Seit Februar 2020 gibt es die Fritz!Box 6660 Cable. Wie sich der AVM-Router, der an einem Vodafone-Kabelanschluss mit 1000 Megabit pro Sekunde im Alltag, nach 15 Monaten intensiver Wi-Fi-6- und NBASE-T-Praxis bewährt hat, zeigt unser Test.
Die AVM FRITZ!Box 6660 Cable versteckt Wi-Fi 6 und 2,5-Gigabit-LAN in einem eleganten, flachen Gehäuse, das man so ähnlich schon von der FRITZ!Box 7590 kennt.
(Bild: Harald Karcher)
Als erste Fritz!Box hat die 6660 Cable per Marktstart 4. Februar 2020 den Sprung auf Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps und Multi-Gigabit-LAN bis 2500 Mbps gemacht. Mit diesen Anschlüssen ist sie Firmen-tauglicher als jede andere AVM-Box davor. Der innovative WLAN-6-Funker hat aber auch bewährte Fritz!Box-Tugenden mit in das Wi-Fi-6-Zeitalter genommen, etwa:
ein schnelles DOCSIS-3.1-und-3.0-MODEM für Kabel-Internet-Anschlüsse bis zu mehreren Gigabit, was etwa die Fritz!Box 6591 Cable schon seit Mai 2019 drin hat,
eine DECT-Basis-Station für sechs Schnurlos-Telefone, was auch viele andere Fritz!Boxen schon lange haben,
IP-Telefonie plus Anschluss für analoges Telefon oder Fax und
einfachste Verbindung mit FritzRepeatern, FritzPowerline und FritzApps
Trotz dieser Funktions-Fülle ist die AVM 6660 mit einem UVP von 229 Euro nicht wirklich teuer. Sie steckt im gleichen Weiß-Rot-Gehäuse, das man schon von der DSL-Fritz!Box 7590 seit 2017 kennt.
Kabel-Internet bis 6.000 Megabit
Die AVM Fritz!Box 6660 Cable ist für den schnellen Multi-Gigabit-Kabel-Internet-Anschluss bis DOCSIS-3.1-Kanalbündelung ausgelegt: Laut AVM bis zu 6 Gigabit pro Sekunde. Dieses rasante Internet wird über ein rundes TV-Koaxial-Kabel aus der TV-Internet-Wand-Dose in den runden Koaxial-Port der AVM 6660 zugeführt.
Der Kabel-Anschluss im Test meldete fast immer 1150 Mbps in Empfangsrichtung und 56,7 Mbps in Senderichtung. An guten Tagen kommen tatsächlich netto 1100 Mbps im Download und 55 Mbps im Upload. Der nächste Glasfaser-Knoten kann also nicht weit vom Haus des Testers entfernt sein.
Bei der Fritz!Box 6660 Cable lässt sich die flotte Internet-Geschwindigkeit nahezu verlustfrei über den 2,5-Gigabit-LAN-Port sowie über das 2,4-Gigabit-Wi-Fi-6-WLAN an schnelle LAN-und-WLAN-Endgeräte übertragen.
Alternative: Fritz!Box 6591 Cable
Alternativ könnte ich an meinem Gigabit-Kabelanschluss auch eine Fritz!Box 6591 Cable oder eine der beiden Vodafone Stationen von Arris oder Technicolor betreiben. Doch keine davon hat einen 2,5-GbE-Port, sondern bloß vier Mal 1-GbE. Damit würde der Internet-Speed oberhalb 1000 Mbps bei Übergang ins LAN-Hausnetz abgeschnitten. Außerdem hatten alle drei Alternativ-Boxen per Mai 2021 noch kein Wi-Fi 6. Die AVM 6660 ist so gesehen deutlich stärker.
Im Gegensatz zur 6591 hat die 6660 aber keinen Anschluss für hausinterne ISDN-Geräte und auch keine USB-3.0-Buchsen. Wer das braucht, ist mit einer AVM 6591 besser bedient.
Alternative: Vodafone Arris oder Technicolor
Der größte Vorteil der beiden Vodafone Stationen (Arris und Technicolor) liegt bei den Preisen. Oft sind diese Boxen für Null Euro pro Monat im Internet-Tarif enthalten. Die Boxen von AVM dagegen kosten beim Provider einstellige Euro-Mieten pro Monat. Kauft man sie im freien Handel, werden sie in der Regel viel früher mit der neuesten Firmware von AVM versorgt als die Provider-gesteuerten Fritz!Boxen von Vodafone.
