CES 2022 AMD: Erster Prozessor mit 3D-Cache und Zen-3+-Mobile-CPUs

Von Klaus Länger

Mit der Ryzen-6000-Serie bringt AMD neue Mobile-Prozessoren mit höherer Leistung, einer verbesserten GPU, DDR5- und PCIe-4.0-Unterstützung. Daneben präsentiert der Hersteller seine erste Desktop-PC-CPU mit 3D-Cache und RDNA2-Einsteigerkarten.

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Die AMD-Chefin Lisa Su präsentiert den Ryzen 6000 für Mobilrechner. Er basiert auf der neuen Zen-3+-Architektur und enthält eine RDNA2-Grafikeinheit.
Die AMD-Chefin Lisa Su präsentiert den Ryzen 6000 für Mobilrechner. Er basiert auf der neuen Zen-3+-Architektur und enthält eine RDNA2-Grafikeinheit.
(Bild: AMD)

Mit der Ryzen-6000-Serie für Mobilrechner bringt AMD die ersten Zen-3+-Prozessoren auf den Markt. Diese unter dem Codenamen Rembrandt entwickelten CPUs verfügen über eine verbesserte Mikroarchitektur, die eine gegenüber Ryzen 5000 bis 30 Prozent höhere Prozessorleistung bei gleichzeitig längerer Akkulaufzeit ermöglichen soll. Die neuen Prozessoren sind zudem für die Nutzung von DDR5-Speicher ausgelegt und sie unterstützen nun auch PCI-Express 4.0 und USB 4. Der wahlweise Einsatz von DDR5- oder dem günstigeren DDR4-Speicher ist im Gegensatz zu Intels Alder Lake nicht möglich. Einen großen Sprung macht AMD bei der im Prozessor integrierten Grafikeinheit: Die betagte Vega-GPU wird nun endlich durch die aktuelle RDNA-2-Technik abgelöst. Die neue GPU verfügt über bis zu 12 Ausführungseinheiten und arbeitet mit bis zu 2,4 GHz Taktfrequenz. Damit ist sie etwa doppelt so schnell wie die Vega-GPU im Ryzen 5000 Mobile und unterstützt prinzipiell sogar Hardware-Raytracing.

Die Spannbreite der Ryzen-6000-GPUs reicht vom Spitzenmodell Ryzen 9 6980HX mit acht Cores, bis zu 5 GHz Boost-Taktrate, integrierter Radeon 680M mit 12 GPU-Cores und 45 Watt TDP bis hinunter zum sparsamen Sechskerner Ryzen 5 6600U mit integrierter Radeon-660M-GPU und 15 bis 28 Watt TDP. Die Radeon 660M in den Ryzen-5-6000-Modellen verfügt nur über sechs GPU-Cores.

Zusätzlich bringt AMD noch drei aktualisierte Ryzen-5000-Prozessoren mit vier, sechs und acht Cores, die sich mit 15 Watt TDP zufriedengeben und ohne den derzeit noch kostspieligen DDR5-Speicher auskommen.

Für den Business-Sektor folgen später im ersten Quartal des Jahres die Ryzen-Pro-6000-CPUs mit zusätzlichen Sicherheits- und Managementfunktionen. Hier ist erstmals der Pluton-Security-Prozessor von Microsoft integriert, der die bisher üblichen Trusted Platform Modules (TPM) ablösen soll. Durch die direkte Integration in die CPU soll er gegen Angriffe immun sein, die sich der bisher vorhandenen Schnittstelle zwischen CPU und TPM bedient haben. Er kann ein TPM emulieren und untersützt damit Funktionen wie Bitlocker und System Guard. Seine Firmware-Updates bezieht der in der AMD-CPU integrierte Pluton-Prozessor direkt von Microsoft.

