»Rack Jobbing im Business-Bereich« Tech Data startet Konsignationslager mit Computacenter

Redakteur: Harry Jacob

Der Münchner Broadliner Tech Data hat mit Computacenter eine enge Logistikpartnerschaft vereinbart. Das gesamte HP-Sortiment liefert Tech Data exklusiv über ein Konsignationslager. Die Ware läuft zudem nicht mehr über das tschechische Bor, sondern kommt direkt vom Hersteller.

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Für Tech Data ist das Thema »Integrated Consignment Stock« ein Zukunftsmodell, für die IT-Branche sei es eine Premiere, teilt der Distributor mit. Der Dienstleister Computacenter bekommt künftig sämtliche HP-Produkte, die nach einem Bestückungsplan festgelegt sind, ins eigene Lager in Kerpen gestellt.

Der Clou: erst wenn die Ware verkauft ist und aus dem Lager entnommen wird, muss sie auch bezahlt werden. Eingebunden in den Deal ist auch Hewlett-Packard. Dadurch ist es möglich, dass die Ware direkt vom Hersteller aus nach Kerpen geliefert wird – und der teure Umweg über das Zentrallager von Tech Data im tschechischen Bor vermieden wird.

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Laut Marcus Haberschusz, Director Operations bei Tech Data Deutschland, ist es eine Win-Win-Situation für beide Seiten: der Distributor profitiert von der Ausweitung der Volumen, da die Lieferungen von HP exklusiv über Tech Data erfolgen. Zudem reduziert sich durch die Direktlieferung von HP an Computacenter die Lieferkette um einen Schritt, der dem Distributor Kosten spart. Der Dienstleister wiederum gewinnt Zeit, denn die Ware ist bei Bedarf direkt verfügbar, und gleichzeitig minimiert er sein Risiko, da er keine Lagerabwertung für Produkte im Konsignationslager durchführen muss.

Distribution modernisiert

Haberschusz betont: »Das Konsignationslager ist ein Zukunftsmodell, das uns zusätzliche Chancen und Marktpotenziale bietet. In der aktuellen Marktsituation ist es wichtig, gemeinsam mit strategischen Geschäftspartnern neue, innovative Wege zu beschreiten. Die Inbetriebnahme bietet allen beteiligten Parteien, also sowohl Computacenter und ihren Kunden als auch uns, eine Menge Vorteile.« Und Oliver Tuszik, CEO von Computacenter, betätigt: »Im Endausbau handelt es sich bei Integrated Consignment Stock um ein modernes Modell des Rack Jobbings im B2B-Bereich, wobei sich die Stärken der beiden Partner – Kompetenz im Verfügbarkeitsmanagement des Distributors und kundenspezifische Bevorratung und Produktveredelung des IT-Dienstleisters – zu einer effizienteren Supply Chain ergänzen.«

Auch wenn das Projekt erst seit wenigen Wochen im Live-Betrieb läuft, ist es für Haberschusz schon jetzt eine Erfolgsstory, die sich mit anderen Dienstleistern, aber auch anderen Herstellern wiederholen lasse. Voraussetzung sei aber das Vertrauen, in eine langjährige Partnerschaft zu investieren. Das war bei Computacenter gegeben. Dass Haberschusz selbst dort einige Jahre in leitenden Positionen tätig war, »mag eine Rolle gespielt haben«, meint er.

Wichtiger als das seien jedoch die Kompetenz und das Engagement des Teams sowie die in vielen Jahren gewachsene Beziehung zwischen Distributor und Dienstleister gewesen. Die Preise seien »im akzeptablen Rahmen gelegen«, gepunktet habe man aber auch beim Portfolio, da man dank der VAD-Tochter Azlan Zugriff auf die gesamte HP-Produktpalette habe, die bei Computacenter zum Einsatz kommt.

Zeit gewonnen

Dank der guten Zusammenarbeit hatte man das Projekt sogar drei Monate früher als geplant starten können. »Es geht doch um die Menschen«, stellt der Tech-Data-Manager heraus. Die Mitarbeiter der beiden Unternehmen hätten an einem Strang gezogen und eine exzellente Kommunikation gepflegt. So waren die technischen Hürden schneller überwunden als zunächst erwartet.

Nun werde man auch andere Hersteller angehen, um sie für das Thema »Integrated Consignment Stock« zu gewinnen. Die Anforderungen seien nicht hoch: verläßlich und pünktlich mit den richtigen Papieren an den Kunden zu liefern. Tech Data sorge mit seinen Systemen und Mitarbeitern dafür, dass die Daten- und Prozessqualität stimmt. »Die Qualitätssicherung ist das entscheidende. Ohne die würde so ein Projekt schnell scheitern«, weiß Haberschusz.

Gut gerüstet

Für die Zusammenarbeit mit den Systemhäusern sei Tech Data gut aufgestellt. Man beherrsche die Basics – die Qualität der Logistik –, biete gemeinsam mit der Tochter Azlan ein vollständiges Sortiment, so dass man als »Single Point of Contact« agieren kann, und biete dazu eine sehr gute Betreuung durch die Key Accounts.

Auf die Frage, ob das Portfolio wirklich noch ausreichend sei, nachdem in der Vergangenheit einige Distributionsverträge verloren worden waren, zeigt sich Marcus Haberschusz selbstbewußt: »Wir haben ein professionelles Team. Das ist dabei, die nötigen Optimierungen zu schaffen. Wenn wir feststellen, dass es Lücken gibt im Sortiment, dann werden wir die schließen – ganz einfach!« Der Anfang ist bereits gemacht, denn zur Hausmesse vor zwei Monaten konnten unter anderem Verträge mit Samsung, EVGA, Take MS und Qimonda abgeschlossen werden.

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