IT-Transformationsstudie 2026 Warum bei Migrationen Flexibilität und KI entscheiden

Von Ira Zahorsky 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

71 Prozent der Unternehmen ändern ihre Migrationsmethode während des Projekts. Gleichzeitig setzen 76 Prozent bereits KI ein. Die IT-Transformationsstudie 2026 zeigt, warum Systemhäuser vor allem bei Analyse, Datenqualität und Projektsteuerung gefragt sind.

IT-Transformation betrifft nicht mehr nur die IT-Abteilung. Strategische Ziele wie die Steigerung von Innovationsfähigkeit und Flexibilität erfordern Managemententscheidungen.(Bild:  Dall-E / KI-generiert)
IT-Transformation betrifft nicht mehr nur die IT-Abteilung. Strategische Ziele wie die Steigerung von Innovationsfähigkeit und Flexibilität erfordern Managemententscheidungen.
(Bild: Dall-E / KI-generiert)

Die IT-Transformationsstudie 2026 von Natuvion und NTT Data Business Solutions zeigt: 80 Prozent der Unternehmen überschreiten bei IT-Transformationen ihren Zeitplan, 82 Prozent ihr Budget. Die Ergebnisse widersprechen der Vorstellung, dass sich eine Transformation wie ein klassisches IT-Projekt linear planen lässt. 44 Prozent der Unternehmen kalkulieren mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren. 53 Prozent planen standardmäßig ein Budget zwischen fünf und 50 Millionen Euro ein. In der Umsetzung stoßen viele Projekte jedoch auf unerwartete Abhängigkeiten, Altlasten und Qualitätsprobleme.

Für IT-Systemhäuser entsteht daraus ein klares Geschäftsfeld. Neben der technischen Umsetzung gewinnen Bestandsaufnahme, Projektsteuerung, Datenqualität und der flexible Umgang mit Veränderungen an Bedeutung.

71 Prozent ändern ihre Migrationsmethode

Eine zentrale Erkenntnis der Studie betrifft die Wahl der Migrationsstrategie. 71 Prozent der Unternehmen müssen ihre Methodik im Projektverlauf anpassen. Dabei stehen Greenfield, Brownfield und Selective Data Transition zur Auswahl.

Die Anpassungen zeigen, dass sich die passende Vorgehensweise häufig erst ergibt, wenn die bestehende IT-Landschaft vollständig analysiert ist. Genau diese Analyse nennen 39 Prozent der Befragten als größte Herausforderung in der Planungsphase. Mit 29 Prozent folgt die allgemeine Projektkomplexität.

Die Zielarchitektur allein entscheidet damit nicht über den Projekterfolg. Zunächst braucht es ein belastbares Verständnis der gewachsenen Systemlandschaft, ihrer Abhängigkeiten und ihrer Altstrukturen. Systemhäuser können hier mit Assessment-Leistungen, Migrationsplanung und laufender Projektanpassung ansetzen.

Bildergalerie

KI ist Treiber und Werkzeug zugleich

Für 60 Prozent der Befragten gehört die Einführung moderner Technologien, etwa von KI, zu den wichtigsten Treibern ihrer IT-Transformation. Der Wert liegt damit auf einem ähnlich hohen Niveau wie im Vorjahr, als 57 Prozent diesen Grund nannten. Klassische Motive wie organisatorische Anpassungen verlieren laut Studie dagegen an Bedeutung.

Gleichzeitig kommt KI bereits während der Transformation zum Einsatz. 76 Prozent der Unternehmen nutzen entsprechende Anwendungen im Projektverlauf. Die Einsatzbereiche verteilen sich wie folgt:

  • 63 % setzen KI bei technischer Analyse und Umsetzung ein.
  • Knapp 60 % nutzen KI für Datenqualität und Migration.
  • 56 % verwenden KI in der strategischen Planung.

Datenqualität wird zum strategischen Risiko

Die Grundlage für diesen KI-Einsatz bleibt die Qualität der vorhandenen Daten. 26 Prozent der Unternehmen nennen mangelhafte Datenqualität erneut als zentrale Herausforderung. Damit steht das Thema bereits zum fünften Mal in Folge an der Spitze der Problemliste.

Inkonsistente Daten, fehlende Standards und unzureichende Governance-Strukturen fallen im operativen Alltag nicht immer sofort auf. In einer Transformation treten sie jedoch deutlich hervor. Gleichzeitig bilden verlässliche Daten die Voraussetzung für den Einsatz von KI und für datengetriebene Geschäftsmodelle.

Für Systemhäuser bedeutet das, Datenqualität nicht als nachgelagertes Bereinigungsthema zu behandeln. Data Assessments, die Definition von Standards und der Aufbau geeigneter Governance-Strukturen werden zu eigenständigen Beratungs- und Umsetzungsleistungen.

Transformation wird zur Führungsaufgabe

Die Unternehmen verfolgen mit ihren Transformationen vor allem strategische Ziele. 46 Prozent wollen ihre Innovationsfähigkeit steigern. 42 Prozent möchten die Flexibilität erhöhen. Diese Flexibilität ist zugleich eine Voraussetzung dafür, dass Projekte auf neue Erkenntnisse und veränderte Rahmenbedingungen reagieren können.

Als wichtige Faktoren für die Zielerreichung nennen die Befragten:

  • 35 % Transformations-Knowhow
  • 34 % Datentransparenz
  • 32 % Kontinuität im Projektteam

Die Ergebnisse verschieben damit den Schwerpunkt von der reinen Technologieauswahl auf Organisation, Daten und Projektführung. Transformationen betreffen nicht mehr nur die IT-Abteilung. Sie werden zu einer unternehmerischen Aufgabe, die Managemententscheidungen und eine belastbare Projektorganisation erfordert.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Unternehmen wollen aus Projekterfahrungen lernen

Die Befragten leiten aus ihren bisherigen Erfahrungen konkrete Veränderungen für künftige Transformationen ab. 34 Prozent wollen beim nächsten Projekt mehr KI einsetzen. Jeweils 32 Prozent wollen sich stärker auf die wichtigsten Prozesse konzentrieren und die Kommunikation verbessern. 30 Prozent planen höhere Investitionen in die Datenqualität.

Geschäftschancen für Systemhäuser

  • Die bestehende IT-Landschaft vor der Auswahl der Migrationsmethode detailliert erfassen.
  • Datenqualität, Transparenz und Governance frühzeitig in das Projekt integrieren.
  • Migrationsansätze im Projektverlauf anpassbar halten.
  • KI nicht nur als Zielbild, sondern auch für Analyse, Planung und Umsetzung prüfen.
  • Zeit- und Budgetpuffer fest in das Projekt-Setup aufnehmen.
  • Kommunikations- und Entscheidungswege mit dem Kunden verbindlich definieren.

Die Studie zeigt, dass IT-Transformationen zunehmend von Unsicherheit geprägt sind. Erfolgreich ist deshalb nicht zwingend das Projekt mit dem starrsten Plan, sondern das mit ausreichender Transparenz, belastbarer Führung und der Fähigkeit zur Kurskorrektur. Für Systemhäuser wächst damit die Chance, sich vom technischen Umsetzer zum langfristigen Transformationspartner zu entwickeln.

IT-Transformationsstudie 2026

Für die 5. IT-Transformationsstudie 2026 von Natuvion und NTT Data Business Solutions wurden weltweit mehr als 1.100 internationale Führungskräfte und IT-Spezialisten nach ihren Erfahrungen mit IT-Transformationen befragt.

Die Studie kann nach Registrierung kostenfrei heruntergeladen werden.

Download der Studie

(ID:50933732)