Etikettenmanagement aus der Cloud Zusatzgeschäft für Drucker-Reseller

Autor / Redakteur: Nigal Street / Sarah Böttcher

Mit einer Cloud-basierten Lösung für das Etikettenmanagement können Reseller aus dem Druckergeschäft Unternehmen bei der Digitalisierung von Kennzeichnungsprozessen helfen und ihr Angebot an Dienstleistungen erweitern.

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Über die Cloud können Unternehmen alle Druck- sowie Etikettierungsprozesse zentral steuern.
Über die Cloud können Unternehmen alle Druck- sowie Etikettierungsprozesse zentral steuern.
(Bild: wladimir1804 - stock.adobe.com)

Die Corona-Pandemie stellt viele Reseller vor Herausforderungen, weil Messen, Konferenzen und Roadshows, auf denen sie bislang mit ihren Kunden sprechen und Kontakte zu neuen Interessenten knüpften konnten, abgesagt sind. Auch Kundenbesuche oder Produktdemonstrationen vor Ort sind angesichts strenger Abstands- und Hygieneregeln derzeit oft nur eingeschränkt möglich. Gleiches gilt häufig für Support-Dienstleistungen, die direkt beim Kunden erbracht werden.

Damit stehen etablierte Business-Modelle auf dem Prüfstand. Dass die Zukunft für Reseller aus dem Druckergeschäft eher in höherwertigen Dienstleistungen als im klassischen Produktverkauf und in Reparaturen liegt, zeichnet sich zwar schon länger ab. Doch so mancher Reseller ist den Wandel bislang nur halbherzig angegangen, weil das angestammte Geschäft gut lief, und muss sich nun umstellen, wenn er überleben will.

Neben Kennzeichnungslösungen für Drucker in Büroumgebungen steckt viel Potenzial in Etiketten-Design-Software und Etikettenmanagement-Systemen – auch für Fachhändler und Systemhäuser, die bereits ein starkes Geschäft mit Dienstleistungen und Kennzeichnungslösungen aufgebaut haben. Denn im Etikettierungsbereich dominierte vor Corona das Verkaufs- und Projektgeschäft mit Software-Vorführungen und Proof-of-Concepts vor Ort. Die Anwendungen laufen lokal und erfordern, dass auch die Mitarbeiter, die sie nutzen und pflegen, präsent sind. Vielfach sind die Prozesse langwierig und intransparent – so war es auch vor der Krise keine Seltenheit, dass Änderungen an Etiketten teilweise mehrere Wochen dauerten.

Dazu kommt, dass in vielen Unternehmen jede Fabrik, jedes Distributionszentrum oder jede Niederlassung eigene Etikette für die Kennzeichnung von Produkten, die Bestandskontrolle, den Versand und andere Prozesse verwendet – mit teilweise eigener Etikettier-Software und unterschiedlichen Etikettendruckern. Dieser Wildwuchs verursacht hohe Kosten, weil Mitarbeiter beispielsweise Änderungen an Vorlagen oder Druckskripten mehrfach vornehmen müssen, und kann zu Problemen führen, weil Produkte oder Lieferungen nicht konsistent gekennzeichnet sind. Im schlimmsten Fall drohen Fehlkennzeichnungen, die Neuverpackungen notwendig machen oder gar zu Produktrückrufen führen.

Einheitliche und zentralisierte Prozesse

Mit einer Cloud-basierten Lösung für das Etikettenmanagement helfen Reseller Unternehmen dabei, solche Probleme zu vermeiden. Sie können die Lösung online demonstrieren – vom Design und der Verwaltung der Vorlagen über Prüfprozesse und den Druck bis zum Management der Verbrauchsmaterialien – und dann sehr schnell einführen. In der Evaluierungsphase können Unternehmen nicht nur einige ausgewählte Nutzer, sondern alle Beteiligten hinzuziehen, inklusive Einkauf, Produktion, Vertrieb und IT-Abteilung, egal an welchem Standort sie sich befinden.