LAN bis 2,5 Gigabit
Die AVM Fritz!Box 6660 Cable hat fünf gelbe Gigabit-Ethernet-LAN-Kabel-Anschlüsse. Davon 1x 2,5 GbE (NBASE-T) und 4x 1 GbE. Vor allem der 2,5-Gigabit-Anschluss passt perfekt zum verbauten 2-Stream-Wi-Fi-6-Funk, der Brutto offiziell 2400 Mbps und Netto in den Spitzen mehr als 1000 Mbps schafft. Das heißt: Ein herkömmlicher 1-Gigabit-LAN-Port könnte den Wi-Fi-6-Funkspeed beim Übertritt in das Kabel-LAN ausbremsen. Ein 2,5-Gig-Port dagegen hat genug Reserven, um die Geschwindigkeit von Wi-Fi-6 beim Übergang ins Kabel-LAN nicht an den Spitzen zu kappen.
Prüfen wir den 2,5-Gigabit-Port der AVM FRITZ!Box 6660 Cable mit einem Fluke Networks MicroScanner PoE Messgerät. Es attestiert dem Multi-Speed-Port vier Geschwindigkeiten: 10, 100, 1000 und 2500 Mbps. Gut so: Da wird der schnelle AX-Funk beim Übergang ins Kabel-Netz nicht gleich gedrosselt. Idealerweise schließt man das schnellste Gerät (also Rechner, NAS, oder Switch) an den 2,5-Gig-Port und die nicht ganz so schnellen Geräte an die restlichen 1-Gig-Ports der AVM 6660 an. Schön wäre ein zweiter, dritter, vierter 2,5-Gigabit-Port, direkt an der AVM Fritz!Box 6660 Cable. Dann könnte man zum Beispiel zwei 10-Gig-NAS-Speicher und zwei 10-Gig-Tower-PCs gleichzeitig über die Fritz!Box ins Wi-Fi 6 bringen, ganz ohne jeden externen Switch. Das hätte bei der 6660 Cable aber sicher den Preis, den Stromverbrauch und die Wärmeentwicklung nach oben getrieben.
10-GbE-Switch hinter AVM 6660
Im Firmenumfeld hängt ohnehin meist ein gesonderter Switch hinter der Fritz!Box. In den ersten Messtests mit der 6660 hing ein Multigigabit-Switch Buffalo BS-MP2008-EU per LAN-Kabel am 2,5-Gigabit-Anschluss dem Test-Router. Der Switch hat 8 LAN-Ports, von denen jeder bis zu 10 Gigabit Duplex, also in beide Richtungen, durchsetzen kann.
Stand: 08.12.2025
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Vier Multi-Gigabit-Geräte an der Fritz!Box 6660
Dank Switch konnte ich mehrere 10-Gigabit-Geräte gleichzeitig hinter den 2,5-GbE-Port der AVM 6660 Cable schalten, etwa:
1x Buffalo TS6400DN NAS-Daten-Speicher
1x Synology DS1618+ NAS-Daten-Server
2x Dell Precision 3630 Tower
Alle vier Geräte, 2x NAS und 2x Tower-PC, haben je einen 10-Gigabit-Multi-Speed-LAN-Port, der unter anderem auf 5 und auf 2,5 Gigabit herunterschalten kann. Im Screenshot in Abbildung 11 hat die AVM Fritz!Box 6660 Cable alle vier Speed-Lieferanten mit 2,5 Gbps angezeigt, weil der zwischengeschaltete 10-Gigabit-Switch eben am 2,5-Gig-Port der Fritz!Box hing.
Wi-Fi 6 alias 802.11ax verspricht im 5 GHz-Band bei einer Kanalbreite von 160 MHz pro Datenstrom bis zu 1201 Mbps Brutto. Die Fritz!Box 6660 Cable ist ein 2-Stream-Wi-Fi-6-Router. Daher verspricht der Hersteller im 11ax-Modus bis zu 600 Mbps im 2,4-GHz-Band und bis zu 2.400 Mbps im 5-GHz-Band. Daneben ist der 11ax-Router auch zu früheren Geräten kompatibel, die nach 802.11a/b/g/n/ac funken.
