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Schwächelnde Konjunktur verstärkt die Sorgen um die Auftragslage Stundensatz gestiegen, doch nicht wie gewünscht

Autor: Sarah Gandorfer

Die Wirtschaftslage schwächelt, doch Digitalisierung steht weiterhin hoch im Kurs. Darüber können sich Freelancer freuen, auch wenn der Stundenlohn langsamer wächst als gewünscht. Weniger erfreulich ist die Zurückhaltung der Unternehmen bei der Auftragsvergabe.

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Die sich abschwächende Konjunktur wirkt sich noch nicht auf die Stundenlöhne von IT-Experten aus.
Die sich abschwächende Konjunktur wirkt sich noch nicht auf die Stundenlöhne von IT-Experten aus.
(Bild: © fotomek - stock.adobe.com)

Die Konjunkturprognosen für die nähere Zukunft sind nicht ganz so rosig. Dennoch wirkt sich das derzeit noch nicht auf den Projektmarkt von IT- und Engineering-Freelancern aus. Hier sind die Stundensätze im Schnitt um drei Prozent gestiegen und auch die Wachstumsdynamik des Stundensatzes beschleunigte sich im Fünf-Jahres-Vergleich. Der durchschnittlich erzielte Bruttostundensatz stiegt 2019 auf 92,96 Euro.

Die Hoffnungen der Freelancer, ihr Honorar würde um 7,4 Prozent steigen und so einen Stundensatz von 96,53 Euro erreichen, wurde demnach verfehlt. Nichtsdestotrotz verstärkten die realisierten Zuschläge die Wachstumsdynamik im Vergleich zur letzten Erhebung. Von 2014 bis 2019 stieg der Bruttostundensatz über die Jahre gemittelt um 3,2 Prozent, von 2013 bis 2017 war es lediglich eine Steigerungsrate von 2,8 Prozent. Diese Zahlen gehen aus dem „New Work Kompendium“ (ehemals Freelancer Studie) von Gulp hervor.

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Mit der schwächelnden Konjunktur kommen bei den Freiberuflern immer mehr Bedenken auf, wie es mit Folgeaufträgen aussieht. Die Zahl der Besorgten stieg im Vergleich zu 2017 von 6,4 auf 17,8 Prozent. Rund 54 Prozent von ihnen haben schon jetzt keine neuen Aufträge in Aussicht oder sehen die Auftragslage allgemein negativ. In etwa ebenso viele befürchten, dass Unternehmen zukünftig weniger Aufträge an Freelancer weitergeben, da diese sparen oder umstrukturieren müssen. Laut einer Lünendonk-Studie möchte, nach Schätzung verschiedener großer Recruiting-Agenturen, jede zehnte Firma gar keine Freelancer mehr einsetzen. Das Problem sei hierbei nicht das fehlende Budget, sondern die schwierige rechtliche Lage beim Einsatz von Freiberuflern.

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Einig sind sich die Analysten beider Häuser, dass es trotz abnehmender Konjunktur weiterhin viele Digitalisierungsprojekte am Markt gibt und der Bedarf an Experten für die Umsetzung dieser hoch ist. „Unternehmen sind gezwungen die digitale Transformation voranzutreiben, um nicht den Anschluss an den Markt zu verpassen“, betont Ertan Demirel, Geschäftsführer bei Gulp Information Services. „Mit dem eigenen IT-Team sind Projekte oft nur schwer und zeitaufwändig zu realisieren. Eine Unterstützung durch Freelancer bringt nicht nur Kompetenz, sondern verspricht auch eine schnellere und sichere Umsetzung dieser Projekte.“

So glauben die Marktforscher von Gulp, dass, ganz im Sinne von New Work, zukünftig weiterhin interne Teams mit externen Experten ergänzt werden. Unternehmen profitieren dabei von rein temporären Kosten und einem schneller Return on Investment, da sinnvoll umgesetzte Konzepte eine höhere Produktivität garantieren.

Das New Work Kompendium

Bisher hatte sich die Gulp Freelancer Studie allein der Beurteilung des Projektmarkts für Freiberufler und Solo-Selbstständige gewidmet. Das „New Work Kompendium“ bricht erstmals die Silos der Vertragsformen auf und richtet sich an alle IT- und Engineering-Experten, unabhängig davon, ob sie frei oder fest angestellt sind. Zwischen September 2018 und August 2019 nahmen 1.907 Teilnehmer an der Befragung teil. Die Ergebnisse werden nach und nach in der „Gulp Knowledge Base“ veröffentlicht, dabei werden jeweils unterschiedliche Teilnehmer-Segmente und Gesichtspunkte betrachtet.

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Über den Autor

 Sarah Gandorfer

Sarah Gandorfer

Redakteurin bei IT-BUSINESS