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Stolperfallen und Denkanstöße VMware vSphere 7 richtig lizenzieren

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Dr. Stefan Riedl

Die Lizenzierung einer VMware vSphere-Umgebung ist alles andere als einfach. VMware bietet verschiedene Bundles und Editionen, die sich nicht nur bei den Funktionen, sondern auch bei der Lizenzierung unterscheiden. Lizenzen für vSphere 6.x können zum Beispiel nicht für vSphere 7 genutzt werden.

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Die Lizenzierung einer VMware vSphere-Umgebung ist nicht gerade einfach, aber dennoch keine Hexerei.
Die Lizenzierung einer VMware vSphere-Umgebung ist nicht gerade einfach, aber dennoch keine Hexerei.
(Bild: jirsak - stock.adobe.com)

Unternehmen, die im Netzwerk bei der Virtualisierung auf VMware vSphere setzen, müssen bei der geplanten Aktualisierung zu vSphere 7 die Lizenzierung ordnungsgemäß planen. Auch beim Neuerwerb vSphere 7 gilt es einiges zu beachten. Zunächst muss dabei berücksichtigt werden, dass vSphere-6-Lizenzen nicht für die Lizenzierung von vSphere 7 genutzt werden dürfen. Es gibt aber teilweise die Möglichkeit eines Lizenz-Upgrades. Darüber hinaus gibt es weitere Neuerungen bei der Lizenzierung, die bei der Aktualisierung zur neuen Version berücksichtigt werden müssen.

Einstieg in die Lizenzierung von VMware vSphere

Die richtige Lizenzierung hat auch funktionale Auswirkung. Wenn ein ESXi 6.x-Server zur Version 7 aktualisiert wird, ist eine neue Lizenz notwendig, die auch auf dem Server eingespielt werden muss. Der Server kann ohne Lizenzierung bis zu 60 Tage im Testmodus genutzt werden. In diesem Modus verfügt er über alle Funktionen, wie bei einer Enterprise Plus-Lizenz. Nach den 60 Tagen werden diese Funktionen aber eingestellt.

Support-Verträge im ersten Jahr Pflicht

Beim Erstkauf von VMware vSphere muss immer eine Support- beziehungsweise Subscription-Lizenz bei VMware mit mindestens einem Jahr Laufzeit erworben werden. Läuft der Vertrag ab, muss er nicht verlängert werden, der Erstkauf ist aber immer notwendig. Basic Support-Verträge (12x5) umfassen Support per E-Mail, Telefon und Remotezugriff. Die Reaktionszeiten liegen zwischen 4 und 12 Stunden, es dürfen im Unternehmen 4 Ansprechpartner genannt werden. Während der Laufzeit dürfen Updates kostenlos installiert werden. Neben Basic Support kann auch Production Support (24x7) gebucht werden. Hier liegen die Reaktionszeiten zwischen 30 Minuten und 12 Stunden.

Auswahl der Editionen

vSphere 7 steht in den Editionen Standard und Enterprise Plus zur Verfügung. In der neuen Version sind auch wieder Acceleration-, ROBO- und Essential-Kits verfügbar. Es gibt in vSphere 7 aber keine Platinum Edition mehr.

VMware vSphere wird pro CPU lizenziert. Ein Server mit zwei CPUs benötigt daher zwei vSphere-Lizenzen. Bei der Lizenzierung spielen auch die CPU-Kerne (Sockets) eine Rolle. Neu ist die Begrenzung einer vSphere-Lizenz auf 32 CPU-Kerne. Wenn im Server mehr Kerne verbaut sind, sind auch entsprechend mehr vSphere-Lizenzen notwendig. Ist im Server eine CPU mit 64 Kernen verbaut, sind beim Einsatz von vSphere 7 zwei Lizenzen notwendig.

Wenn im Server zwei CPUs mit je 48 Kernen zum Einsatz kommen, müssen vier Lizenzen erworben werden. Zwar sind hier nur 96 Kerne im Einsatz, VMware erlaubt aber nicht das Lizenzieren mit drei Lizenzen, da die Lizenzen auf einen Prozessor festgeschrieben sind. Hat dieser Prozessor mehr als 32 Kerne, wird eine zweite Lizenz fällig. Beim Einsatz von zwei Prozessoren müssen in diesem Fall vier Lizenzen erworben werden. Diese decken dann pro Prozessor bis 64 CPU-Kerne ab. Es gibt aber keinen Nachlass, wenn weniger CPU-Kerne zum Einsatz kommen. Sobald die maximale Anzahl von 32 CPU-Kernen überschritten wurde, muss eine weitere Lizenz erworben werden.

