Gfu-Studie Smart Home ist interessant, aber noch nicht Alltag

Autor: Ann-Marie Struck

Die Jalousien fahren automatisch runter, und die Heizung kann einfach per Smartphone-App angeschaltet werden. Das smarte Heim ist faszinierend. Die Nutzung von Smart-Home-Lösungen hält sich noch in Grenzen, wie eine Studie der Gfu zeigt.

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Im vernetzten Zuhause können viele Geräte per App auf einem Smartphone oder Tablet gesteuert werden.
Im vernetzten Zuhause können viele Geräte per App auf einem Smartphone oder Tablet gesteuert werden.
(Bild: ltstudiooo - stock.adobe.com)

Smart ist heutzutage vieles: der Lichtschalter, die Garagentüre und sogar der Kühlschrank. Dabei gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, die vernetzen Geräte zu steuern. Obwohl Tablet und Smartphone für viele Menschen zum Universalwerkzeug zur Lösung verschiedenster Alltagsaufgaben geworden sind, für die Steuerung des smarten Zuhauses haben sich die Devices noch nicht etabliert. So das Ergebnis einer Umfrage von YouGov im Auftrag der Gfu in Deutschland und Großbritannien. Interesse an den Lösungen besteht aber durchweg.

Spitzenreiter bei der aktuellen Nutzung sind die Steuerung und Kontrolle von TV, Audio- oder Video-Geräten. 16 Prozent der Befragten aus Deutschland geben an, dass sie Unterhaltungselektronik-Produkte per App steuern. Weitere 25 Prozent können sich eine solche Nutzung in Zukunft vorstellen. Das sieht in Großbritannien ähnlich aus: 18 Prozent der Befragten aus Großbritannien steuern ihre Audio- und Video-Geräte bereits per App, und 30 Prozent sind in Zukunft dafür offen.

Energie-Effizienz punktet im Smart Home

Ein Hauptgrund für smarte Geräte ist neben Komfort die Energie-Effizienz. Daher ist die Steuerung der Beleuchtung für die Umfrageteilnehmer ein weiteres interessantes Anwendungsfeld. In Deutschland setzen bereits 13 Prozent auf smarte Beleuchtungslösungen und 30 Prozent können sich eine intelligente Lichtsteuerung für die Zukunft vorstellen. Auf ähnlichem Niveau sind die Werte in Großbritannien: Elf Prozent nutzen schon smarte Lichtlösungen, 36 Prozent sind dafür offen.

Doch auch Heizungen, Heizkörper oder Klimaanlagen sind heutzutage vernetzt und können sich aus der Ferne regeln lassen. Obwohl dadurch Energiekosten gespart werden können, finden sie nur wenig Anwendung bei den Befragten. Nur acht Prozent der Deutschen und zehn Prozent der Briten geben an, dass sie bereits Lösungen im Einsatz haben, mit denen sie die Temperaturen im Zuhause smart regeln. Weitere 33 Prozent der Deutschen und 39 Prozent der Briten können sich mit dem Gedanken einer zukünftig Nutzung anfreunden.

Sicherheit durch smarte Lösungen

Vernetze Geräte können das Zuhause auch sicherer machen. 13 Prozent der Briten nutzen bereits Anwendungen, bei denen smarte Kameras Bilder aus der Wohnung, dem Haus oder Garten auf das Smartphone oder Tablet schicken. Weitere 36 Prozent können sich eine zukünftige Nutzung vorstellen. Die Deutschen haben dabei mehr Hemmungen, denn nur sieben Prozent der Befragten lassen sich Bilder aus ihrem vernetzen Heim zuschicken. Immerhin können sich 30 Prozent vorstellen, in Zukunft eine smarte Sicherheitslösung zu nutzen.

Ebenfalls begehrt sind smarte Sensoren wie beispielsweise Bewegungs- oder Rauchmelder sowie Sensoren, die geöffnete Fenster oder Türen signalisieren. Der Studie zufolge sind sie in zwölf Prozent der deutschen Haushalte schon im Einsatz, und 36 Prozent können es sich vorstellen. In Großbritannien besitzen aktuell nur elf Prozent der Haushalte smarte Sensoren, jedoch sind 45 Prozent offen für eine Anschaffung in Zukunft.

Smarte Schlösser sind der Umfrage zufolge eine Ausnahme. Nur zwei Prozent der in Großbritannien Befragten haben eine smarte Schließlösung für ihr Haus oder ihre Wohnung im Einsatz, und nur 27 Prozent können sich eine zukünftige Nutzung vorstellen. In Deutschland sieht es ähnlich aus: nur drei Prozent setzten smarte Schließlösungen ein, 25 Prozent können es sich vorstellen.

Insgesamt wollen 36 Prozent der in Großbritannien Befragten auch zukünftig keine smarten Schlösser nutzen. In Deutschland sind es 28 Prozent. Auch die Überwachung des eigenen Heims per smarter Videokamera lehnen 18 Prozent der in Großbritannien Befragten ab. In Deutschland liegt die Ablehnungsquote mit 19 Prozent auf gleichem Niveau. Grund für die Ablehnung sind für die Befragten vor allem Sicherheitsrisiken: 35 Prozent der Befragten aus Deutschland und 38 Prozent aus Großbritannien befürchten, dass es einen unautorisierten Zugriff von außen auf Schlösser oder Kameras geben könnte. Weiter haben 19 Prozent der Deutschen und sogar 23 Prozent der Briten Bedenken, Hersteller könnten Daten über das Nutzungsverhalten sammeln. Dass die Technologie für sie zu kompliziert und fehleranfällig sei, befürchten 23 Prozent der Befragten in Deutschland und 23 Prozent aus Großbritannien.

Wie smart ist das Zuhause schon?

Vergleichsweise niedrig ist aktuell der Besitz von Hausgeräten mit smarten Funktionen bei den Befragten. Nur vier Prozent der Deutschen und drei Prozent der Briten geben an, dass sie große Hausgeräte wie Geschirrspüler oder Waschmaschine oder kleine Hausgeräte wie Küchenmaschinen oder Kaffee-Vollautomaten smart steuern oder kontrollieren. Zukünftig ihre großen Hausgeräte per App zu kontrollieren, können sich immerhin 28 Prozent der in Deutschland (33 % Großbritannien) Befragten vorstellen. Bei kleinen Hausgeräten ist das für 24 Prozent (21 % Großbritannien) vorstellbar.

Ein bekanntes smartes Haushaltsgerät sind Staubsaugroboter, die acht Prozent der in Deutschland und zwei Prozent der in Großbritannien Befragten schon besitzen. Weitere 22 Prozent der Deutschen und 21 Prozent der Briten können sich vorstellen, den Staubsaug-Job zukünftig dem Roboter zu überlassen.

Neben Haushaltshelfern gibt es auch Gartenhelfer. Obwohl Mähroboter für viel Gesprächsstoff sorgen, nutzen sie im Vergleich nur wenige. Drei Prozent der Deutschen und zwei Prozent der Briten geben an, dass sie einen smarten Mähroboter oder ein smartes Bewässerungssystem einsetzen. 18 Prozent der Deutschen und 17 Prozent der Briten können sich vorstellen, künftig einen Mähroboter zu nutzen. Weitere 24 Prozent der Befragten aus Deutschland und 21 Prozent aus Großbritannien sind offen für smarte Bewässerungssysteme.

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 Ann-Marie Struck

Ann-Marie Struck

Redakteurin, Vogel IT-Medien