Die Digitalisierung der Unternehmen schreitet auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten voran. Ein zentrales Element bleiben dabei lokal installierte Server und HCI-Systeme, oft als Teil einer hybriden Cloud. Immer wichtiger wird dabei der Energieverbrauch der Rechner.
Auch Rechenzentren müssen nachhaltiger werden. Einerseits durch erneuerbare Energie, andererseits durch eine vernünftige Nutzung der Abwärme. Das senkt auch die Kosten für Unternehmen.
(Bild: Tommy Lee Walker - stock.adobe.com)
Während der Absatz von Client-Rechnern unter der aktuellen wirtschaftlichen Lage und teilweise auch der Deckung des Bedarfs leidet, geht das weltweite Wachstum bei Servern und HCI-Systemen weiter. Die Marktforscher von Gartner erwarten laut einer aktuellen Vorhersage für 2022 ein Plus von 10,4 Prozent für Datacenter-Systeme. Damit wäre das Wachstum sogar höher als im vergangenen Jahr, für das Gartner 6,1 Prozent ermittelt hat. „Die Ausgaben für Enterprise-IT sind immun gegen die Rezession, sodass CEOs und CFOs ihre IT-Budgets nicht beschneiden, sondern sogar noch mehr in die Digitalisierung ihres Geschäfts investieren”, erklärt dazu John-David Lovelock, Distinguished VP Analyst und Chief Forcaster bei Gartner.
Für den deutschen Markt gibt es leider keine Verkaufszahlen, aber die Hersteller, mit denen wir gesprochen haben, sind alle mit dem Verkauf ihrer Systeme zufrieden und sprechen teilweise von zweistelligen Wachstumsraten. Denn auch hier müssen Unternehmen ihre Digitalisierung vorantreiben, um konkurrenzfähig zu bleiben. Große Unternehmen erwarten von Zulieferern die Einbindung in ihr digitales Supply-Chain-Management, gleichzeitig geht die Digitalisierung der Fertigung weiter, was beispielsweise die Nachfrage nach Edge-Servern oder entsprechenden Rechenzentren anschiebt. Teilweise werden zwar Projekte verschoben oder in ihrer Dimension angepasst, aber insgesamt wollen laut einer aktuellen Untersuchung von IDC immerhin 35 Prozent der befragten Unternehmen ihre bestehenden Datacenter umfassend modernisieren und 25 Prozent sogar in neue Rechenzentren investieren. Allerdings stehen die Server und HCI-Systeme dann nicht unbedingt in eigenen Serverräumen, sondern bei Colocation-Anbietern.
Optimismus im Channel
Die meisten Systemhäuser, die an unserer Panel-Umfrage teilgenommen haben, sehen optimistisch in die Zukunft, sofern es das Geschäft mit Servern, konvergenten und hyperkonvergenten Systemen betrifft. Fast die Hälfte geht von einem weiter wachsenden Geschäft in den kommenden Monaten aus, 23 Prozent erwarten einen Rückgang. Unter den Herstellern und Distributoren ist die Stimmung sogar noch besser: An einen Rückgang glaubt hier niemand.
Die meisten Partner und Hersteller erwarten eine positive Geschäftsentwicklung.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Aber auch die professionellen Auguren von IDC sehen das Server-Business trotz aller Hindernisse weiter im Aufwind. Sie prognostizieren für den weltweiten Markt sogar ein Plus von fast 14 Prozent und auch in den kommenden Jahren eine weiter steigende Nachfrage.
Aktuell machen die Partner noch mit herkömmlichen Servern für 3-Tier-Architekturen das meiste Geschäft. Aber für die Zukunft erwarten sie und die Distributoren einen Schwenk zu HCI, KI-Systemen und zum Datacenter als Service. Ausgesprochen wichtig für alle Teile des IT-Channels ist eine gute Integration der Systeme in eine hybride Cloud-Infrastruktur.
Das Wachstum der Public Cloud und Managed Services setzt sich weiter fort. 33 Prozent der Firmen wollen Aufgaben zu Cloud Providern auslagern und ebenso viele in MSP-Hände übergeben. Immerhin 19 Prozent der Firmen planen sogar die Schließung von Rechenzentren. Aber die überwiegende Zahl der deutschen Unternehmen setzt auf Hybrid-Cloud-Konzepte und hält die Kernbereiche der IT weiter in eigenen Händen. Nur 5 Prozent der befragten Unternehmen betreibt alle Kernsysteme extern, erklärt IDC. Befragt wurden für die Studie IT-Entscheider aus 150 deutschen Unternehmen und zwar im August dieses Jahres. 62 Prozent der Befragten sind für Firmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten aktiv.
