Roundtable zum Thema Security Security ist nicht sexy genug

Redakteur: Heidi Schuster

Beim Security-Roundtable diskutierten 18 Branchen-Kenner mit IT-BUSINESS über die Perspektiven und Chancen für Reseller im Bereich Security. Außerdem gaben die Experten eine aktuelle Bestandsaufnahme des Marktes. Dabei kam die Frage auf, wie Security sexy werden kann.

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Mit IT-BUSINESS diskutierten 18 Experten beim Security-Roundtable.
Mit IT-BUSINESS diskutierten 18 Experten beim Security-Roundtable.
( Archiv: Vogel Business Media )

Die Sicherheit in Unternehmen wird groß geschrieben. Doch gerade im Mittelstand gibt es Sicherheitslücken. Zur Normalität zählt es, sein Unternehmen vor Gefahren von außen zu schützen. Noch zu selten aber schützen sich die Firmen vor den eigenen Mitarbeitern.

Beim Security-Roundtable hakte Ralph Wölpert, Leiter Marketing und Business Development von Lampertz, in der 18-köpfigen Expertenrunde nach: „Wo genau hat der Mittelstand noch Sicherheitslücken?“ Eine erste Antwort gibt Udo Schillings, Marketing Manager bei ADN: „Eine Lücke besteht beim Thema Authentifizierung im Standalone-Bereich, sowie nach wie vor bei Firewalling, was die sichere Anbindung von Außenstellen und Mobilgeräten betrifft. Ich kenne Systemhäuser, die jetzt erst beginnen, Firewalls zu installieren.“

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Michael Gramse, Sales Manager Germany von Infowatch, sagt dazu: „Sicherheit nach außen ist meiner Meinung nach gut besetzt. Größter Risikofaktor ist der Mitarbeiter, und dort fehlen komplette Lösungen.“ Es mangelt also an einem Angebot, zusammengestellt aus verschiedenen Produkten von unterschiedlichen Anbietern, das einen Rundum-Schutz bietet. „Für einen kleinen oder mittleren Reseller ist es schwierig, in die finanzielle Vorleistung zu gehen. Er vertreibt deshalb Security-Lösungen nur von einem oder wenigen Anbietern“, erwidert Schillings.

Dr. Andreas Bergler, Leitender Redakteur bei IT-BUSINESS, lässt dieses Argument nicht gelten, da es viele Hersteller gibt, die Resellern Produktschulungen kostenlos anbieten. Tim Mallachewitz, Product Manager Security bei DNS, kann Verständnis für den Channel aufbringen: „Der Reseller ist in den vergangenen Jahren gewachsen, aber nicht an Herstellern, sondern an Kunden. Er hat also ein Kundenprofil, welches er anspricht, und darauf reagiert er. Wenn ein langjähriger Kunde sagt, man müsse das Thema starke Authentifizierung angehen, dann geht der Reseller darauf ein. Der Fachhändler ist projektgetrieben. Wenn hier also ein Mitarbeiter ausfällt, weil er auf Schulung ist, kostet das viel Geld. Dieses Geld kann sich der Reseller sparen, indem er auf das Know-how zurückgreift, das er bereits hat.“

„Ich sehe auch, dass der Reseller keine Aufmerksamkeitsarbeit leisten will, sondern er es als Herstelleraufgabe sieht und dann agieren will, wenn der Kunde auf ihn zu kommt“, so Gerald Höfer, Pressesprecher bei Datsec/Eset. „Mir stellt sich dabei die Frage, ob die technischen Mitarbeiter eine ausreichende Ausbildung haben für einen ganzheitlichen Ansatz“, so Wölpert. Für Jens Freitag, Senior Security Consultant bei Avira, ist es Aufgabe der Hersteller, die Fachhandelspartner zu schulen und über Neuerungen aufzuklären. Klaus Alteköster, Key Account Manager bei Inforsacom, hat eine andere Sichtweise: „Das größte Sicherheitsloch, das wir haben, sind die fehlenden IT-Security-Richtlinien in den Firmen. Darüber muss gesprochen werden, unabhängig von Produkten, und darauf muss aufgebaut werden.“

Warum der Eindruck entsteht, dass Security nicht mit dem nötigen Ernst betrachtet wird, lesen Sie auf der nächsten Seite.

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