,5 Millionen externe Angriffe auf Cloud-Accounts.
(Bild: your123 - stock.adobe.com)

Die November-Ausgabe des Quarterly Threats Report von McAfee, der die cyberkriminellen Aktivitäten und Malware-Entwicklungen des zweiten Quartals 2020 untersucht, zeigt auf, dass rund 419 neue Bedrohungen pro Minute identifiziert werden konnten, wobei Malware generell um 11,5 Prozent anstieg.

Es stechen in dem Report zwei Trends heraus: PowerShell-Malware stieg um 117 Prozent an und Cyberkriminelle setzen weiterhin auf Betrügereien rund um Covid-19. Laut dem Report stiegen entsprechende Angriffe um 605 Prozent im Vergleich zum Quartal davor.

Zudem konnte McAfee neue Informationen rund um die „Operation North Star“ aufdecken, die unter anderem darauf hindeuten, dass die Angriffe von der Hidden-Cobra-Gruppe ausgeführt werden, oder aber einer anderen Gruppe, die die Methoden von Hidden Cobra kopiert.

„Das zweite Quartal 2020 war geprägt von innovativen Angriffstaktiken, wie beispielsweise der PowerShell-Malware und der schnellen Anpassung von Cyberkriminellen an den Wechsel von Unternehmen und Mitarbeitern ins Homeoffice“, sagt Raj Samani, McAfee Fellow und Chief Scientist. „Was zu Beginn des Jahres nur vereinzelte Phishing-Kampagnen und ein paar betrügerische Apps waren, hat sich mittlerweile zu einer Überschwemmung an bösartigen URLs und Angriffen auf die Cloud entwickelt. Cyberkriminelle setzten letztes Quartal mehr denn je auf den Wissensdurst der Nutzer rund um Covid-19, um sich Zugang zu Anwendungen und privaten Daten zu verschaffen.“

Die Corona-Bedrohung für Cloud Services

Cyberkriminelle begannen bereits in den ersten Wochen der Pandemie das Thema Covid-19 und den Wechsel ins Homeoffice für ihre Zwecke auszunutzen. Dazu entwickelte McAfee das interaktive Covid-19 Threats Dashboard, das in Echtzeit Daten zu Aktivitäten rund um das Corona-Virus liefert. Im Laufe des zweiten Quartals verzeichnete das Dashboard im Vergleich zum ersten Quartal einen Anstieg an Aktivitäten von 605 Prozent.

Die Forscher konnten im zweiten Quartal fast 7,5 Millionen externe Angriffe auf Cloud-Accounts feststellen. Die Zahlen ergeben sich aus der Auswertung von über 30 Millionen anonymisierten Daten von MVISION-Cloud-Nutzern weltweit während des zweiten Quartals 2020. Dieses Daten-Set beinhaltet Informationen zu den wichtigsten Industriesektoren der Welt: unter anderem das Finanzwesen, den Gesundheitssektor, den öffentlichen Sektor, Technologie, das produzierende Gewerbe, den Einzelhandel, das Transportwesen und Business Services.

Weitere Bedrohungen aus Q2/2020

Weitere Ergebnisse des Quarterly Threats Report sind:

  • Die neue Coinmining-Malware stieg um 25 Prozent an, was darauf hindeutet, dass Coinmining-Apps weiterhin an Popularität gewinnen.
  • Während mobile Malware im ersten Quartal 2020 um 71 Prozent anstieg, verzeichnet das zweite Quartal nur einen Anstieg von 15 Prozent.
  • Neue IoT-Malware stieg nur um 7 Prozent an, wobei in diesem Bereich besonders Gafgyt- und Mirai-Bedrohungen dominierten – beide führten gleichzeitig zu einem 22-prozentigen Anstieg an Linux-Malware.
  • Die Forscher von McAfee zählten weltweit 561 veröffentlichte regionale Sicherheitsvorfälle im zweiten Quartal – ein Anstieg von 22 Prozent im Vergleich zu Q1. Nur zehn Prozent dieser Vorfälle wurden für Europa gemeldet.
  • Malware stellt den populärsten Angriffsvektor dar: 35 Prozent der gemeldeten Vorfälle im Q2 sind auf Malware zurückzuführen. Account-Hijacking und gezielte Angriffe machten jeweils 17 und 9 Prozent aus.
  • Branchenspezifische Angriffe auf den Wissenschafts- und Technologiesektor stiegen im zweiten Quartal um 91 Prozent. Das produzierende Gewerbe verzeichnete einen Anstieg von 10 Prozent und der öffentliche Sektor eine Abnahme um 14 Prozent.

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