Funkfrequenzen und Sendeleistungen
WLAN 2,4 GHz funkt die AVM 6660 laut Quick Guide im Bereich von 2,4 GHz bis 2,483 GHz mit maximal 100 mW. Im 5-GHz-Band funkt die AVM 6660 im Bereich von 5,15 GHz bis 5,35 GHz mit maximal 200 mW sowie im Bereich von 5,47 GHz bis 5,725 GHz mit maximal 1000 mW. Der Bereich von 5,15 GHz bis 5,35 GHz ist nur für den Betrieb in geschlossenen Räumen bestimmt.
DECT dagegen darf in der EU von 1880 bis 1900 MHz funken, und zwar bis maximal 250 Milliwatt. Auch dies hat die AVM 6660 eingebaut.
WLAN-AX-Clients bis 2400 Megabit
Die 2400 Mbps WLAN kommen nur, wenn auch passend schnelle WLAN-Endgeräte mit der Fritz!Box verkoppelt sind. Schon per Februar 2020, aber auch noch im Mai 2021, schafften die schnellsten Wi-Fi-6-Endgeräte in Gestalt von 11ax-PCs und 11ax-Laptops im 5 GHz-Band bei einer Kanalbandbreite von 160 MHz pro Datenstrom maximal 1201 Mbps, in Summe also maximal 2402 Mbps (alles brutto). Insofern passt die 2-Stream-AVM-6660 genau zu den schnellsten, bisher lieferbaren 2-Stream-WLAN-AX-Endgeräten: Alle enden genau bei 2400 Mbps!
Bei den folgenden WLAN-Tests wollten wir wissen, wie viel Speed von den offiziellen 2400 Mbps der AVM Fritz!Box 6660 Cable tatsächlich auf unterschiedlichsten WLAN-Endgeräten der Baujahre 2012 bis 2019 ankommt. Dazu haben wir folgende WLAN-Geräte gleichzeitig per Funk mit dem Router verbunden:
2x Dell Precision 3630 Tower, BJ 2019, mit 11ax Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps
1x Asus VivoBook Pro 17 Zoll, BJ 2018, mit 11ax Wi-Fi 6 bis 2400 Mbps
1x Asus VivoBook 14 Zoll, BJ 2019, mit 11ac Wi-Fi 5 bis 433 Mbps
1x Dell Latitude E6520, 15 Zoll, BJ 2012, mit 11n Wi-Fi 4 bis 300 Mbps
1x Samsung Galaxy Note10+, BJ 2019, mit 11ax Wi-Fi 6 bis 1200 Mbps
Beim Screenshot in Abbildung Nummer 14 haben wir alle WLAN-Geräte gleichzeitig im 5-GHz-Band mit der Fritz!Box 6660 Cable verbunden. Wie man dort sieht, kann die Wi-Fi-6-Fritz!Box auch auf ältere WLAN-Normen zurückschalten.
Wi-Fi-6-11ax-Tower-PC im Speedtest mit der AVM 6660
Damit der neue Wi-Fi-6-Router auch ebenso schnelle Endgeräte findet, haben wir zwei Dell Precision 3630 Tower Workstations, Baujahr 2019, mit 10-Gigabit-LAN sowie 2,4-Gigabit-WLAN nachgerüstet.
Als 10-Gigabit-LAN-Karte diente ein Asus XG-C100C PCIe-x1 Network Adapter mit einem Aquantia Chip unter einem roten Kühlkörper. Diese Multi-Gigabit-LAN-Karte kann auf 5 oder 2,5 oder 1 Gigabit herunterschalten. Zudem unterstützt sie auch ältere 100 Mbps LAN-Verbindungen. Mit dem 2,5-Gig-Port der AVM 6660 Cable hat sie sich spontan auf 2,5 Gbps verständigt.
Als 2,4-Gig-WLAN-Karte diente eine Asus PCE-AX58BT PCIe-x1-Karte mit einem schwarzen Kühlkörper. Der „Intel Treiber und Software Support“ sowie der Windows-10-Geräte-Manager haben dahinter eine „Intel WiFi 6 AX200 160MHz“ Karte erkannt. Diese benötigt zwingend Windows 10 und verspricht neben Wi-Fi 6 auch Bluetooth 5.0 sowie den neuesten Security-Standard WPA3. Nach dem Einbau schließt man zwei mitgelieferte Antennen per Kabel an die WLAN-Karte an. Die dreh- und schwenkbaren Stummel sind gut 15 cm lang. Diese Karte hat sich mit der Fritz!Box 6660 Cable bei kurzer Distanz spontan im 11ax-Modus verbunden.