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Kommentar von IDC

Wie sich die Ziele des IT-Outsourcings verändern

| Autor / Redakteur: Matthias Kraus, IDC / Katrin Hofmann

Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt
Matthias Kraus, Research Analyst bei IDC in Frankfurt

Das Outsourcing-Segment bleibt aufgrund seiner Größe und der leicht überdurchschnittlichen Entwicklung der Wachstumstreiber des IT-Services-Marktes in den kommenden Jahren

IT-Outsourcing umfasst für IDC die fünf Teilsegmente Application Management, IS Outsourcing, Network and Desktop Outsourcing, Hosted Application Management und Hosting Infrastructure Services. Rund die Hälfte des gesamten Marktes für IT-Dienstleistungen in Deutschland wird durch Outsourcing erwirtschaftet. Der IT-Outsourcing Markt wird dabei im Zeitraum von 2012 bis 2017 mit einer jährlichen, durchschnittlichen Rate von rund drei Prozent wachsen. Das Outsourcing-Segment bleibt damit aufgrund seiner Größe und der leicht überdurchschnittlichen Entwicklung der Wachstumstreiber des IT-Services-Marktes in den kommenden Jahren. Durch die immer stärker durchdringende IT-Industrialisierung sinken die Preise für IT-Outsourcing inzwischen deutlich, aus diesem Grund werden nicht mehr so hohe Wachstumsraten wie noch vor wenigen Jahren erreicht.

Neue Herausforderungen, neue Ziele

IT-Kostensenkungen bleiben für viele Unternehmen zwar ein wesentlicher Grund, um sich für Outsourcing zu entscheiden, aber zusätzliche Motive – ähnlich wie in anderen Bereichen des IT-Services-Marktes – gewinnen seit einigen Jahren an Bedeutung. Mittels Outsourcing soll die Agilität der Unternehmen erhöht werden, indem standardisierte und gleichzeitig modulare Angebote gewählt werden, die kurzfristig bezogen und auf Wunsch verbrauchsabhängig abgerechnet werden können. Diese Attribute sind im Kern auch die Eigenschaften von Cloud Services. Die Grenzen zwischen "echten" Cloud Services und Hosting-Angeboten verschwimmen dabei. Cloud Services sind inzwischen meist beim Abschluss oder der Verlängerung Bestandteil der Outsourcing-Verträge. Entsprechend hat fast jeder der größeren IT-Service-Anbieter Cloud-Angebote gelauncht, um ihre herkömmlichen IT-Dienstleistungen zu ergänzen oder zu ersetzen.

Neue Chancen für Outsourcing-Anbieter

Anwenderunternehmen, die bereits langjährige Erfahrung mit Outsourcing haben, erwarten von ihrem Outsourcing-Partner, dass dieser aktiv Innovationen vorschlägt. Neben den genannten klassischen Zielen (Kostenreduzierung, SLA-Erfüllung, etc.) sollen zusätzlich die Geschäftsprozesse und damit das Kerngeschäft der Unternehmen besser und vor allem

nachweislich unterstützt werden. Für die Outsourcing Provider bieten sich in diesem Zusammenhang neue Möglichkeiten. Nach Überzeugung von IDC können erfahrene IT Outsourcing-Anbieter auch bei der Konsolidierung und Standardisierung der eigentlichen Geschäftsprozesse in Zukunft eine bedeutendere Rolle spielen als bisher. Bislang war dies eher "klassischen" Beratungsunternehmen vorbehalten. Wenn aber IT Outsourcing Provider heutzutage die IT-Infrastruktur oder Applikationen bei Kunden modernisieren, sind hierbei nicht nur technischen Aufgaben zu lösen, sondern es ist zwingend auch ein Verständnis der Geschäftsprozesse erforderlich. Dieses Wissen stellt eine hervorragende Basis für die Optimierung der eigentlichen Geschäftsprozesse auf organisatorischer Ebene dar.

Wie Anwenderunternehmen davon profitieren

Unternehmen können von diesem Wissen profitieren, indem sie IT Outsourcing-Anbieter stärker und frühzeitiger in Optimierungsprojekte einbeziehen. Schließlich sind es meist die IT-Dienstleister, die die Geschäftsprozesse mit IT Tools abbilden, automatisieren, Datenbanken und Applikationen integrieren und die Verfügbarkeit sichern. So lassen sich die von der Geschäftsleitung geforderten Innovationen und ein größerer Beitrag zum Geschäftserfolg des Unternehmens erzielen. Die Anforderungen an Outsourcing ändern sich somit: Nicht mehr allein die Vorteile für die IT-Abteilung werden entscheidend sein, sondern vor allem der Nutzen für Anwender und Fachbereiche rückt in den Fokus.

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