Ein Arbeitstag Langeweile pro Woche

Was tun gegen Langeweile?

| Autor: Sarah Gandorfer

Der Hauptgrund für Langeweile: Ein Aufgabenprofil, das nicht fordert und keine Anreize setzt.
Der Hauptgrund für Langeweile: Ein Aufgabenprofil, das nicht fordert und keine Anreize setzt. (Bild: lassedesignen - stock.adobe.com)

In manchen Firmen sind die Mitarbeiter bis zu acht Stunden pro Woche von ihrem Job gelangweilt. Der Personalvermittler Robert Half gibt Tipps, wie man Abhilfe schafft.

Von 500 befragten Managern, glauben rund 60 Prozent, dass sich ihre Mitarbeiter langweilen. Das ist eines der Ergebnisse der Arbeitsmarktstudie von Robert Half.

„Dass über die Hälfte der befragten Manager Langeweile in den Reihen ihrer Angestellten vermutet, hat uns überrascht“, sagt Thomas Hoffmann, Director North bei Robert Half, „zumal einige der angeführten Ursachen mit vergleichsweise wenig Aufwand behoben werden könnten. Routinearbeiten etwa könnten im Team regelmäßig neu verteilt oder mit externer Unterstützung abgearbeitet werden. Neue Herausforderungen können Manager schaffen, indem sie Mitarbeitern sukzessive mehr Verantwortung übertragen und sie ermutigen, selbst Lösungen zu finden.“

Knapp ein Drittel bewertet Meetings als langweilig.
Knapp ein Drittel bewertet Meetings als langweilig. (Bild: Pixabay / CC0)

Ein Aufgabenprofil, das nicht fordert und keine Anreize setzt, zählen die Führungskräfte zu den Hauptursachen für Langeweile (30 Prozent). Genau so viele sehen in schlecht organisierten oder zu häufig angesetzten Meetings einen Grund (30 Prozent). Dicht darauf folgt mangelnde Vielfalt/Abwechslung – ein Problem, dass angesichts von 28 Prozent an Nennungen offenbar weit verbreitet ist.

Doch nicht nur die Führungsetage kann etwas gegen Langweile tun. Auch Arbeitnehmer sind gefragt:

  • 1. Jeder sollte sich fragen: Warum bin ich gelangweilt? Warum finde ich meine Arbeit nicht interessant? Liegt es an Unterforderung oder gibt es andere Gründe? Was fehlt mir, um eine spürbare Verbesserung herbeizuführen?
  • 2. Gelangweilte Mitarbeiter sollten das Gespräch mit dem Vorgesetzten suchen und den Wunsch nach Veränderung äußern. Dabei lösen konkrete Vorschläge für eine gezielte Weiterbildung, eine neue Herausforderung oder eine andere Tätigkeit innerhalb des Unternehmens am schnellsten das Problem.
  • 3. Finden sich keine Möglichkeiten, die Arbeit abwechslungsreicher zu gestalten oder sich intern neuen Herausforderungen stellen, sollte ein Jobwechsel in Betracht gezogen werden. Mitarbeiter sollten einen Jobwechsel nicht prinzipiell mit einem Denkverbot belegen, sondern – falls erforderlich – als gleichberechtigte Lösung in Betracht ziehen.

Glücklich am Arbeitsplatz

„Dauerhafte Langeweile kann genauso schädlich sein wie dauerhafter Stress“, erklärt Hoffmann. „Mitarbeiter, die sich langweiligen, empfinden Druck, den sie sich selbst auferlegen. Außerdem stellen sich Resignation und Lethargie ein, wenn Anerkennung und Wertschätzung ausbleiben. Im schlimmsten Fall sind das Bore-out-Syndrom und Depressionen die Folge.“

Eine sinnvolle Tätigkeit und das Gefühl, im Beruf etwas zu leisten, sind wiederum zwei der wichtigsten Faktoren für das Glück am Arbeitsplatz, wie eine weitere Studie von Robert Half belegt. Hoffmann: „Hier wird ganz deutlich: Eine Veränderung kann viele Vorteile haben – für Arbeitgeber wie für Arbeitnehmer.“

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