Kiwiko, das Securitycluster und TiSIM Security für den kleinen Mittelstand

Autor: Sylvia Lösel

Seit fünf Jahren gibt es Kiwiko. Die Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Systemhäusern, die bei Projekten zusammenarbeiten. Seit einiger Zeit liegt ein Fokus auf IT-Security, ein Thema, das gerade im vergangenen Jahr rasant an Fahrt aufgenommen hat.

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Gerade der kleine Mittelstand hat oft anderes zu tun, als an die IT-Sicherheit zu denken. Genau das sollte er aber.
Gerade der kleine Mittelstand hat oft anderes zu tun, als an die IT-Sicherheit zu denken. Genau das sollte er aber.
(Bild: Denis Starostin – stock.adobe.com)

Sec-o-Mat heißt das „Spielzeug“ das dafür sorgen soll, dass IT-Security vermehrt Einzug in den kleinen deutschen Mittelstand hält. Mit der App, die es voraussichtlich ab Februar in der Vollversion geben soll, können Handwerksbetriebe und Selbständige mit wenigen Klicks herausfinden, wie sie ihr Unternehmen sichern. Denn die Digitalisierung macht beileibe nicht Halt bei Großunternehmen. Das Problem für Betriebe mit zwei bis zehn Mitarbeiter ist allerdings oft, dass IT und noch weniger IT-Security zu ihren Kernkompetenzen gehört, sie also auch nicht wissen, wo sie ansetzen müssen.

Abhilfe soll da eben nun eine App wie der Sec-o-Mat schaffen, der über die Transferstelle IT-Sicherheit im Mittelstand (TiSIM) entwickelt wurde, die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geschaffen wurde. Nicht nur zeigt sie mögliche Security-Schwachstellen auf, sie stellt dann auch einen Aktionsplan zusammen und bietet eine Liste möglicher Ansprechpartner. Das Angebot, das TiSIM dem Mittelstand macht, soll ergänzt werden um einen Infobus, der durch Deutschland tourt und Veranstaltungen, bei denen es um IT-Sicherheit im Mittelstand geht.

Kiwiko-Partner mit Rundumblick

Bei der Auftaktveranstaltung mit dabei war auch Jan Bindig, 2. Vorstand der Kiwiko eG, dem dieses Thema am Herzen liegt. Gibt es bei Kiwiko doch auch ein IT-Securitycluster, in dem sich Experten tummeln, die sich wiederum als Ansprechpartner für den Mittelstand anbieten. „Denn hier stellt sich die Frage, ob man ausschließlich sein IT-Systemhaus, mit dem man bereits seit 20 Jahren zusammenarbeitet, mit IT-Sicherheitskonzepten und deren Umsetzung beauftragen sollte, oder sich über Spezialisten-Netzwerke zusätzliche Kompetenz einkaufen sollte, um ein so essenziell wie sensibles Thema mit höchstmöglicher Qualität angehen zu können,“ beschreibt Bindig den Ansatz, den die 2016 von Matthias Jablonski gegründete Kooperation seit Jahren beschreitet. Kiwiko versteht sich als Verbund, dem es vorrangig um Wissensaustausch und Projektabwicklung geht, und das mit einem 360-Grad-Ansatz. Entsprechend werden die Partnerunternehmen ausgewählt. Maximal sollen es 100 werden, wie Bindig im Gespräch mit IT-BUSINESS ausführt. Dabei zieht er eine deutliche Trennlinie zu anderen Kooperationen:

„Im Wesentlichen ist das die fehlende Einkaufskooperation. Bei uns geht es um Hersteller- und Kundennähe. Deshalb haben wir sehr viele, auf höchster Ebene zertifizierte Unternehmen, um bei Projekten oder bei Problemen kurze Wege zu den Herstellern zu haben. Wir schauen stark darauf, dass wir uns gegenseitig beim Vertrieb unterstützen, dass gemeinsam gearbeitet wird.“ Dabei entwickelt sich Kiwiko in neue Felder hinein. „Wir wollen langfristig weg von Hardware und richten uns mehr auf Services aus, auch beim Thema IT-Security.“ Zudem wird beim Onboarding neuer Partner darauf geachtet, dass jedes Unternehmen mindestens eine Spezialisierung mitbringt, sei es auf einen bestimmten Hersteller, auf Services oder auf eine Fertigkeit wie Pentesting. Bindig ist mit seinem Unternehmen Bindig Media selbst Mitglied bei Kiwiko. Er hat sich auf Forensik und Datenwiederherstellung fokussiert und ist so auch ein Teil des neu gebildeten IT-Securityclusters, das im Moment aus neun Mitgliedern besteht.

Schutzschirm für alle Ebenen

Auf die Frage, warum es dieser Initiative bedarf, führt er aus: „Das ist ein extrem gefragtes Thema. Beim Kunden geht es immer um eine 360-Grad-Abdeckung seiner Bedürfnisse, und Security ist da immer der Schutzschirm, egal auf welcher Ebene. Und deshalb ist hier die vertrauensvolle und harmonische Zusammenarbeit extrem wichtig. Denn sonst ist die Sicherheit gefährdet, weil man nur einen Hersteller pusht oder Lösungen, die nicht miteinander harmonieren oder sich gegenseitig ausschließen.“ Und an genau diesem Punkt kann das Securitycluster von Kiwiko bei Projekten Mehrwert für die Kunden schaffen, ist Bindig überzeugt.

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Chefredakteurin