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Smartphone-Nachfrage sinkt, Umsatz steigt

| Autor: Heidemarie Schuster

Die Smartphone-Verkaufspreise steigen fast überall an.
Die Smartphone-Verkaufspreise steigen fast überall an. (Bild: Pixabay)

Die weltweite Nachfrage nach Smartphones fiel im ersten Quartal 2018 um 2 Prozent auf 347 Millionen Geräte. Der durchschnittliche weltweite Verkaufspreis stieg allerdings auch im ersten Quartal 2018 an. Das wirkte sich positiv auf den Umsatz aus, der im Vorjahresvergleich um 18 Prozent zulegen konnte, obwohl weniger Geräte verkauft wurden.

Im ersten Quartal 2018 wurden laut den Marktforschern von GfK weltweit 347 Millionen Smartphones verkauft, was 2 Prozent weniger sind als noch im ersten Quartal 2017. Besonders in China (- 6 Prozent) und in Nordamerika (- 5 Prozent) wurden weniger Smartphones verkauft. Der durchschnittliche weltweite Verkaufspreis stieg im ersten Quartal 2018 jedoch weiter an und lag um 21 Prozent höher als im ersten Quartal 2017. Damit stiegen die Umsätze um 18 Prozent.

„Zu Beginn dieses Jahres zeigt sich eine ganz andere Entwicklung als Ende 2017, als die Smartphone-Nachfrage auf einem Höchststand war. Im Vergleich zum Vorjahresquartal ist die weltweite Smartphone-Nachfrage im ersten Quartal 2018 gesunken“, so Arndt Polifke, Experte für Telekommunikation bei GfK. „Das ist eigentlich keine Überraschung, da immer mehr Märkte den Sättigungspunkt erreicht haben. Auf der anderen Seite nehmen die Verbraucher die neuesten Innovationen der Smartphone-Marken an und tendieren nun zum Kauf höherpreisiger Modelle. Der durchschnittliche Verkaufspreis stieg deshalb im Vergleich zum Vorjahr deutlich um 21 Prozent auf 374 US-Dollar und der weltweite Umsatz wuchs um 18 Prozent – eine außerordentliche Wachstumsrate für eine etablierte Branche.“

Westeuropa

In Westeuropa stieg der Smartphone-Umsatz im ersten Quartal 2018 um 23 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Maßgeblich für diese Entwicklung war ein um 26 Prozent höherer durchschnittlicher Verkaufspreis, der auf die wachsende Nachfrage im Ultra-High-End-Segment zurückzuführen ist. Insgesamt fiel die Smartphone-Nachfrage in Westeuropa im Vergleich zum Vorjahr jedoch um zwei Prozent auf 28,3 Millionen Geräte. Die größten Rückgänge im ersten Quartal verzeichneten die Märkte in Großbritannien, Spanien und Frankreich, wo die Nachfrage um 11, 7 und 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr fiel. Während der durchschnittliche Verkaufspreis wahrscheinlich weiter steigen wird, geht die GfK in dieser Region von stagnierenden Verkaufszahlen im Jahr 2018 aus.

Mittel- und Osteuropa

Der Umsatz in Mittel- und Osteuropa stieg im Vorjahresvergleich um 35 Prozent auf 5,9 Milliarden US-Dollar. Grund für dieses Wachstum waren ein um 29 Prozent höherer durchschnittlicher Verkaufspreis sowie eine um 5 Prozent auf 19,7 Millionen Geräte gestiegene Nachfrage. Die Ukraine trug wesentlich zu diesem Anstieg der Nachfrage bei: Sie lag um 23 Prozent höher als im ersten Quartal 2017. Die Nachfrage in Russland und Polen, den beiden größten Märkten in der Region, wuchs jeweils um 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Mit Blick auf das gesamte Jahr prognostiziert die GfK, dass anhaltendes Wachstum in Russland und der Ukraine die Smartphone-Nachfrage in der Region um 7 Prozent steigern wird.

Durchschnittlicher Verkaufspreis für Smartphones steigt an

GfK-Marktzahlen

Durchschnittlicher Verkaufspreis für Smartphones steigt an

29.01.18 - Die weltweite Nachfrage nach Smartphones stieg der GfK zufolge im vierten Quartal 2017 um ein Prozent an. Der durchschnittliche Verkaufspreis lag sogar zehn Prozent höher. Insgesamt wurden 2017 rund 1,64 Milliarden Geräte verkauft. lesen

Nordamerika

In Nordamerika ging die Nachfrage nach Smartphones um geschätzte 5 Prozent auf 35,8 Millionen Geräte zurück. Die GfK geht davon aus, dass die Nachfrage in Nordamerika im gesamten Jahr 2018 lediglich um 2 Prozent sinken wird.

