Effizienz und Edge, Green Deal und Gebäudeautomation Schneider Electric: Mit Partnern auf dem Weg zum Klimaziel

Autor: Sylvia Lösel

Wenn vom Green Deal, von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und CO2-Neutralität die Rede ist, schalten viele ab. Viel zu abstrakt wirken diese Schlagworte, als dass sie sich in das tägliche Leben oder ins Tagesgeschäft integrieren ließen. Doch das ist ein Trugschluss.

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Clevere IT-Lösungen können dafür sorgen, dass die Energiewende nachhaltiges Channelbusiness mit sich bringt.
Clevere IT-Lösungen können dafür sorgen, dass die Energiewende nachhaltiges Channelbusiness mit sich bringt.
(Bild: ra2studio – adobe.stock.com)

Als Phantast hätte man denjenigen bezeichnet, der noch vor einem Jahr von der Schlagzeile „Klimaziele für 2020 erreicht“ träumte. Doch die Realität schlägt manchmal seltsame Kapriolen. Und so lag im vergangenen Jahr der Treibhausgasausstoß in Deutschland um 42,3 Prozent unter dem von 1990. Das eigentliche Ziel wären 40 Prozent gewesen. Bei allen Negativschlagzeilen, die die Coronakrise so mit sich bringt, ist das ein Lichtblick. Ursächlich dafür: der gesunkene Energieverbrauch aufgrund geringeren Verkehrs- und Reiseaufkommens. Doch das ist eben nur ein temporärer Effekt und Experten rechnen damit, dass der CO2-Ausstoß wieder steigt, sobald die Wirtschaft wieder anzieht. Was also tun, um das im europäischen Green Deal formulierte Ziel, bis zum Jahr 2050 klimaneutral zu werden, zu erreichen? Für Philippe Delorme und Michel Arres von Schneider Electric gibt es darauf nur eine Antwort: Digitalisierung. Und wer sich jetzt denkt: Puh, nochmal so ein Schlagwort, der sollte auf jeden Fall weiterlesen.

Im Selbsttest

Philippe Delorme, Executive Vice President Buildings & Partner Business bei Schneider Electric
Philippe Delorme, Executive Vice President Buildings & Partner Business bei Schneider Electric
(Bild: Schneider Electric)

„Weltweit wird über eine Post-Covid-Welt nachgedacht und das große Thema ist Nachhaltigkeit. Ich bin überzeugt, dass man als Unternehmen nur dann langfristig erfolgreich ist, wenn man dies im Blick hat. Und der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit ist Effizienz. Effizienz, die ich dank der Digitalisierung erreichen kann", führt Philippe Delorme, Executive Vice President Buildings & Partner Business bei Schneider Electric aus. Er muss es wissen, denn Schneider Electric hat in der aktuellen Rangliste von Corporate Knights den Preis für das nachhaltigste Unternehmen weltweit abgeräumt. „So etwas erreicht man nicht von heute auf morgen. Das ist ein Marathon", erläutert er. „Wir haben uns Ziele und die Messlatte immer weiter nach oben gesetzt. Und Kennzahlen eingeführt, die unseren Erfolg messbar machen. Wir haben heute in China, Europa und Nordamerika 13 Fabriken, die in ihrer Nettoleistung Kohlenstoff-neutral sind. Sie sind energieeffizient und werden mit erneuerbaren Energien angetrieben, um Netto-Null-CO2-Emissionen im Betrieb zu erreichen. Wir haben auch eine Mittelspannungsschaltanlage ohne SF6-Gas entwickelt, die nur mit Luft funktioniert – das Ergebnis eines zehnjährigen Forschungsprojektes.“

Für Partner bedeutet das: mehr Geschäft.

Philippe Delorme, Executive Vice President Buildings & Partner Business bei Schneider Electric

Michel Arres, Vice President Secure Power Germany bei Schneider Electric
Michel Arres, Vice President Secure Power Germany bei Schneider Electric
(Bild: Schneider Electric)

Alles, was Schneider Electric daraus gelernt und entwickelt hat, fließt natürlich auch in das Portfolio ein, das wiederum den Partnern und Kunden zur Verfügung steht. Von der Software-Plattform EcoStruxure bis zu Kühlungstechnologien für Rechenzentren. „Covid hat uns unsere Verletzlichkeit aufgezeigt. Man konnte nicht immer dort vor Ort sein, wo es gerade nötig war. Viele Partner haben schnell gelernt und Remote Services implementiert, die dank unserer EcoStruxure-Plattform auch möglich sind. Da sind viele Leuchtturm-Projekte entstanden", erzählt Michel Arres, Vice President Secure Power Germany. „Viele sind daran gewöhnt, Desktops und Server remote zu managen, aber das Management von Edge-Umgebungen ist neu. Und da sind wir wieder beim Thema Effizienz. Jeder Techniker, den ich nicht raus schicke, spart Arbeitskosten und CO2. Und auch bei den Rechenzentren geht es um Effizienz, sowohl hinsichtlich Energieverbrauch, als auch beim Platzbedarf. Und es geht um Beschleunigung und Modularität.“ Delorme ergänzt: „Schneider ist mit seinen Lösungen in einem von zwei Rechenzentren der Welt vertreten. Ich glaube, wir sind der einzige Hersteller, der eine ganzheitliche Lösung liefern kann. Das beginnt bei der Planung, reicht über Mittel- und Niederspannung, Energieverteilung, Energie- und Datacenter-Management bis hin zu Kühllösungen, USVs und Schränken. Zusammengefasst ist das ein ganzheitliches Konzept, die aktiven IT-Komponenten ausgenommen. Und Delorme fährt fort: „Kunden können dank unseres Remote-Managements besser bedient werden und die Antwortzeiten haben sich dadurch signifikant verbessert. Für Partner bedeutet das, dass sie ihren Kunden besseren Service bieten konnten. Denn sie konnten sicher stellen, dass die Krankenhaus-IT lief, dass die Bank-Infrastruktur sicher ist".

