Erfolgreiche Zukauf-Strategie All for One Steeb – vom Nobody in die Top-Ten

Autor / Redakteur: IT-BUSINESS / Das Interview führte Sarah Maier / Sarah Gandorfer

Der SAP-Komplettdienstleister All for One Steeb konnte innerhalb der vergangenen zwei Jahre seinen Umsatz verdoppeln. Knapp die Hälfte des Erlöses ist wiederkehrend. Vorstandsprecher Lars Landwehrkamp erklärt, wieso die Geschäfte so gut laufen und warum es wichtig ist, andere IT-Dienstleister als Partner zu haben.

Firmen zum Thema

Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher von All for One Steeb
Lars Landwehrkamp, Vorstandssprecher von All for One Steeb
(Bild: All for One Steeb/Jörg Jäger)

ITB: All for One Steeb konnte in der Bilanz des gerade abgeschlossenen Geschäftsjahres 2012/ 13 mit 186,3 Millionen Euro und einem Ebit von 10,5 Millionen Euro gute Zahlen vorlegen. Besonders interessant ist, dass Sie die wiederkehrenden Erlöse von 69,7 Millionen Euro im Jahr 2011/ 12 nun auf 86,8 Millionen steigern konnten. Gerade diese regelmäßigen Einnahmen sichern ja das Geschäft. Wie haben Sie das geschafft?

Landwehrkamp: Unsere Unternehmensausrichtung ist eng mit SAP verbunden, und die Strategie des Herstellers hat sich in den vergangenen Jahren stark geändert: vom klassischen ERP-Hersteller zum Anbieter von Cloud- oder Business Intelligence-Lösungen. Der Wandel der Walldorfer geschah teilweise über Zukäufe. Als einer der größten SAP-Partner wollen wir dieses stark erweiterte Angebot im Mittelstand vermarkten und wiederkehrende Umsätze erzielen.

ITB: Rein organisch hätte All for One Steeb bei dem rasanten Wachstum von SAP nicht mithalten können. Also haben Sie gleichfalls zugekauft?

Landwehrkamp: Ja, im Prinzip sind wir einen ähnlichen Weg wie SAP gegangen und haben in den vergangenen zweieinhalb Jahren vier Firmen mit unterschiedlichen Größen und Schwerpunkten dazu genommen. Das waren die ehemalige SAP-Tochter Steeb im November 2011, die OSC Gruppe im November 2012, mit Orga das SAP-Mittelstandsgeschäft der Fiducia IT im Mai 2013 und Webmaxx im Juni 2013. Dabei haben uns Steeb und Orga hohe wiederkehrende Erlöse beschert. Steeb, da sie viele Wartungsvertragskunden hatten und Orga, da dort Outsourcing-Kunden betreut werden. Momentan überführen wir letztere von den Fiducia-Rechenzentren in unsere eigenen. Diese langfristigen Kundenbeziehungen verleihen uns eine hohe Stabilität, denn sie machen fast 50 Prozent unseres Gesamtumsatzes aus.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

ITB: Eine weitere Sicherheit für ihr Geschäft dürfte Ihre Zielgruppe, der deutsche Mittelstand sein, denn der ist trotz kritischer Wirtschaftslage weiterhin gut aufgestellt.

Landwehrkamp: Da liegen Sie richtig. Der Mittelstand entwickelt sich positiv und Insolvenzen sind bis dato eher selten. Darauf können wir aufbauen.

ITB: Im Gegensatz dazu befindet sich die IT-Branche derzeit allerdings in einem Konsolidierungsprozess. Wie schätzen Sie hier die Lage für Ihr Umfeld ein?

Landwehrkamp: Gerade kleinere SAP-Partner können diesem Wachstumsschub der Walldorfer schon aufgrund der notwendigen Investitionen nur schwer folgen. Sie haben jedoch gute Ideen und suchen deshalb die Nähe zu größeren IT-Dienstleistern, um ihre Themen weiter zu entwickeln. Auch bei den anderen Herstellern läuft es ähnlich ab. Auch hier gilt: Wenn man nicht stark in Technologie, Demo-Produkte und Vertriebsausbau investiert, verliert man schnell den Anschluss. Das war beispielsweise ein Grund für Webmaxx, die sich auf Microsoft spezialisiert haben, mit uns zusammenzuarbeiten.

(ID:42489723)