Hoher Energieverbrauch ist ein Problem
Die hohen Energiekosten sind ein Punkt, der wohl alle IT-Verantwortlichen umtreibt. Bei der IDC-Umfrage steht die Senkung des Stromverbrauchs ganz oben auf der To-do-Liste für die Weiterentwicklung der Rechenzentren, direkt gefolgt von der Steigerung der Nachhaltigkeit allgemein. Für die Betreiber größerer Rechenzentren, seien es Unternehmen mit eigenem Datacenter, Colocation-Anbieter oder Cloud-Provider, könnte das geplante Energieeffizienzgesetz zum Problem werden. Ein aktueller Referentenentwurf sieht hier einen PUE-Wert (Power Usage Effectiveness) von höchstens 1,3 vor, was eine konstante Auslastung der IT-Systeme von mindestens 30 Prozent erfordert. Aktuell liegt der PUE-Wert in den meisten Rechenzentren bei 1,55 oder höher. Das ist speziell für Colocation-Anbieter ein Problem. Anna Klaft, Vorstandsvorsitzende der German Datacenter Association (GDA) erklärt dazu: „Voraussetzung hierfür ist eine Auslastung der IT-Systeme von mindestens 30 Prozent, besser 50 Prozent – darauf haben beispielsweise Colocation-Anbieter allerdings keinen Einfluss“. Daher bezeichnet Klaft den Entwurf als „Rechenzentren-Verhinderungsgesetz”. Zudem steht im Gesetzentwurf, dass Datacenter ab 2024 zu 50 Prozent und ab 2025 komplett mit Ökostrom betrieben werden müssen, sowie mit einer Pflicht zur Abwärmenutzung belegt werden. Beides sieht Bitkom-Präsident Achim Berg als unrealistisch an, da weder ausreichend Strom aus regenerativen Quellen verfügbar sei, noch die Infrastruktur und die Abnehmer für die Abwärme.
Stand: 08.12.2025
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Kleinere oder mittlere Unternehmen mit eigenem Rechenzentrum sind davon vorerst nicht betroffen, da ihre IT-Infrastruktur und damit auch der Stromverbrauch zu klein ist, um unter die Regelung zu fallen. Allerdings ist nicht gesagt, dass das so bleibt. Zudem ist eine Senkung des Stromverbrauchs von Servern und HCI-Systemen bei den derzeitigen Energiepreisen schon ohne gesetzliche Vorgaben eine betriebliche Notwendigkeit.
Wie Peter Dümig, Sr. Server Product Manager bei Dell, anmerkt, war das bisher nicht unbedingt der Fall. Bei etlichen Kunden haben die Server-Administratoren sogar bestehende Stromsparfunktionen deaktiviert, da sie der Meinung waren, dass die Systeme so stabiler laufen. Das war vielleicht vor Jahren bei bestimmten Workloads einmal der Fall, ist es aber mit moderner Hardware keineswegs. Hier sind auch die Systemhäuser gefragt, um entsprechend Aufklärungsarbeit zu leisten. Zudem werden in vielen Firmen bereits bestehende Systeme mit zu niedriger Auslastung gefahren, was die Effizienz beeinträchtigt. Statt neue Hardware anzuschaffen, sollten hier die IT-Abteilungen oder betreuenden Systemhäuser dafür sorgen, bestehende Anwendungen besser zu verteilen.
Neue Systeme in den Startblöcken
Der Kauf neuer Rechner kann ebenfalls zum Energiesparen im Datacenter beitragen. Denn die gestiegene Leistung ermöglicht die Konsolidierung von Anwendungen auf weniger Servern oder HCI-Systemen, da sie deutlich mehr virtuelle Maschinen oder Container verkraften. Insgesamt sinkt so der Aufwand für die Klimatisierung. Die Anbieter von HCI-Lösungen verweisen zudem darauf, dass diese Systeme durch den Verzicht auf eine separate Storage-Infrastruktur besonders sparsam seien. Hier müssen die IT-Verantwortlichen und die Systemhäuser allerdings abwägen, inwieweit sich HCI für die konkreten Anwendungen eignet.