Lizenz-Upgrade für vSphere-6-Lizenzen

Wenn ein laufender Support- und Lizenzvertrag mit VMware für die Version 6 besteht, gibt es die Möglichkeit, die vorhandenen Lizenzen zur Version 7 zu aktualisieren. Lizenzen für VMware vSphere Standard 6.x können auch zu vSphere 7 Enterprise Plus heraufgestuft werden. Bei der Aktualisierung der Lizenzen von vSphere 6 zu vSphere 7 ist ebenfalls wieder mindestens eine Basic Support/Subscription mit einer Laufzeit von einem Jahr notwendig.

Rabatte bei VMware

Bei VMware erhalten einige Organisationen spezielle Konditionen. So können Schulen, Universitäten und andere Ausbildungseinrichtungen Rabatte erhalten. Körperschaften, die von der Körperschaftssteuer befreit sind, haben ebenfalls die Möglichkeit, Rabatte zu erhalten. Dazu gehören Vereine, gemeinnützige Organisationen, Staatsbetriebe, Innungen sowie Handwerkskammern und Handelskammern.

Lizenzierung von VMware-Produkten in Niederlassungen

Grundsätzlich dürfen auf einem Virtualisierungshost beliebig viele VMs betrieben werden. ROBO-Lizenzen (Remote Office Branch Office Editions) sind für Unternehmen ideal, die neben der Zentrale auch in Niederlassungen auf Hosts VMs bereitstellen. Hier besteht die Möglichkeit, für die Niederlassungen gesonderte Lizenzen mit der Bezeichnung „Remote Office Branch Office Editions“ (ROBO) zu erwerben. Dazu bietet VMware Lizenzpacks mit jeweils 25-VM-Lizenzen an. Ein Lizenzpack erlaubt das Bereitstellen von 25 VMs in der Niederlassung. Reicht die Anzahl nicht aus, muss auch in den Niederlassungen vSphere Standard oder vSphere Enterprise Plus lizenziert werden.

vSphere und vCenter gemeinsam lizenzieren

In vielen Umgebungen werden die vSphere-Hosts (ESXi) mit vCenter zu einem Verbund zusammengefasst. Normalerweise wird vCenter als Serverlizenz gesondert lizenziert. Mit dem VMware vSphere Essentials Kit bietet VMware eine Lizenz für kleine Organisationen an. Pro Unternehmen darf nur ein Essentials Kit zum Einsatz kommen. Das Bundle besteht aus Lizenzen für 3 vSphere-Hosts mit bis zu 2 CPUs. Außerdem ist eine vCenter Server Essentials-Lizenz dabei. Mit dieser dürfen aber nur die drei im Kit lizenzierten Hosts verwaltet werden.

Eine Erweiterung mit zusätzlichen Lizenzen ist beim Einsatz dieser Kits nicht möglich. Allerdings haben Organisationen die Möglichkeit, das Essentials Kit zu einem Acceleration Kit heraufzustufen. Zusätzlich steht noch vSphere 7 Essentials Plus Kit zur Verfügung. Hier sind zusätzlich noch vMotion, X-Switch vMotion, High Availability, Data Protection und Replikation enthalten.

VMware vSphere 7 Enterprise Plus Acceleration Kit

Organisationen, die ein Bundle lizenzieren wollen, für die ein Essentials Kit aber nicht ausreicht, können auf Acceleration Kits setzen. Hier sind 6 Lizenzen für vSphere Enterprise Plus und eine vCenter Server Standard-Lizenz enthalten. Reichen die Lizenzen nicht aus, können einzelne Lizenzen für vSphere oder vCenter hinzu lizenziert werden. Es gibt bei Acceleration Kits nicht die Einschränkung der Essentials Kits.

vCenter getrennt lizenzieren

Neben den Essentials- und Acceleration-Kits, kann vCenter in der neuen Version 7 natürlich auch getrennt von vSphere lizenziert werden. vCenter steht in verschiedenen Editionen zur Verfügung. Mit vCenter Standard können bis zu 2.000 vSphere-Hosts verwaltet werden. Diese Edition umfasst alle Funktionen, die vCenter unterstützt. vCenter Server Foundation erlaubt die Verwaltung von Umgebungen mit bis zu 4 vSphere-Hosts. Im Essentials Kit ist vCenter Server Essentials enthalten. Diese Lizenz erlaubt nur die Verwaltung der Hosts, die im Essentials Kit integriert sind.

Jede Instanz von vCenter, die im Netzwerk installiert wird, muss auch lizenziert werden. Im Gegensatz zu vSphere spielt bei der Lizenzierung von vCenter die Hardware keine Rolle.

vCenter kann installiert oder als Appliance betrieben werden. Bei der Appliance handelt es sich um eine vorkonfigurierte VM, die schnell im Netzwerk integriert werden kann. Es spielt bezüglich der Lizenzierung keine Rolle, ob vCenter installiert oder als Appliance betrieben wird. Eine Lizenz deckt auch hier den Betrieb einer vCenter-Instanz ab.

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Über den Autor

 Thomas Joos

Thomas Joos

Freiberuflicher Autor und Journalist