Strukturwandel im PC-Markt zehrt an den Nerven

Wer ist der größte Rechnerhersteller der Welt?

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Temporäre Krise ...

Für die einen ist dies ein vorübergehendes Problem – der Markt befinde sich in einer pränatalen Depression, solange Microsoft mit Windows 8 schwanger geht. Sobald das neue Betriebssystem das Licht der Welt erblickt hat, sollen sich die Kunden voller Begeisterung auf die damit ausgestatteten Desktop-PCs, Notebooks, Ultrabooks und Tablet-PCs stürzen und die Absatz-Delle wieder wett machen. Das hoffen zumindest die PC-Hersteller, die die Windows-Plattform unterstützen, und natürlich auch Microsoft selbst.

Doch da sind die Hoffnungen wohl weit überzogen. Zum einen ist das Betriebssystem Windows 8 zwar ein wichtiger Schritt für Microsoft. Doch leider kommt es sowohl zu früh als auch zu spät: Im Mobile-Bereich hätten Hersteller und Kunden sich dieses Betriebssystem, das konsequent für Touch-Screen-Bedienung konzipiert ist, schon zum Launch von Windows 7 gewünscht. Im Desktop-Bereich sind dagegen die berührungsempfindlichen Bildschirme noch nicht so weit verbreitet, dass der Umstieg tatsächlich notwendig würde.

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So berichtet die Distribution, dass auf Drängen Microsofts zum Windows-8-Launch zusätzliche Transport-Kapazitäten organisiert wurden. Da die Nachfrage nach Boxed-Produkten des neuen Betriebssystems aber im Rahmen blieb, wurden die Logistiker mit der Auslieferung auch ohne Zusatz-LKWs fertig.

... oder Strukturwandel?

Die Analysten sind ebenfalls skeptisch, insbesondere was den Hoffnungsträger Ultrabooks betrifft. Denn Apple hat im Tablet-Markt mit dem iPad Maßstäbe gesetzt. Auf technischer Seite sei kaum etwas „substanziell besseres“ zu erwarten. Nach den bislang durchgesickerten Informationen werden sich Windows-8-Tablets nicht deutlich billiger anbieten lassen als das iPad, und daher sei kein schneller Erfolg für diese Geräte zu erwarten, sagte IDC-Analyst Bob O’Donnell Anfang Oktober.

Gerade erst hat IHS Isupply die eigene Prognose kassiert: Statt 22 Millionen Ultrabooks würden 2012 nur wenig mehr als 10 Millionen abgesetzt. Als Ursache nennen die Analysten enttäuschendes Pricing und Marketing. Sie erwarten allerdings fallende Preise, was im kommenden Jahr ein Anwachsen des Absatzes auf 44 Millionen Stück ermöglichen würde – statt ursprünglich erwarteter 61 Millionen verkaufter Ultrabooks.

Die Korrektur der Prognose fällt auch deshalb so groß aus, weil wegen der rigiden Vorgaben von Intel inzwischen immer mehr Notebooks als „Ultradünn“ statt als „Utrabook“ auf den Markt kommen.

CPU-Hersteller zeigen Skepsis

Wie die Aussichten für den PC-Markt in der Zeit nach dem Windows-8-Launch aussehen, das lässt sich auch aus dem Quartalsbericht von Intel ablesen: Nach einem Umsatzrückgang im dritten Quartal von 5,5 Prozent – beim Wettbewerber AMD waren es sogar zehn Prozent – wird für das vierte Quartal 2012 nur ein leichtes Plus von einem Prozent erwartet. Dies spricht ganz deutlich gegen die These, dass mit dem Erscheinen von Windows 8 ein Boom im PC-Markt losbrechen könnte.

Das bestätigt auch Isupply-Analyst Clifford Leimbach. Die Kunden würden inzwischen PC-Käufe im vierten Quartal des Jahres vermeiden, daran werde auch der Launch von Windows 8 nichts ändern, so seine Prognose. Für Käufer besteht auch wenig Grund, die Hardware zu wechseln: die Anforderungen gegenüber Windows 7 sind sogar eher gesunken, und aufgrund der Diskussion um die Bedienung von Desktop-Systemen unter Windows 8 bleibt für viele Kunden Windows 7 zunächst einmal das System ihrer Wahl.

Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr zu den Konsequenzen der aktuellen Entwicklung.

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