Auf der Ignite wurde angekündigt, dass der Windows Server Funktionen neu dazu bekommen wird. Diese wurden teilweise exklusiv für Azure Stack HCI erwartet. Wie wird sich Azure Stack HCI künftig abgrenzen und welche Produktstrategie verfolgt Microsoft?
Die Systeme Windows Server und Azure Stack HCI arbeiten auch in Sachen Cloud zusammen.
(Bild: Bild: KI-generiert / Midjourney)
An den beiden Lösungen „Windows Server“ und „Azure Stack HCI“ feilt Hersteller Microsoft laufend. Auf der hauseigenen Messe Ignite in Seattle wurde deutlich, dass dabei teilweise ganz neue Richtungen eingeschlagen werden. Sven Langenfeld, Senior Azure Stack HCI Commercial Sales Specialist bei Microsoft, ordnet ein, wohin die Reise geht: „Vom Grundsatz her ist Hyperconverged Infrastructure eine moderne Technologie, bei der Storage, Compute und Netzwerk virtualisiert werden. Diese Komponenten werden dann im IT-Management nicht mehr separat betrachtet, sondern in virtueller Form verwaltet, was mit zahlreichen Vorteilen in Hinblick auf die Effizienz einhergeht.“ Der Manager geht davon aus, dass HCI als Technologie in etwa so großes Potenzial hat wie Virtualisierung vor 15 Jahren. „Das Thema“, ist Langenfeld überzeugt, „wird an niemandem in der IT vorbeigehen.“
Schließlich wächst der Bedarf an hybriden Infrastrukturen, also einem Mix aus Multicloud-Nutzung, On-Premises im eigenen Rechenzentrum, aber zunehmend auch Edge Computing, enorm. Damit steigt auch der Bedarf, solche Infrastrukturen aus einer einheitlichen Management-Plattform heraus zu verwalten, schlussfolgert der Microsoft-Mitarbeiter.
Sven Langenfeld, Senior Azure Stack HCI Commercial Sales Specialist, Microsoft
(Bild: Microsoft)
Umgebungen aus dem Azure-Portal heraus managen
Letztendlich gehe es darum, die komplette IT aus dem Azure-Portal heraus zu managen. Technisch wird das mit Azure Arc umgesetzt, einem kleinen Agent, der in Nicht-Azure-Umgebungen – Windows oder LinuxServer – platziert wird. Mit ihm ist es dann möglich, diese Umgebungen in die Azure-Control-Konsole einzubinden. Man kann das Inventory sehen, Netzwerk-Umgebungen absichern und monitoren sowie Development-Umgebungen aufsetzen und zwar im Kubernetes-, Linux- oder Windows-Server-Segment.
Langenfeld erklärt: „Wir sprechen dann von einer Azure Arc enabled Infrastructure, bei der über das Control Plane virtuelle Instanzen, egal wo in der Umgebung, erstellt werden können. Auch hier wird mit Azure Arc gearbeitet. Und es stellt sich die Frage, wie die Abgrenzung zu Azure Stack HCI verläuft.
Die Netflix-Metapher
Doch warum braucht man Azure Stack HCI zusätzlich zu Windows Server mit seinen erweiterten Management-Funktionen? Langenfeld erläutert die Sachlage mit einer Metapher, nach der Azure Arc wie eine übergeordnete Instanz über Netflix, Disney Plus und Sky läuft. „Angenommen Azure ist in dieser Metapher Netflix, dann laufen die beiden Agenten auf Disney und Sky und ich kann über Netflix auch die Angebote dort ansteuern.“
Seit der Ignite ist öffentlich und klar, dass Windows Server so weiterentwickelt wird, dass es zum einen das möglichst perfekte Gast-Betriebssystem sein soll und zum anderen auch in Sachen Hypervisor, Netzwerk und Software Defined Storage einen Innovationsschub erfährt. Azure Stack HCI war bislang die einzige Microsoft-Lösung, die unter anderem Streched Cluster, mit dem über zwei Standorte hinweg Hochverfügbarkeit hergestellt wird, bereitstellte. „Auch diese Funktionalität kommt in den nächsten Windows Server“, so Langenfeld.
Lösung für Automatisierungs- und Skalierungsbedarf
Was folgt daraus produktstrategisch? Auch wenn der neue Windows Server Azure Stack HCI etliche Mehrwerte nimmt, entwickelt sich Azure Stack HCI weiter. Während Windows Server die Zielgruppe „do it yourself“ bedient, ist Azure Stack HCI eine Lösung für Automatisierungs- und Skalierungsbedarf. So betrifft eine wichtige Neuerung im Azure-Stack-HCI-Umfeld das Thema „Cloud-enabled“. Früher wurden Azure Stack HCI Cluster aufgebaut, indem lokal Cluster eingerichtet und dann über den Arc Agent mit Azure verbunden wurden. Jetzt kann die Verknüpfung der Cluster-Knoten durch „Cloud-enabled Deployment“ erfolgen, mit vorinstalliertem Azure Stack HCI.
Cloud-enabled Deployment
In der Praxis heißt das, dass jemand mit Server-Basiswissen die Server im Rechenzentrum aufsetzen und an die Cloud anbinden kann. Die Infrastruktur samt Cluster wird dann mit einem sehr hohen Automatisierungsgrad per Cloud-enabled Deployment aufgesetzt, sprich die Konfiguration läuft über das Azure Portal. Langenfeld beschreibt die Arbeitsteilung dahinter folgendermaßen: „Derjenige, der Server-Wissen hat, baut das Ganze auf und verknüpft die Server mit Azure. Der Azure-Profi setzt dann das Cloud-enabled Deployment um. Die Konfigurationen und das Verbinden zu Clustern geschieht dann weitgehend automatisiert.“
Stand: 08.12.2025
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Analog dazu kann man sich die Konzepte „Cloud-enabled Monitoring“ und „Cloud-enabled Management“ vorstellen, die ebenso für Azure Stack HCI verfügbar sind. In letzter Konsequenz ist das eine Möglichkeit, dem Personalmangel in der IT zu begegnen.