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Definition Was ist Anlagevermögen?

Autor / Redakteur: Laimingas / Michael Hase

Beim Anlagevermögen handelt es sich um einen Begriff, der im Rechnungswesen und in der Volkswirtschaft verwendet wird. Er bezeichnet diejenigen Vermögensgegenstände, die langfristig in den Geschäftsbetrieb von Unternehmen eingebunden sind.

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(Bild: © adiruch na chiangmai - Fotolia.com)

Zum Anlagevermögen von Unternehmen gehören laut Handelsgesetzbuch (HGB) alle Gegenstände, die nicht zum Verkauf bestimmt sind und die über längere Zeit dem Zweck des Betriebs dienen. Der Begriff wird im Rechnungswesen und in der Volkswirtschaft gebraucht.

Konkret definiert § 247 Abs. 2 HGB das Anlagevermögen als den Wert von Gütern, die über einen längeren Zeitraum dauerhaft oder wiederholt bei der Produktion von Waren eingesetzt werden. Diese Vermögensteile dienen dem Aufbau, der Ausstattung und der Funktionalität eines Unternehmens. Im Gegensatz zum Umlaufvermögen wird das Anlagevermögen nicht bearbeitet und gehört auch nicht zum Prozess der Leistungserstellung.

Konkret unterscheidet man drei Unterkategorien:

  • Sachanlagen: Maschinen, Ausrüstungen, Grundstücke, Gebäude, Fahrzeuge, Betriebs- und Geschäftsausstattung, Anlagen im Bau, Anzahlungen
  • Immaterielle Anlagen: Software, Lizenzen, Patente oder Urheberrechte
  • Finanzanlagen: Wertpapiere aus dem Anlagevermögen, Beteiligungen, Ausleihungen an andere, verbundene Unternehmen

Investoren und Banken

Um die Betriebsfähigkeit eines Unternehmens zu ermitteln, ist neben dem Umlaufvermögen auch die genaue Kenntnis des Anlagevermögens erforderlich. Insofern ist es eine wichtige Größe zum Beispiel für Investoren, die auf dieser Basis ihr Investitionsrisiko abschätzen, oder für Banken, die Kredite an gewerbliche Endkunden vergeben.

Bei den genannten Unterkategorien wird weiter differenziert zwischen einem abnutzbaren und einem nicht abnutzbaren Anlagevermögen. Zum abnutzbaren Teil gehören Maschinen, Werkzeuge, Fahrzeuge, Hardware und sonstige Ausstattungsgegenstände, die mit der Zeit an Wert einbüßen. In der Buchhaltung beziehungsweise im Rechnungswesen werden diese Wertverluste mittels planmäßiger Abschreibungen ausgeglichen.

Nicht abnutzbar sind Gegenstände, die langfristig nicht an Wert verlieren, unter anderem Grundstücke oder Wertpapiere. Eine planmäßige Abschreibung ist hier nicht zulässig, allenfalls eine außerplanmäßige bei außerplanmäßigen Wertverlusten.

Volkswirtschaftliche Betrachtung

In der volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) zählen alle Güter zum Anlagevermögen, die mehr als ein Jahr dauerhaft oder zu wiederholten Malen in der Produktion zum Einsatz kommen. Auch hier unterscheidet man zwischen Sachanlagen (Gebäude, Verkehrswege, Ausrüstungen, Nutztiere und -pflanzen) und immateriellen Anlagegütern (Software, Datenbanken, Urheberrechte etc.)

Finanzanlagen, Grund und Boden zählen in der VGR nicht zum Anlagevermögen, ebenso wenig wie das Gebrauchsvermögen privater Haushalte oder militärische Gebrauchsgüter, die nicht zivil genutzt werden können (beispielsweise gepanzerte Fahrzeuge und Waffen).

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