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Die Markenstrategie von Western Digital

Wandel zum Lösungsanbieter

| Autor: Klaus Länger

Western Digital ist auf dem Weg vom Storage-Komponenten-Hersteller zum Lösungsanbieter.
Western Digital ist auf dem Weg vom Storage-Komponenten-Hersteller zum Lösungsanbieter. (Bild: audy_indy - Fotolia.com)

Hört man Western Digital, denkt man zunächst an Festplatten. Die stellen immer noch das Hauptgeschäft dar. In Zukunft will sich die Firma aber stärker als Storage-Lösungsanbieter positionieren.

Seit 37 Jahren ist die Western Digital Corporation (WDC) im IT-Sektor aktiv und damit eines der langlebigsten Unternehmen der Branche. Gestartet als Chiphersteller wurde es durch diverse Firmenkäufe zu einem der größten Festplattenhersteller weltweit. Heute ist das Unternehmen dabei, sich zu einem Anbieter für umfassende Storage-Lösungen aller Art zu wandeln. Auch hier führte der Weg über Akquisitionen, wie Dave Tang, Senior Vice President of Corporate Marketing bei WDC, in einem Gespräch mit IT-BUSINESS anmerkt.

Wachstum durch Übernahmen

Bereits der Aufstieg zu einem der größten Festplatten-Hersteller weltweit war durch Übernahmen geprägt. Die bereits 1970 gegründete Firma begann als Chiphersteller und brachte Anfang der 80er Jahre den erste ATA-Controller auf den Markt. 1988 übernahm die Western Digital Corporation den Festplattenhersteller Tandon und 2003 die Reste der in Konkurs gegangenen Read-Rite Corporation, eines Herstellers von Schreib-Lese-Köpfen. 2007 folgte schließlich der Kauf des Medienherstellers Komag. Damit konnte Western Digital wesentliche Teile einer HDD selbst herstellen.

2012 kam der nächste Schritt mit der Übernahme von HGST, mit der Western Digital einen größeren Anteil am Enterprise-Markt erringen wollte. Allerdings konnte man HGST ­wegen kartellrechtlicher Bedenken chinesischer Behörden erst 2015 als Marke integrieren und muss noch bis Oktober 2017 ein streng von WD getrenntes Sales-Team für HGST weiterführen. HGST-Technologien wie die Helium-Füllung bei HDDs habe schon länger bei WD-Produkten Einzug gehalten. Mit HGST, und noch mehr mit der Übernahme von Sandisk, die 2016 abgeschlossen wurde, hat Western Digital sein Produktportfolio um NAND-Produkte wie Speicherkarten und SSDs verbreitert.

Investition in Zukunftstechnologien

Auch für das Cloud-Zeitalter ist Western ­Digital laut Tang nun sehr gut aufgestellt: Mit SSDs für Fast Data und Realtime-Anwendungen und mit HDDs für Object-Storage. Zudem haben Sandisk und HGST komplette Storage-Systeme für Cloud- und Datacenter-Kunden im Angebot. „Etwa 60 bis 80 Prozent des Wertes eines Racks” im Cloud-Datacenter werde durch Storage-Hardware gebildet, so der WDC-Manager weiter. Schwerpunkte bei der Entwicklung seien „NVMe over Fabric“ als kommende Schnittstelle für verteilte Storage-Systeme. Zudem sei sein Unternehmen auch bei der Software-defined-Storage-Entwicklung stark involviert.

Ein Teil der neuen Strategie ist die Berufung von Martin Fink zum CTO von Western ­Digital. Der vormalige CTO von HP hat in dieser Position bereits mit Sandisk an der Entwicklung von Storage Class Memory zusammengearbeitet und war auch für „The Machine” zuständig. Bei Western Digital soll er die Kooperation mit HPE fortsetzen. Ein wichtiges Element stellt hier „ReRAM“ dar. Diese Konkurrenztechnologie zu Intels 3D XPoint hat Sandisk zusammen mit ­Toshiba entwickelt. Allerdings führt der geplante Verkauf von Toshibas Speichersparte gerade zu Unstimmigkeiten zwischen beiden Unternehmen.

Ergänzendes zum Thema
 
Western Digitals Markenstrategie

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