Investitionswelle rollt an

Überhaupt erfahren Datacenter gerade großen Zuspruch. Einerseits boomt die Digitalisierung – sprich mehr Daten müssen verarbeitet werden. Andererseits haben immer mehr Länder ein Interesse daran, die Daten im eigenen Land zu (be-)halten. Dabei stehen mehr Digitalisierung einerseits, und höhere Ziele beim Energieeinsparen andererseits, für Delorme nicht im Widerspruch. Denn weltweit ist die IT-Industrie gerade einmal für acht Prozent des elektrischen Verbrauchs verantwortlich, Rechenzentren sogar nur für zwei Prozent.

Jeder Techniker, den ich nicht raus schicke, spart Arbeitskosten und CO2

Michel Arres, Vice President Secure Power Germany

Und es zeigt sich, dass der Energiebedarf nicht zwangsläufig analog zum Datenwachstum steigen muss. „Im Datacenter-Geschäft kommt jetzt eine große Investitionswelle“, ist Delorme sicher. „Jedes Unternehmen, das global tätig ist, benötigt nun auch einen Investitionsplan für jedes einzelne Land in dem es tätig ist. Für diesen Bedarf haben wir Antworten – zum Beispiel kleinere Rechenzentren, mehr Edge, dezentrale Strukturen. Wir haben eine Partner-freundliche Edge-Lösung, die für den deutschen Markt zugeschnitten ist. Und dieser Markt wird expandieren, weil es den Bedarf für schnelle Applikationen in der Nähe der Kunden gibt.“ Und Arres assistiert: „Für Partner bedeutet das: mehr Geschäft. Vielleicht kleinere Projekte, dafür aber deutlich mehr. Wir haben 2019 unser Edge-Programm gestartet und dort bereits über 4.500 Zertifizierungen weltweit, mehr als 500 davon in Deutschland.“

Die Zusammenarbeit der Partner spielt eine zentrale Rolle. Denn Arbeit gibt es weiterhin genug, prognostiziert Gartner dem Edge-Markt doch sehr rosige Aussichten: bis 2025 könnten 75 Prozent der Daten am Randes des Netzwerks gesammelt werden. Und noch ein Trend spielt künftig eine wichtige Rolle: die Zusammenführung von IT und OT. „Die Stärke wird sein, beide Welten zusammenzubringen. Und wir haben Partner auf beiden Seiten, das Software-Wissen und eine exzellente Plattform für den Austausch untereinander", betont Arres. Dabei kommt dem Unternehmen zu Gute, dass es die EcoStruxure-Plattform in zahlreichen vertikalen Ausprägungen gibt. Sie kann also auch auf die Bedürfnisse von SMB-Kunden zugeschnitten werden, von denen es in Deutschland viele gibt.

Gebäudeautomation

Und wenn sich Partner bis hierher noch nicht wiedergefunden haben, ist vielleicht das Thema Gebäudeautomation genau das Richtige. Auch hier spielen die Themen Nachhaltigkeit und Effizienz eine wichtige Rolle. Denn wenn es um Kohlendioxid-Ausstoß geht, sind Gebäude weltweit für 40 Prozent davon verantwortlich. Und nachdem auch 2050 wohl noch rund 80 Prozent der heutigen Gebäude stehen werden, gilt es, diese klimafreundlicher zu machen – mit Gebäudeautomation. Auch hier hat Schneider selbst viele Erfahrungen gesammelt, etwa durch Mitwirkung am Klimaprojekt des Euref-Campus in Berlin.

Delorme: „Wenn wir also keinen Plan haben, wie wir Gebäude Kohlendioxid-neutral bekommen, werden wir das Klimaziel verfehlen.“ In Deutschland kommt für Gebäudebetreiber seit Anfang des Jahres noch ein weiterer Druckpunkt hinzu: die CO2-Abgabe. Ein weiterer Grund, schnell zu digitalisieren, um Kosten zu sparen. Gebäudemanagementsysteme, die Heizungen, Kühlsysteme, Klimaanlagen, Licht und Strom intelligent steuern können und so den Verbrauch mindern, gehören hier zu den Gewinnern. Mit Planon und RIB hat Schneider Electric zwei wichtige Player in diesem Umfeld gekauft. Die Stuttgarter RIB sind auf Bau-Software spezialisiert, während Planon IT-Gebäudetechnik im Portfolio hat. Zusammen mit Schneider will man nun OT- und IT-Lösungen entwickeln, die den gesamten Gebäudelebenszyklus abdecken.

Der Griff nach den Sternen

Mit all diesen Bausteinen, von der Management-Konsole über Edge-Lösungen bis hin zur Gebäudeautomation sieht sich Schneider Electric gut für die Zukunft gerüstet. Dank seiner Channel-Ausrichtung profitieren davon die Partner, die die Krise ebenfalls als Chance sehen und neue Märkte für sich entdecken. Wie Delorme abschließend bemerkt:„Für mich sind die Sterne jetzt in die richtige Konstellation gebracht und die Technologien sind wirklich verfügbar. Das ist ermutigend."

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Über den Autor

 Sylvia Lösel

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Chefredakteurin