Erfolgreiche Zukauf-Strategie

All for One Steeb – vom Nobody in die Top-Ten

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Vier Säulen-Strategie und Konkurrenz

ITB: All for One Steeb konzentriert sich auf eine Vier-Säulen-Strategie. Können Sie diese bitte genauer erläutern?

Landwehrkamp: Als erstes liegt unser Fokus auf Kunden, die ihre IT-Entscheidung in der DACH-Region fällen – das bedeutet nicht, dass der Kunde nicht international tätig sein darf. Wir betreuen schließlich insbesondere die Branchen Maschinenbau und Automobilzulieferer, die oft weltweit agieren. Über unser Netzwerk ‚United VARs‘ sichern wir den globalen Support. Als zweite Säule konzentrieren wir uns auf den Mittelstand. Das sind meist Unternehmen mit an die zwei Milliarden Euro Umsatz. Unter unseren Outsourcing-Kunden gibt es auch einige größere Unternehmen. Normalerweise bedient SAP die Großkunden jedoch direkt. Das liegt unter anderem an den unterschiedlichen Bedürfnissen dieses Klientels. Mittelständische Firmen sind weniger arbeitsteilig, mit mehr Generalisten aufgestellt und brauchen deshalb oft ein speziell vereinfachtes SAP – beispielsweise indem mehrere Transaktionen auf einer Oberfläche dargestellt werden. In den SAP-Standardversionen braucht es dafür manchmal sieben Bildschirmmasken. Solch eine Spezialisierung lohnt sich jedoch nur branchenorientiert. Somit ist das unsere dritte Säule. Hier gibt es Best-Practice-Ansätze, die wir voreingestellt liefern. Dabei setzen wir gezielt auf Maschinenbau, Automobilzulieferer, Projektdienstleister, die Konsumgüterindustrie und den technischen Großhandel. Zuletzt ist unsere vertrauensvolle SAP-Partnerschaft zu nennen. Wie haben keine Multi-Lieferantenphilosophie. Das SAP-Portfolio ist groß.

ITB: Die Analysten von PAC zählen All for One Steeb zu den Top-Ten der „Führenden Anbieter von SAP-Hosting in Deutschland 2013“. In der aktuellen Lünendonk-Liste der „Top-25 Beratungsunternehmen“ steht der Konzern auf Platz 20. Die Konkurrenz schläft jedoch nicht. Wie differenzieren Sie sich von Wettbewerbern wie Freudenberg IT oder Itelligence?

Landwehrkamp: Freudenberg IT ist schwerpunktmäßig in einem Teilsegment Wettbewerber, nämlich wenn es um Managed Service, Outsourcing und Rechenzentrumsdienste geht. Hier werden die vielen Kontakte des großen Freudenberg-Konzerns genutzt. Hingegen sind die Weinheimer bei der klassischen SAP-Einführung nicht so stark vertreten. Itelligence ist in der gesamten Breite unser Wettbewerber. Früher waren die Bielefelder in der DACH-Region die Nummer eins, doch mittlerweile haben wir sie hier überholt durch unser organisches Wachstum und die Zukäufe, vor allem von Steeb. Da Itelligence mittlerweile zum japanischen NTT-Konzern gehört, stellt sich das Unternehmen vor allem global auf. Außerdem haben wir natürlich auch Wettbewerber außerhalb der SAP-Welt, denn es gibt schließlich noch viele andere ERP-Anbieter.

ITB: All for One Steeb ist mit 18 Standorten in Deutschland sehr dezentral aufgestellt. Was steckt hinter dieser Idee?

Landwehrkamp: Das zählt zu unserer Strategie, denn Kundennähe ist für uns wichtig. Im Mittelstand kommt es besonders gut an, wenn der IT-Berater aus der Heimat stammt und womöglich noch den gleichen Dialekt spricht. Bei einem Großunternehmen wäre das egal, hier wird auch ein indisches Team in einem Projekt akzeptiert. Zudem reduziert das Reisezeiten für unsere Mitarbeiter.

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