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Social Media: für viele Systemhäuser ein Eigentor

| Redakteur: Sarah Böttcher

Auswertungen von IQITS ergaben: Häufig erhält der Website-Besucher den Eindruck, der Anbieter habe kurzzeitig mit Social Media experimentiert und dann die Lust verloren. Image-Schäden sind so vorprogrammiert.
Auswertungen von IQITS ergaben: Häufig erhält der Website-Besucher den Eindruck, der Anbieter habe kurzzeitig mit Social Media experimentiert und dann die Lust verloren. Image-Schäden sind so vorprogrammiert. (Bild: pixabay)

Auswertungen der Webauftritte von 120 KMU-Systemhäusern und -Dienstleistern durch IQITS haben großen Nachholbedarf in puncto Social Media aufgedeckt.

63 Prozent der Europäer zwischen 16 und 74 Jahren nutzen laut Eurostat soziale Netzwerke. Deutschland hinkt dem Durchschnitt etwas hinterher, doch laut Statista sind immerhin 30 Millionen Deutsche auf Facebook aktiv, neun Millionen auf Instagram.

Man würde also vermuten, dass hiesige KMU-Systemhäuser und -Dienstleister eifrig auf Social Media bauen. Der Umgang damit ist jedoch oft so lustlos, dass er dem Unternehmen eher schadet als hilft, wie erste Analysen von IQITS im Rahmen des Qualitätsindex IT-RX („IT-Reseller Experience“) belegen.

Umfrageergebnisse

Der Status quo in Zahlen: 62 Prozent der bisher untersuchten 120 Systemhäuser im KMU-Markt haben gar keine Social-Media-Kanäle auf ihrer Website, nur gut ein Drittel (38 Prozent) verlinkt auf eigene Social-Media-Profile. Von diesem Drittel haben 93 Prozent eine Facebook-Präsenz – doch jede dritte (37 Prozent) ist veraltet. Noch dürftiger ist die Lage bei Google+ (Nutzung 25 Prozent, 75 Prozent veraltet) und YouTube (Nutzung 20 Prozent, 63 Prozent veraltet).

Zu oft haben Unternehmen zwar ein Social-Media-Konto, die Nutzung jedoch ist mehr als mangelhaft.
Zu oft haben Unternehmen zwar ein Social-Media-Konto, die Nutzung jedoch ist mehr als mangelhaft. (Bild: IQITS)

Zeitmangel dürfte die Hauptursache hierfür sein, kombiniert mit einer Unterschätzung von Social Media, wenn es nicht schnell neue Leads erzeugt. Dabei gibt es im deutschsprachigen Raum zwölf Millionen Nutzer beim B2B-Netzwerk Xing, elf Millionen bei dessen Konkurrent LinkedIn und rund eine Million bei Twitter, dem insbesondere bei PR- und Marketing-Leuten beliebten Kurznachrichtendienst. 43 Prozent der untersuchten Systemhäuser sind auf Xing vertreten, 32 Prozent auf Linked­In. Hier präsentiert man sich jedoch in aller Regel rein mit Unternehmensinformationen, bemüht sich also nicht um Aufbau und Pflege einer Community. Und 55 Prozent unterhalten Twitter-Kanäle, doch aktuell sind davon gerade einmal 32 Prozent.

Ergänzendes zum Thema
 
Der IT-Reseller Experience (IT-RX) Index

IQITS zufolge erweckt ein lückenhafter Social-Media-Auftritt den Eindruck, der Anbieter sei am Austausch mit dem Markt nicht wirklich interessiert. Systemhäuser sollten somit zunächst ermitteln, welche Social-Media-Kanäle für sie relevant sind, und sich diesen dann in dem Maß widmen, das sie mit den vorhandenen Ressourcen dauerhaft stemmen können. Denn im Social Web ist Nichtstun ein Fauxpas, und Nachlässigkeit schädigt den guten Ruf.

Ausgezeichnet: Lunaticnet

Eine exzellente Reputation im Markt hängt nicht unbedingt von der Unternehmensgröße ab – das zeigt das Beispiel von Lunaticnet | IT Solutions aus Puchheim. Das 2001 gegründete Unternehmen schaffte es mit einem schlagkräftigen Team von sieben Mitarbeitern an die Spitze der IQITS-Auswertung in der Region Fürstenfeldbruck.

Gleich in mehreren Kategorien konnte der IT-Dienstleister die Mitbewerber hinter sich lassen. So ist Lunaticnet beispielsweise im Bereich ­Social Media der Konkurrenz mindestens einen Schritt voraus. Das Unternehmen ist auf mehreren Plattformen aktiv und teilt regelmäßig Inhalte über Facebook, Twitter und Xing. Unter anderem nutzt Lunaticnet die neuen Kanäle, um vor aktuellen Security-Problemen zu warnen und auf neue IT-Trends hinzuweisen.

Kai Büscher, Geschäftsführer Lunaticnet
Kai Büscher, Geschäftsführer Lunaticnet (Bild: Peter Prasilik)

Auch wenn sich die Social-Media-Aktivitäten nicht alle sofort in neuen Projekten niederschlagen – der IT-Dienstleister demonstriert mit seiner Online-Präsenz Kundennähe, Erreichbarkeit und die Bereitschaft, sich auf neue Entwicklungen einzulassen. „Als IT-Dienstleister möchten wir einfach immer an vorderster Front mitspielen“, sagt Geschäftsführer Kai Büscher. „Wer nicht am Ball bleibt, wird früher oder später ausgemustert.“ Lunaticnet investiert daher auch permanent in die Weiterbildung seiner Mitarbeiter und kann eine beeindruckende Anzahl von Herstellerzertifizierungen nachweisen. Unter anderem arbeitet der Dienstleister mit Barracuda, HPE, Microsoft, NetApp, Veeam und VMware zusammen. Damit ist das Team in der Lage, auch komplexere Projekte im Bereich IT-Infrastruktur zu stemmen und kompetenten Service aus einer Hand zu bieten.

Was die kleineren mittelständischen Kunden an dem IT-Dienstleister besonders schätzen, sind die kurzen Reaktionszeiten im Alltag: „Unser Anspruch ist immer, IT-Lösungen zu liefern, die den entscheidenden Punkt besser sind“, so Büscher. „Dazu gehört vor allem auch: Für den Kunden genau dann da zu sein, wenn er uns braucht.“

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