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Ubuntu und Windows 10 parallel nutzen

So richten Sie Linux im Dual-Boot mit Windows ein

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Andreas Donner

Wer gerne die Vorteile von Linux und Windows parallel nutzen möchte, kann beide Betriebssysteme gemeinsam installieren und den Start des gewünschten Systems über einen Boot-Manager auswählen.
Wer gerne die Vorteile von Linux und Windows parallel nutzen möchte, kann beide Betriebssysteme gemeinsam installieren und den Start des gewünschten Systems über einen Boot-Manager auswählen. (Bild: Joos / Ubuntu)

Um Linux effizient auf Workstations nutzen zu können, bietet es sich an, das Open-Source-Betriebssystem parallel zu Windows in eine eigene Installation zu packen und über einen Boot-Manager das jeweils benötigte System beim Rechnerstart auszuwählen.

Zwar bietet Windows 10 mit dem Windows-Subsystem für Linux die Möglichkeit, innerhalb von Windows eine Linux-Distribution und deren Programme einzubinden, allerdings handelt es sich dabei nicht um eine eigenständige Installation. Auch der Linux-Betrieb als virtuelle Maschine (VM) ist möglich, aber auch dabei ist Linux vom Host-Betriebssystem abhängig.

Eine weitere Möglichkeit Windows und Linux parallel zu nutzen, ist der Linux-Betrieb auf Basis eines Live-Systems oder der Start des Open-Source-Betriebssystems von einem USB-Stick. Da vor allem Ubuntu von vielen Anwendern genutzt wird und dieses System auch problemlos parallel zu Windows installiert werden kann, zeigen wir hier die Vorgehensweise dieses Parallelbetriebs am Beispiel von Windows 10 (Version 1909). Natürlich kann Ubuntu aber auch parallel zu Windows 7 und Windows 8/8.1 installiert werden.

Festplatten für Linux und Windows vorbereiten

Idealerweise sollte für Linux eine eigene Festplatte genutzt werden, damit das System möglichst selbstständig funktioniert. Sollte das nicht möglich sein, kann Ubuntu auch gemeinsam mit Windows auf einer Festplatte betrieben werden. Dabei kann es allerdings zu Problemen kommen. Sinnvollerweise sollte hier vor der Installation von Linux eine Komplettsicherung des Computers gemacht werden.

Ist im System nur eine Festplatte verfügbar, muss die Windows-Partition verkleinert werden. Dazu sollten im Vorfeld alle überflüssigen Daten gelöscht oder verschoben werden, damit möglichst viel freier Platz entsteht. Um die Windows-Partition zu verkleinern wird die Datenträgerverwaltung „diskmgmt.msc“ in Windows geöffnet.

Zum Verkleinern wird die Partition mit der rechten Maustaste angeklickt und die Option „Volume verkleinern“ ausgewählt. Danach überprüft Windows, wie stark die Partition verkleinert werden kann. Mit der Ausführung des Befehls entsteht freier Platz für Linux.

Es ist zudem generell sinnvoll, eine Daten-Partition mit FAT32-Dateisystem zu erstellen. Eine so formatierte Datenpartition kann problemlos von beiden Betriebssystemen zur Speicherung von Daten verwendet werden und die dort abgelegten Daten stehen somit in beiden Betriebssystemen zur Verfügung. Zwar kann Linux generell auch auf NTFS-Partitionen zugreifen, es ist aber einfacher eine FAT32-Partition gemeinsam zu nutzen.

In Windows 10 sollte der Schnellstart deaktiviert werden. Ansonsten kann es zu Problemen kommen, wenn Windows oder Linux heruntergefahren werden. Der Schnellstart ist nur für den Betrieb von Windows 10 als alleiniges Betriebssystem geeignet. Zum Einstellen wird nach „Systemsteuerung“ im Suchfeld des Startmenüs gesucht. Die notwendige Konfiguration ist bei „Hardware und Sound\Energieoptionen“ zu finden. Abhängig von der eingesetzten Windows-Version ist hier „Auswählen, was beim Drücken des Netzschalters….“ oder „Netzschalterverhalten ändern“ zu finden. Über „Einige Einstellungen sind momentan nicht verfügbar“ werden alle vorhandenen Einstellungen angezeigt. Sind alle Einstellungen verfügbar sollte die Option „Schnellstart aktivieren“ deaktiviert werden.

Ubuntu installieren

Wurde Windows vorbereitet, kann der Rechner mit der Ubuntu-Installations-DVD gestartet werden. Diese kann übrigens über das Internet als ISO-Datei heruntergeladen und dann als Datenträgerabbild auf dem Computer gebrannt werden. Im BIOS/UEFI muss noch eingestellt werden, dass vom entsprechenden Datenträger gebootet wird. Danach kann im Bootmenü von Ubuntu die Option „Install Ubuntu“ ausgewählt werden.

Anschließend startet die Installation von Ubuntu. Hier wird zunächst die Sprache der Installation ausgewählt. Auch die Art der Installation, also welche Programme installiert werden sollen, und ob Ubuntu während der Installation auch Updates herunterladen soll, wird im Assistenten ausgewählt.

Bei der Installationsart erkennt Ubuntu, dass Windows bereits auf dem Rechner installiert ist. In diesem Fall wird die Option „Ubuntu neben Windows Boot Manager installieren“ angezeigt. Hier ist es wichtig, dass diese Option auch verfügbar und aktiviert ist. Anschließend kann mit „Jetzt installieren“ die Installation gestartet werden. Anschließend zeigt der Installationsassistent an, dass eine leere Partition gefunden wurde, und der Installations-Assistent diese mit ext4, dem Linux-Dateisystem formatiert. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Auswahl der Partition auch stimmt.

Im Assistenten kann mit der Option „Etwas Anderes“ auch eine eigene Partition angelegt werden. Hierfür sollte aber etwas Erfahrung mit Linux und Festplattenpartitionen vorhanden sein. Über den Assistenten kann auch ein neuer Benutzer angelegt werden. Auch der Name des Computers wird an dieser Stelle festgelegt. Danach wird Linux installiert. Ist die Installation abgeschlossen, startet der Rechner neu. Nun kann ausgewählt werden, welches Betriebssystem gestartet werden soll.

Ubuntu und Windows parallel nutzen

Danach steht Ubuntu zur Verfügung. Startet der PC neu, steht jeweils das Boot-Menü von Ubuntu zur Verfügung. Als Boot-Manager kommt normalerweise Grub zum Einsatz. Damit kann ausgewählt werden, ob Ubuntu oder der Windows-Boot-Manager starten soll. Sind im Windows-Boot-Manager auch andere Windows-Systeme eingebunden, werden diese im Windows-Boot-Manager angezeigt und können von dort aus gestartet werden.

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