Deutlich mehr Leistung für HCI und klassische Server versprechen die neuen Prozessoren von AMD und Intel, die gegen Endes des Jahres beziehungsweise im Frühjahr 2023 verfügbar sein werden. AMDs Epyc-CPUs der Genoa-Serie bieten bis zu 96 Kerne mit Zen-4-Architektur, DDR5 und PCIe Gen5. Intel zieht mit dem längst überfälligen Sapphire-Rapids-Xeon nach. Er bietet zwar nur 60 Kerne, wartet aber mit einer Reihe von integrierten Beschleunigern auf.
Der Einsatz wassergekühlter Systeme, die etwa Hersteller wie Lenovo oder Inspur verstärkt anbieten, kann ebenfalls den Stromhunger der Rechenzentren im Zaum halten. Allerdings erfordern die besonders effizienten Rechner mit Direct Water Cooling erhebliche Investitionen in neue Racks und die bauliche Infrastruktur.
Flexibilität durch As-a-Service-Konzepte
Beim Vertriebsmodell setzen große Hersteller wie Dell, HPE, Fujitsu und Lenovo vermehrt auf Datacenter as a Service (DCaaS) mit Pay-per-use-Angeboten. Prinzipiell ermöglichen diese Modelle auch eine effizientere Nutzung der Systeme, sodass Hersteller und Channel hier eher bemüht sind, passend zu den Workloads dimensionierte Systeme bereitzustellen und erst zu skalieren, wenn tatsächlich mehr Bedarf nach Rechenleistung besteht. Bei mit GPUs ausgestatteten Systemen für HPC- oder KI-Aufgaben ermöglichen DCaaS-Modelle einen einfacheren Einstieg. Ein Problem vieler Partner mit DCaaS ist allerdings die teilweise undurchsichtige Vertragsgestaltung. Hier leisten die Distributoren mit Workshops Hilfestellung, wie Bijan Taleghani von TIM betont.
Zudem wünschen sich die Partner mehr Möglichkeiten für die einfache Kombination von DCaaS mit eigenen Services.
Ergänzendes zum Thema
Manfred Cordes, Business Unit Director HPE der TD Synnex Germany.
(Bild: TD Synnex)
Die Nachfrage nach Datacenter-as-a-Service-Lösungen (wie zum Beispiel HPE Greenlake) steigt kontinuierlich. Die Entwicklung ist sehr erfreulich – besonders, da inzwischen auch etwas kleinere Fachhandelspartner Projekte dafür anfragen. Als Argumente zählen hier der Pay-per-Use Ansatz, die sehr gute Skalierbarkeit sowie der flexibel wählbare Umfang an Serviceleistungen dazu. Der Anteil am traditionellen Datacenter Business bleibt überschaubar. Mit den dieses Jahr veröffentlichten Greenlake-Services bietet TD Synnex nun ebenfalls Lösungen für Endkunden an, welche nur geringes bzw. kein Kapazitätswachstum haben. In diesem Block aus dem HPE-Greenlake-Lösungsportfolio werden vordefinierte IaaS- und SaaS-Pakete angeboten, welche dedizierte Kundenanforderungen beantworten.
Ergänzendes zum Thema
Bijan Taleghani, Director Product Marketing and Business Development bei TIM.
(Bild: TIM)
Seit einigen Jahren besteht starkes Interesse an Angeboten in dem Bereich Datacenter als Service. Grundsätzlich erwarten wir, dass in Zukunft wesentlich mehr hybride Modelle, also klassische On-Premises-Umgebungen kombiniert mit externen Angeboten (DCaaS) realisiert werden und die Nachfrage entsprechend weiter steigt. Bei der Wahl geeigneter Lösungen, sind Faktoren wie Verfügbarkeit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit relevant. Darüber hinaus sind die Rahmenbedingungen, damit Systemhauspartner und auch Endkunden diese Angebote nutzen können und wollen, entscheidend. Insbesondere Vertragsgestaltung und -bedingungen werden ausschlaggebend sein, ob und wie erfolgreich sich Lösungen und Anbieter etablieren werden.