Lateinamerika

In Lateinamerika stieg die Nachfrage im ersten Quartal 2018 erneut. Es wurden 32,8 Millionen Geräte verkauft, das entspricht einem Wachstum von 3 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Zwar fiel die Nachfrage in diesem Quartal sowohl in Brasilien (um 4 Prozent im Vorjahresvergleich) als auch in Chile (um 18 Prozent im Vorjahresvergleich). Dieser Rückgang wurde aber von einem starken Wachstum in Kolumbien (plus 41 Prozent im Vorjahresvergleich) und Argentinien (plus sechs Prozent im Vorjahresvergleich) ausgeglichen. Die rückläufige Nachfrage in Brasilien hat allerdings Auswirkungen auf die Gesamtprognose. Die GfK geht davon aus, dass die Nachfrage in Lateinamerika in diesem Jahr nur um 3 Prozent wachsen wird.

Naher Osten und Afrika

Im Nahen Osten und in Afrika stieg der Smartphone-Umsatz im ersten Quartal 2018 um 7 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 11,4 Milliarden US-Dollar. Die Nachfrage wuchs um 2 Prozent auf 44,1 Millionen Geräte. Ausschlaggebend für dieses Wachstum waren vor allem Ägypten und Südafrika, die um 42 Prozent beziehungsweise 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr zulegten. In beiden Ländern wuchs die Nachfrage, da noch mehr Verbraucher von Feature-Phones zu leistungsfähigeren Smartphones wechselten. Die GfK geht davon aus, dass die Nachfrage in der Region im Jahr 2018 um vier Prozent steigen wird.

China

Im Gegensatz zum letzten Jahr sorgten Promotions rund um das chinesische Neujahrsfest nicht für ein Wachstum der Smartphone-Nachfrage in China. Im Vergleich zum Vorjahresquartal fielen die Verkaufszahlen im ersten Quartal um 6 Prozent auf 109,6 Millionen Geräte. Der Umsatz wuchs jedoch um 14 Prozent – sowohl einheimische als auch internationale Marken konnten die chinesischen Verbraucher davon überzeugen, höherwertige Geräte zu kaufen. Die Online-Verkäufe stiegen weiterhin stark, konnten jedoch die Rückgänge insgesamt nicht ausgleichen. Der chinesische Markt wird sich weiter dem Sättigungspunkt nähern und die GfK geht davon aus, dass die Smartphone-Nachfrage im Jahr 2018 um 4 Prozent sinken wird.

Industrieländer Asien

In den Industrieländern Asiens (Australien, Hongkong, Japan, Neuseeland, Singapur, Südkorea, Taiwan) wuchs der Smartphone-Umsatz um 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 12,4 Milliarden US-Dollar. Diese Entwicklung ist dem durchschnittlichen Verkaufspreis zu verdanken, der um 16 Prozent auf 707 US-Dollar stieg. Die Nachfrage fiel im ersten Quartal 2018 im Vorjahresvergleich um 3 Prozent auf 17,6 Millionen Geräte. Obwohl Australien ein starkes Nachfragewachstum von 22 Prozent gegenüber dem Vorjahr verzeichnete, wurde dies durch einen Rückgang der Nachfrage um 16 Prozent in Südkorea ausgeglichen. Auch für die Jahresprognose der Region spielt diese Entwicklung eine Rolle. Die GfK geht von einem Rückgang der Nachfrage um 4 Prozent im Jahr 2018 aus.

Schwellenländer Asien

In den Schwellenländern Asiens (Bangladesch, Indien, Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Thailand, Vietnam) blieb die Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr unverändert und belief sich auf 58,7 Millionen Geräte. Aufgrund des steigenden durchschnittlichen Verkaufspreises wuchs der Umsatz jedoch um 14 Prozent. In Indien sank die Smartphone-Nachfrage um vier Prozent, da ein erhöhtes Angebot günstiger, 4G-fähiger Feature-Phones Verbraucher teilweise vom Kauf eines Smartphones abhielt. In Indonesien und den Philippinen hingegen stieg die Nachfrage um 18 beziehungsweise 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Marktforscher von GfK prognostizieren für die Schwellenländer Asiens ein Wachstum der Smartphone-Nachfrage um 7 Prozent für das Jahr 2018.

Zur Studie

Die GfK-Prognose gründet sich auf die tatsächlichen getätigten Einkäufe der Endverbraucher und nicht auf die über die Hersteller ausgelieferten Einheiten. Die Marktgrößen basieren auf Point-of-Sale (POS) Tracking in mehr als 75 Märkten mit wöchentlichen beziehungsweise monatlichen Updates. Für die USA nutzt GfK keine Handelsdaten, sondern eigene Markt- und Konsumforschungsmethoden, um Marktprognosen zu erstellen. Die Werte basieren auf nichtsubventionierten Einzelhandelspreisen.

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