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Windows-7-Support-Ende soll die Cloud pushen

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Der Ausweg aus dem Support-Dilemma führt laut Microsoft in die Cloud.
Der Ausweg aus dem Support-Dilemma führt laut Microsoft in die Cloud. (Bild: bluedesign - stock.adobe.com)

Anfang 2020 endet der reguläre Support für Windows 7, weswegen viele Migrationsprojekte anstehen. Microsoft will diesen Impuls nutzen, um das Cloud-Geschäft voranzutreiben. Von einem „begleiteten Umstieg als sicheren Weg in die Cloud“ ist die Rede. Doch wer begleitet?

Am 14. Januar 2020 ist Schluss mit der Software-Wartung und Sicherheits-Updates für Windows 7. Firmenkunden und Behörden, für die das Datum dennoch zu überraschend daher kommt, können beispielsweise Angebote im Rahmen einer Desktop-Virtualisierung via Windows Virtual Desktop nutzen. Erweiterte Sicherheits-Updates können so separat für bis zu drei Jahre jährlich erworben werden.

Christoph Bollig, FastTrack Architekt bei Microsoft Deutschland, nennt in Zusammenhang mit dem Handlungsdruck auch das so genannte FastTrack-Programm, „für einen schnellen sowie sicheren Umstieg auf Windows 10 und in die Cloud auf Basis von ‚Microsoft best Practices‘“.

Im Microsoft-Vertrieb ist von einem „begleiteten Umstieg als sicheren Weg in die Cloud“ auf einen „Modern Workplace“ die Rede. Die Cloud als Gegenmodell zu On Premises ist hier also vorweggenommener Teil der Lösung, dann auch bei Office-Produkten, also Excel, Word und Co.

„Cloud-Gimmicks“

Zwingend ist diese Schlussfolgerung allerdings nicht. So wird auch im Gebraucht-Software-Umfeld das kommende Support-Ende vertrieblich genutzt. Hier ist die Rede davon, dass nur ein Viertel oder Drittel der Office-Nutzer bestimmte „Cloud-Gimmicks“ im Arbeitsalltag benötigen, beispielsweise Multi-Device-Lizenzen oder Home-Use-Rights. Hier wird vertrieblich in Richtung „hybride Lizenzierung“ gearbeitet, bei der Cloud-Produkte nur dort eingesetzt werden, wo sie wirklich benötigt werden und ansonsten mit günstigen, gebrauchten On-Premises-Lizenzen ausgestattet wird.

Software verdirbt nicht

Handel mit gebrauchten Software-Lizenzen

Software verdirbt nicht

17.09.19 - Vor Jahren sagte man „ewige Lizenz“, dann war vorwiegend von „perpetual License“ die Rede und inzwischen heißt es „On Prem“ – gleich blieb die Tatsache, dass Software nicht ­verschleißt, was sie zur attraktiven Handelsware macht. Dann kam mit der Cloud das Abo. lesen

Bollig zeigt sich wenig aufgeschlossen: „Hybride IT-Modelle können punktuell für den Moment sicher helfen, sind langfristig aber keine effiziente Lösung.“ Microsoft würde vielmehr jedem Kunden jeder Größe den ganzheitlichen Umstieg auf den „Modern Workplace“ empfehlen, um sich sicher und nachhaltig für die IT-Zukunft aufzustellen. Anders formuliert: Finger weg vom On Prem und ab in die Cloud!

Onboarding durch Microsoft-Experten

Christoph Bollig ist FastTrack Architekt bei Microsoft Deutschland.
Christoph Bollig ist FastTrack Architekt bei Microsoft Deutschland. (Bild: Microsoft)

Das FastTrack-Programm – so der Microsoft-Manager – hilft Unternehmen bei der Einführung von Cloud-Software über einen strukturierten Onboarding-Prozess unter Anleitung von Microsoft-Experten. Konkret geht es um „Microsoft 365“, worunter Windows 10, Office 365 sowie Mobility- und Security-Management fällt. „Für die eigene Planung eines schnellen und effizienten Deployments stellt der Dienst ­Unternehmenskunden hilfreiche Informationen zur Verfügung – beispielsweise Anleitungen zur Bereitstellung von Services, zur Migration von sensiblen Daten oder zur Konfiguration von Identitäts- und Sicherheitsfunktionen“, sagt Bollig. Darüber hinaus umfasst der Service Unterstützung bei Kompatibilitätsproblemen.

Kostenlose Beratung

Firmenkunden, die mindestens 150 Lizenzen erworben haben, erhalten über FastTrack darüber hinaus eine kostenlose Remote-Beratung. Es gibt festgelegte Phasen, in denen Remote begleitet wird, „während die IT-Pros des Unternehmens die konkreten Schritte eigenständig durchführen.“ Ab 500 Lizenzen unterstützt Microsoft Firmenkunden zudem ohne weitere Kosten bei der Migration von Daten aus ihrer E-Mail-Infrastruktur zu Exchange Online oder beim Umzug von Dateidiensten in die Cloud.

Rolle des Channels?

Doch welche Rolle spielt denn dann noch der Channel? „Als Remote-Service ist FastTrack eine ergänzende Lösung für Firmen, die den Wechsel auf eine Cloud-Infrastruktur möglichst selbstständig, schnell und sicher bewältigen wollen – er ersetzt aber nicht den lokalen Support“, sagt der Microsoft-Manager. „Sollte bei sehr umfangreichen oder komplexen Projekten eine zusätzliche IT-Expertise vor Ort benötigt werden, kann der Kunde das Remote-Angebot über die Einbeziehung von Partnern sinnvoll ergänzen.“ Letztendlich heißt „mehr Cloud“ an dieser Stelle aber durchaus „weniger Channel“, denn von der Wertschöpfung, die hier teilweise kostenlos von Microsoft geleistet wird, fällt viel eigentlich in das klassische, beratende Aufgabenspektrum der ­Microsoft-Partner.

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