Anbieter zum Thema
Kultur des Unternehmertums
Eine solche Minderheitsbeteiligung von angehenden Geschäftstellenleitern sehe hierzulande keiner der großen Wettbewerber vor, versichert der Deutschland-Chef. Damit mache ACP zugleich deutlich, wie sehr die Kultur des Systemhauses durch Unternehmertum geprägt sei. Bei ACP fühlten sich deshalb vor allem Persönlichkeiten wohl, betont Schiller, die „möglichst viel eigenständig entscheiden wollen“.
Als eigene Gesellschaften agieren die ACP-Geschäftsstellen weitgehend autark, ohne dass sich die deutsche Holding oder die österreichische Zentrale stark einmischen würden. „Wir haben in Wien keinen Elfenbeinturm, in dem sich ein paar gescheite Leute überlegen, wohin sich der Markt entwickelt“, sagte Rainer Kalkbrener, CEO von ACP, zu Beginn des Jahres gegenüber IT-BUSINESS.
Der österreichische Manager führt die Systemhausgruppe, die in diesem Mai ihr 20-jähriges Bestehen feierte, seit dem Mai vergangenen Jahres. Wie Kalkbrener, so ist auch sein deutscher Management-Kollege Schiller überzeugt, ein Dienstleister bilde mit einer dezentralen Struktur die regionalen Unterschiede des IT-Markts besser ab als mit einem zentralistischen Ansatz.
Mitarbeiter-Buy-out
Als Unternehmer darf sich tatsächlich seit einigen Wochen jeder Zehnte der knapp 1.000 ACP-Mitarbeiter fühlen. Im April kauften zahlreiche Manager und leitende Mitarbeiter die Anteile des Schweizer Investors Capvis zurück, der 2006 bei den Österreichern eingestiegen war und zuletzt 54 Prozent der Aktien hielt. Nach dem Rückkauf gehört das Unternehmen jetzt komplett einem Teil der Belegschaft und den Gründern. Alles in allem handelt es sich dabei um nahezu 100 Gesellschafter.
Inhaltlich konzentriert sich ACP in Deutschland stark auf Microsoft, Rechenzentren und Cloud Computing. Sein Geschäftsmodell bezeichnet das Unternehmen als Kombination von Handel und Dienstleistung. Im Mittelpunkt steht das Lösungsgeschäft. Den Schwerpunkt legt ACP zunehmend auf Beratung und hochwertige Dienstleistungen – ob es sich nun um Lizenz- und Lösungsthemen rund um Microsoft oder um Aufbau und Betrieb von Datacenter-Infrastrukturen handelt.
Cloud-Fabrik Oberbayern
Beim Thema Cloud hat die Geschäftsstelle Oberbayern die Führungsrolle innerhalb der deutschen Organisation inne. Sie betreibt in München ein Rechenzentrum, die Cloud-Fabrik, deren Dienste die anderen Niederlassungen nutzen können. Als wichtige Referenz stellt ACP seit dem vergangenen Jahr die zentrale IT-Infrastruktur des Goethe-Instituts, auf die weltweit 4.000 Nutzer zugreifen, als Service bereit.
Bei Microsoft, Datacenter und Cloud zählt sich ACP zu den führenden Systemhäusern in Deutschland. Bis die Österreicher auch von der Größe her zu den dominierenden Playern aufschließen, haben sie aber noch einen weiten Weg vor sich. □
(ID:39976760)