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Desktop-Ryzen mit 3D-Cache

Für Desktop-PCs stellt AMD zur CES nur ein neues Modell vor: Den Ryzen 7 5800X3D. Er ist ein Zen-3-Prozessor, der in bisherige Sockel-AM4-Mainboards passt, aber mit einem deutlich größeren L3-Cache ausgestattet ist, als die bisherigen Ryzen-Vermeer-Prozessoren. Der Hersteller nutzt hier mit dem 3D-Cache eine Technik, die primär für Epyc entwickelt wurde, um auf dem Core-Chiplet (CCD) per Chip-Bonding einen weiteren Die mit 64 MB L3-Cache unterzubringen. Zusammen mit dem L3-Cache auf dem CPU-Die kommt der Octacore-Prozessor damit auf insgesamt 96 MB. Die CPU selbst gehört nicht zu den Top-Modellen mit 12 oder 16 Cores, sondern als Ableger des Ryzen 7 5800X eher in die gehobene Mittelklasse, soll mit seinem zusätzlichen Cache aber eine sehr schnelle Gaming-CPU sein, die laut AMD in Spielen auch höher angesiedelte AMD-Ryzen und Intel-Alder-Lake-CPUs schlagen kann. Der Ryzen 7 5800X3D soll im zweiten Quartal verfügbar sein. Zum Preis und auch dazu, ob noch weitere Desktop-CPUs mit 3D-Cache kommen werden, gibt es von AMD derzeit keine Informationen.

Radeon-Grafikkarten für Notebook und Desktop

Begleitend zu den neuen Ryzen-6000-CPUs stockt AMD die Linie seiner diskreten Radeon-Grafiklösungen für Mobilrechner auf. Als neues Spitzenmodell für Gaming-Notebooks kommt die Radeon RX 6850M XT, die sieben Prozent schneller als der bisherige Spitzenreiter RX 6800M sein soll. Dazu kommen noch die Midrange-Modelle RX 6650M und 6650M XT, sowie Radeon RX 6500M und Radeon RX 6300M für den Einstiegssektor. Für besonders dünne Gaming-Notebooks kommt als Gegenstück zu Nvidias Max-Q-Geforces die Radeon-RX-6000S-Serie mit drei Modellen. Sie sind mit maximal 100 Watt deutlich genügsamer als die korrespondierenden M-Modelle, die bis zu 50 Watt mehr ziehen. Eine verbesserte Smartshift-Technik soll die zur Verfügung stehende Kühlleistung besser zwischen CPU und GPU aufteilen. Mit Smartshift Eco kommt ein neuer Modus, der längeres Spielen bei Akkubetrieb ermöglichen soll.

Für Desktop-PCs kommen zwei neue Radeon-Karten mit RDNA-2-Architektur für das Einsteigersegment. Die RX 6400 ist nur für OEM-Kunden bestimmt, die eine Stufe darüber angesiedelte RX 6500 XT auch für Endkunden. Hier wird es nur Custom-Modelle von Grafikkartenherstellern geben. Die Navi-24-GPU auf der Karte wird in einem neueren N6-Prozess bei TSMC hergestellt und erreicht eine hohe Taktrate von 2.610 MHz und 2.815 MHz im Boost.

Allerdings verfügt sie nur über 16 Compute-Units mit 1.024 Stream-Prozesoren und 16 Ray-Accelerators. Die Karte ist für Full-HD-Gaming ausgelegt und verfügt daher nur über 4 GB GDDR6 als Grafikspeicher, die über ein 64-Bit-Interface angebunden sind. Der unterstützende Infinity-Cache in der GPU ist 16 MB groß. Die Karte ist kompakt, belegt zwei Slots und ist mit maximal 107 Watt relativ sparsam. AMD gibt als Preisempfehlung für die USA 199 US-Dollar an. Was die Karten ab 19. Januar im Handel tatsächlich kosten werden, ist allerdings derzeit vollkommen offen.

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Ausblick auf Zen 4

Voraussichtlich im Herbst wird AMD die Ryzen-7000-Prozessoren auf Zen-4-Basis vorstellen. Zur CES gab die Firma allerdings einen Ausblick auf Raphael, so der Codename der CPU. Auch ein mit 5 GHz laufendes Sample war in einer Spieledemo zu sehen. Ryzen 7000 kommt mit einem neuen Sockel AM5 mit 1.718 Kontakten, bei dem die Firma nun auch auf das LGA-Format wechselt. Zudem wird die bei TSMC im N5-Prozess hergestellte CPU DDR5 als Arbeitsspeicher und PCIe Gen5 für die Anbindung von Grafikkarten und SSDs unterstützen. Prozessorkühler für AM4-Prozessoren sollen auch auf die neue CPU passen. Zudem verspricht AMD auch für den neuen Sockel eine lange Lebensdauer und damit Upgrade-Optionen auf Ryzen-7000-Nachfolger.

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