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Premiere in Barcelona

Canalys launcht Security-Konferenz für den Channel

| Autor: Michael Hase

Keynote-Sprecherin Brittany Kaiser (3. v. r.) präsentierte sich mit den Canalys-Experten (v. l.) Natalie Spitz, Rachel Lashford, Robin Ody, Ketaki Borade, Alex Smith und Matthew Ball.
Keynote-Sprecherin Brittany Kaiser (3. v. r.) präsentierte sich mit den Canalys-Experten (v. l.) Natalie Spitz, Rachel Lashford, Robin Ody, Ketaki Borade, Alex Smith und Matthew Ball. (Bild: Michael Hase)

Das Marktforschungsunternehmen Canalys hat, integriert in sein seit Jahren etabliertes Channels Forum, erstmals das Canalys Cybersecurity Forum veranstaltet. Zum Auftakt plädierte die Aktivistin Brittany Kaiser für das Recht jedes Einzelnen an seinen Daten.

Unter dem Dach des Canalys Channels Forum fand in diesem Jahr erstmals ein zweites Event statt: das Canalys Cybersecurity Forum. Rund 300 Systemhäuser aus Europa, die auf das Thema spezialisiert sind oder einen Schwerpunkt darauf legen, kamen zu der Veranstaltung am 17. Oktober nach Barcelona. Eine der beiden Keynotes hielt die Datenschutzaktivistin Brittany Kaiser, ehemals Business-Development-Direktorin beim Big-Data-Spezialisten Cambridge Analytica. Als Whistleblower war sie 2018 maßgeblich daran beteiligt, dass der Missbrauch von Facebook-Daten, der möglicherweise Wahlen in Großbritannien und den USA beeinflusst hatte, öffentlich gemacht wurde. Mit der von ihr gegründeten Digital Asset Trade Association (DATA) setzt sich Kaiser heute für den ethischen Schutz digitaler Rechte ein. Zudem hat sie die Kampagne „Own Your Data“ ins Leben gerufen.

In ihrer Keynote zeigte sie den Widerspruch auf, der darin besteht, dass Daten einerseits zum wertvollsten Gut der Welt geworden sind, wertvoller als Öl und Gas, dass der Umgang mit ihnen andererseits kaum reguliert ist und es dabei „so wenig Transparenz“ gibt. In dieser Situation sei es möglich, dass persönliche Daten auf ausbeuterische und manipulative Weise für Machtzwecke und zur Gewinnsteigerung missbraucht werden. Deshalb müssen nach Kaisers Überzeugung die Rechte jedes Einzelnen gestärkt werden, zumal die globale Datenflut weiter unaufhaltsam anschwillt. „Bevor wir an einen Punkt kommen, an dem buchstäblich alles, was wir berühren, Daten produziert, müssen wir wirklich anfangen, unsere Rechte zu sichern.“ Dieses Anliegen verfolgt die Aktivistin mit ihren Initiativen.

Lob der DPRG

In die richtige Richtung zielt ihrer Meinung nach die europäische GDPR, derzufolge Daten persönliches Eigentum sind. Es sei „kein perfektes“, aber immerhin „ein ziemlich gutes“ Datenschutzgesetz. In der Pflicht sieht Kaiser nicht nur Politiker und Juristen. Auch die ITK-Branche müsse dazu beitragen, dass Menschen besser vor dem Missbrauch ihrer Daten geschützt sind. Technologie müsse sie in die Lage versetzen, ihre Daten, wohin sie auch übertragen werden, vollständig nachzuverfolgen. Zudem müsse es Berechtigungsstrukturen geben, mit denen Menschen sicherstellen können, dass ihre Daten nur an Orte gelangen, denen sie zugestimmt haben. Blockchain nannte sie als eine der wenigen Technologien, die sich für die Rückverfolgung von Daten eignen.

Zugleich machte Kaiser deutlich, dass sie keine Verfechterin von Privacy um jeden Preis ist. So seien zum Beispiel die kriminologische oder die medizinische Forschung darauf angewiesen, dass Menschen aus breiten Bevölkerungskreisen ihre Daten teilen. Darin sieht sie aber ein weiteres Argument für einen transparenten Umgang mit Daten und für einen effektiven Datenschutz. Denn viele Menschen würden persönliche Daten nur dann preisgeben, wenn sie sicher sein können, dass sie nicht missbraucht werden. „Wie wollen wir die größten Probleme der Welt lösen, die nächsten Terroranschläge oder Verkehrsunfälle verhindern oder Krebs heilen, wenn wir keinen Zugang zu Echtzeitdaten von Menschen haben?“

Dynamischer Markt

In einer weiteren Keynote gaben die Canalys-Analysten Matthew Ball, Ketaki Borade, Robin Ody und Alex Smith einen Einblick in den Security-Markt, der nach wie vor stark fragmentiert ist. So kommt der in der EMEA-Region führende Anbieter, der Netzwerkriese Cisco, in diesem Segment gerade einmal auf einen Anteil von 9,8 Prozent (1. Halbjahr 2019) – vor Check Point (7,5 %), Fortinet (6,9 %), Palo Alto und Symantec (beide 4,8 %). Über die Präsentation von Marktzahlen hinaus zeigten die Experten wesentliche Trends in einem der dynamischsten Segmente des ITK-Markts auf. Eine ihrer Prognosen lautete, dass fünf der zehn führenden Anbieter, zu denen auch IBM, McAfee, Sophos, Trend Micro und Kaspersky gehören, in fünf Jahren nicht mehr auf der Top-Ten-Liste stehen werden.

Als Hauptsponsoren traten beim Cybersecurity Forum die Hersteller Malwarebytes (Platin) und Webroot (Gold) auf. Von den führenden Anbietern war lediglich Trend Micro als Bronze-Partner vertreten. Das Event wurde zudem von den Distributoren Arrow, Exclusive Networks, Exertis, Infinigate, Nuvias und Tech Data unterstützt.

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