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Was ist der Aldi-PC?

| Autor / Redakteur: Gedeon Rauch / Ira Zahorsky

Grundlagenwissen zum IT-Business
Grundlagenwissen zum IT-Business (Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Als Aldi damit begann, PCs ins Sortiment zu nehmen, übernachteten die Kunden sogar vor den Läden, um ja eines der kostengünstigen Geräte zu bekommen. Und das, obwohl der Aldi-PC keine technische Revolution war. Aber er hat dazu beigetragen, den PC zu einem Konsumgut zu machen.

Den ersten Hype um die Aldi-Rechner gab es im Jahr 1997 mit dem seinerzeit tatsächlich sehr günstigen Intel-Pentium-166-MMX-Rechner, der inklusive 15-Zoll-Monitor 1.798 DM kostete. Ein Kunde hatte damals sogar mit der Waffe versucht, sich den letzten Rechner in einer Filiale zu sichern.

Die Geschichte des Aldi-PCs begann zwar schon zwei Jahre zuvor, zeitgleich mit dem beginnenden Boom des Internets. Der erste Aldi-PC war ein Rechner mit Cyrix-Prozessor. Doch die großen Schlangen vor der Ladeneröffnung, wie wir sie heute noch beim Verkauf neuer iPhone-Modelle kennen, blieben zunächst aus und es wurde nur eine geringe Stückzahl verkauft. Heute sind Billig-PCs und Fertigware längst die Regel geworden.

Der Computer kommt im Mainstream an

Auch Fachhändler, Direktversender wie Dell oder Filialmärkte wie Vobis verkauften in den 90er Jahren bereits Fertig-PCs. Für viele Kunden ohne große PC-Kenntnisse war der Fachhandel unsicheres Terrain. Der Kauf in einem Geschäft, das kein expliziter Technikgroßmarkt war, eine niedrige Preisschwelle und ein System, das auch ohne technische Vorkenntnisse funktionierte, machte den Aldi-PC zum Konsumartikel, der auch beim täglichen Einkauf mitgenommen werden konnte; wäre er nicht binnen Minuten bundesweit ausverkauft gewesen. Zudem hatte Aldi den Preis auf seiner Seite, denn der Discounter konnte sich der Absatzzahlen gewiss sein.

Der Aldi-PC wurde und wird in der Regel bei Aldis Technikpartner Medion in Auftrag gegeben. Medion selbst war zunächst einer von vielen Markennamen des deutschen Gründers Gerd Brachmann, der Technik nach bestellten Spezifikationen in Asien in Auftrag gab und anschließend unter eigener Marke in den Handel brachte. Inzwischen gehört Medion zu Lenovo.

Aldi-PC: Vom Trendsetter zum Standard

Noch immer bietet Aldi in regelmäßigen Abständen PCs, Smartphones und Tablets an. Der Hype um die Geräte ist jedoch merklich abgeschwächt, das Konkurrenzangebot der Retailer einfach zu groß. Die modernen Aldi-PCs sind vor allem Lösungen für Office- und Multimedia-Anwender, die viel Rechenleistung im kompakten Paket zum kleinen Preis suchen. Einfach aufzurüsten sind diese Geräte allerdings nicht. Dennoch bleibt der Aldi-PC ein Gegenstand mit Kultcharakter, dessen weitreichender kultureller Einfluss beim Siegeszug der Digitalisierung in Deutschland nicht unterschätzt werden sollte.

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