Distri-Award
– Jetzt zur Umfrage!

Suchen

Potenzielles Spin-off Solarwinds plant Abspaltung des MSP-Geschäfts

| Autor: Sarah Böttcher

Solarwinds erwägt, laut Aussage des Vorstands, die Abspaltung des MSP-Geschäfts, welches aktuell unter dem Tochterunternehmen Solarwinds MSP firmiert. Solarwinds würde künftig sein Kerngeschäft mit IT-Management-Lösungen weiterführen.

Firmen zum Thema

Die Solarwinds-Tochter Solarwinds MSP und der Mutterkonzern könnten bald getrennte Wege gehen.
Die Solarwinds-Tochter Solarwinds MSP und der Mutterkonzern könnten bald getrennte Wege gehen.
(Bild: © lassedesignen - stock.adobe.com)

Das 1999 gegründete amerikanische Unternehmen Solarwinds denkt momentan über ein Spin-off des eigenen, auf Managed Service Provider (MSPs) fokussierten, Tochterunternehmens Solarwinds MSP nach. Sollte es zu einer Abspaltung kommen, wird das MSP-Geschäft in eine „neu geschaffene, separat gehandelte Aktiengesellschaft“ überführt. Sollte das Spin-off vollzogen werden, würde das eigenständige Unternehmen „umfassende und skalierbare IT-Service-Management-Lösungen bereitstellen, mit denen MSPs IT-Services für ihre mittelständischen Kunden bereitstellen und ihre eigenen Unternehmen effizienter verwalten können.“ Solarwinds würde sein Kerngeschäft mit IT-Management-Lösungen weiterführen. IT-Monitoring, IT-Service-Management und IT-Security bilden aktuell die Standbeine für das „IT Operations Management“ von Solarwinds.

Mögliches Spin-off erst 2021

Durch das Spin-off, davon ist der Solarwinds-Vorstand überzeugt, würden die Aktionäre die Leistung und das Potenzial beider Unternehmen klarer bewerten können. Die Festlegung spezifischer und unabhängiger Ziele soll sowohl dem IT-Management- als auch dem MSP-Unternehmen ermöglichen, Investitionen und Ziele zu verwalten, die enger auf die Marktanforderungen und Kundenanforderungen jedes Unternehmens zugeschnitten sind. „Sollten wir die Abspaltung vorantreiben, wäre zu erwarten, dass sich das Kerngeschäft mit IT-Management auf die Aufrechterhaltung der erstklassigen Gewinnmargen fokussiert, während sich das MSP-Geschäft auf langfristiges Wachstum mit starken, differenzierten Rentabilitätskennzahlen für das SaaS-Business konzentriert“, erläutert Kevin Thompson, Präsident und CEO bei Solarwinds, den Grund für eine mögliche Abspaltung.

Ob sich die Ausgliederung der MSP-Sparte realisieren wird, hängt jedoch von vielen Faktoren, unter anderem von der Genehmigung durch den Verwaltungsrat von Solarwinds ab. Zudem ist fraglich, ob sich die Ausgliederungstransaktion wie beschrieben, realisieren lässt. Sollte es zu einer Trennung kommen, wird sich diese erste gegen Ende des ersten Quartals 2021 vollziehen, heißt es aus Unternehmenskreisen. Die Anteilseigner würden künftig Aktien beider Firmen halten.

Ergänzendes zum Thema
Kommentar: Was steckt hinter dem möglichen Spin-off?

Die auf Managed Service Provider spezialisierte Tochterfirma Solarwinds MSP entstand vor vier Jahren aus N-able Technologies und Logicnow, einem konkurrierenden Anbieter Cloud-basierter IT-Service-Management-Lösungen. Der Cloud Service Provider N-able Technologies wurde 2013, LogicNow drei Jahre später übernommen. 2016 kommunizierte Thompson noch eine klare MSP-Ausrichtung, mit den Worten: „Solarwinds ist dem wachsenden MSP-Markt verpflichtet.“ Der Erwerb von LogicNow sowie die Entstehung von Solarwinds MSP somit der „natürlich nächste Schritt“.

Weshalb nun das Lösungs- und das MSP-Geschäft nicht mehr miteinander vereinbar sein sollen, wird in der öffentlichen Bekanntmachung nicht erklärt. Doch da Solarwinds mit dem Gedanken spielt, beide Geschäftsbereiche zu trennen, wird der Eindruck geweckt, diese würden nun nicht mehr zusammen passen. Auf Nachfrage von IT-BUSINESS nannte Thompson unterschiedliche Wachstumszyklen beider Geschäftsfelder für den ausschlaggebenden Grund eines möglichen Spin-offs: „Beide Unternehmen unterstützen Märkte, die zwar in vielerlei Hinsicht ähnlich sind, jedoch unterschiedliche Punkte in ihren Wachstumskurven erreicht haben. Wenn diese Abspaltung stattfindet, könnten wir unserer Meinung nach die Möglichkeit haben, noch mehr dedizierte Ressourcen einzusetzen, um sowohl für den traditionellen IT-Profi als auch für den MSP auf einzigartige Weise zu arbeiten. Aus unserer Sicht auf den Markt glauben wir, dass die zweite Wachstumswelle ziemlich schnell eintreten wird, und wir möchten sicher sein, dass wir alles tun, um den MSPs die Chance zu geben, davon zu profitieren. Ob wir diesen Schritt gehen werden oder nicht, unser Partner-First-Fokus wird weiterhin unsere oberste Priorität bleiben.“

(ID:46764861)

Über den Autor

 Sarah Böttcher

Sarah Böttcher

Online CvD & Redakteurin