Mit einer Cloud-Lösung vereinheitlichen und zentralisieren Unternehmen ihr Etikettenmanagement. Sie binden nicht nur alle Fabriken, Distributionszentren und Niederlassungen sowie Mitarbeiter im Heimbüro ein, sondern bei Bedarf auch Zulieferer, Vertragshersteller und Logistikpartner, um standardisierte Etikettenformate über die gesamte Liefer- und Vertriebskette zu nutzen. Alle Etiketten werden zentral in der Cloud verwaltet und stehen an jedem Ort bereit; das Erstellen und Bearbeiten erfolgt komfortabel im Browser über eine einfache, Word-ähnliche Oberfläche, die keiner Vorkenntnisse oder Schulungen bedarf. Auch Qualitätssicherungsprozesse lassen sich mit der Cloud effektiv umsetzen und manuelle Kontrollen abschaffen.

Zudem entlasten Unternehmen ihre IT-Abteilung und ihre IT-Budgets, weil keine Infrastruktur für Etikettier-Software angeschafft und gepflegt werden muss. Beim Einsatz von Druckern, die Cloud-Printing unterstützen, wird sogar keinerlei lokale Infrastruktur für den Etikettendruck mehr benötigt, außer den Druckern selbst. Auf diese Weise werden durch IT-Probleme verursachte Ausfallzeiten minimiert.

Potenzial für neue Services

Mit einem Cloud-basierten Etikettenmanagement erzielen Reseller regelmäßige, gut planbare Einnahmen und machen sich unabhängiger vom volatilen Projektgeschäft – wie schnell dieses einbrechen kann, zeigte der Corona-Lockdown im Frühjahr deutlich. Reseller können viele Dienstleistungen erbringen und beispielsweise die Einbindung von Produktdaten aus zentralen Quellen wie SAP, Microsoft Dynamics, Workday, Netsuite und anderen ERP-Lösungen vornehmen. Damit helfen sie Unternehmen, Fehletikettierungen zu vermeiden. Sie können über die Cloud auch leichter Hilfestellung leisten als bei lokal installierten Lösungen und Unternehmen, etwa in Echtzeit beim Erstellen von Vorlagen und dem Festlegen von Freigabeprozessen unter die Arme greifen oder den Bestand von Verbrauchsmaterialien überprüfen und Neubestellungen anstoßen.

In einer mandantenfähigen Cloud-Lösung verwalten Reseller alle Cloud-Kunden zentral. Das eröffnet ihnen die Chance, neue Services aufzubauen und einzelne Prozesse oder das komplette Etikettenmanagement für Unternehmen zu übernehmen – und damit ihr Portfolio an Etikettenmanagement-Systemen auszubauen. Als Partner, der Etikettenmanagement-Systemen anbietet, können sie Unternehmen unter anderem das Design von Vorlagen abnehmen oder das Supplies-Management, damit diese sich nicht um das rechtzeitige Nachbestellen von Druckmedien, Farbbändern und anderen Dingen zu kümmern brauchen. Oder sie bieten Validierungs- und Compliance-Dienste an, in deren Rahmen sie prüfen, ob Etiketten gesetzlichen Vorgaben und bestimmten Standards entsprechen – insbesondere in der Pharma- und Lebensmittelindustrie ist das von großer Bedeutung. Solche Services sind erst durch die Cloud möglich und konnten von Resellern bei lokal installierten Lösungen für das Etikettenmanagement bisher nicht oder nur mit sehr großem Aufwand erbracht werden.

Die Bandbreite an möglichen Services ist groß und reicht bis zur Entwicklung von Apps und Anwendungen für kundenspezifische Prozesse oder der Integration anderer Cloud-Dienste über APIs. Damit sorgen Reseller dafür, dass sich Unternehmen ganz auf ihr eigentliches Geschäft konzentrieren können, weil das Etikettenmanagement vollständig oder in Teilen in der Hand eines externen Spezialisten liegt.

Nigal Street
Sales Director EMEA bei NiceLabel

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