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UCaaS und CPaaS

Retter in der Krise

| Autor: Ann-Marie Struck

Kommunikation ist alles, vor allem in Krisensituationen.
Kommunikation ist alles, vor allem in Krisensituationen. (Bild: © totojang1977 - stock.adobe.com)

Ein Erfolgsfaktor für Unternehmen ist eine schnelle und effiziente Kommunikation. Sie muss vor allem auch in Ausnahmesituationen wie der Coronakrise funktionieren. Managed Communication Services aus der Cloud wie UCaaS und CPaaS können hier helfen.

Der Arbeitsalltag in der digitalen Welt hat sich verändert: Er wird flexibler und ist weniger an einen Ort gebunden. Damit ändern sich auch die Werkzeuge: Unified Communications Collaboration (UCC) Tools sind in Zeiten des mobilen Arbeitens gefragter denn je. In der Vergangenheit waren klassische Kommunikationsmedien voneinander isoliert: ein Festnetztelefon diente zur Echtzeitkommunikation, ein PC oder Fax für den Austausch umfangreicher Informationen. Durch UCC-Lösungen werden verschiedene Kommunikationsformen und -kanäle mit Werkzeugen zur Zusammenarbeit verbunden. Und eine einheitliche Kommunikationsinfrastruktur sorgt für eine schnellere und verbesserte Zusammenarbeit im Unternehmen.

UCaaS und CPaaS

Beziehen Unternehmen Dienste wie Internet-Telefonie, E-Mails, Instant Messaging oder Conferencing zur Miete aus der Cloud, nennt man das „Unified Communications as a Service (UCaaS)“. Mitarbeiter können dann ortsunabhängig und mit jedem beliebigen Gerät arbeiten. Möchten Unternehmen ihre UC-Lösungen noch um individuelle Funktionen und Applikationen für die spezifischen Anforderungen ihrer Branche erweitern, setzen sie auf „Communications Platform as a Service (CPaaS)“. Dabei handelt es sich um einen Service, der es Entwicklern über eine Cloud-basierte Plattform ermöglicht, Echtzeit-Kommunikationsfunktionen wie Textnachrichten, Sprache oder Video in ihre eigenen Applikationen zu integrieren, ohne eine Backend-Infrastruktur bauen oder ein eigenes Interface programmieren zu müssen.

Der Vorteil von CPaaS: Unternehmen müssen nicht für jede neue Funktion Unsummen in die Infrastruktur stecken, gleichzeitig greifen sie auf skalierte Lösungen zurück, statt anhand von Spekulationen in einen möglichen Bedarf zu investieren. Außerdem werden bei diesen ganzheitlichen Lösungen oftmals Lizenzen gespart, die bei den separaten Anwendungen anfallen würden. Gesteigerte Flexibilität sowie gesenkte Kosten sind somit Argumente für die Bereitstellung der Tools aus der Cloud.

UCC braucht das passende Mindset

Und obwohl die Vorteile von UCC-Lösungen wie Flexibilität, Mobilität und Produktivität auf der Hand liegen, gehören sie längst noch nicht zum Standard in Unternehmen. Ein Grund hierfür ist, dass diese bisher nur unzureichend in die bestehenden Geschäftsanwendungen integriert wurden. Zwar haben zahlreiche Unternehmen diverse Tools im Einsatz. Doch oft sind sich die Mitarbeiter nicht im Klaren, welche überhaupt in ihrem Unternehmen existieren.

Ferner ist UCC auch eine Sache der Kultur. Schließlich bedarf es des passenden Mindsets, um den Wandel vom Schreibtisch zum Digital Workspace zu vollziehen. Mobiles Arbeiten muss gelernt und erlaubt sein. Und darin liegt die Krux: Obwohl die Arbeit von zuhause ohne großen Aufwand möglich wäre, wird Homeoffice in vielen Firmen nur zögerlich oder in Ausnahmesituationen wie bei der Erkrankung eines Mitarbeiter-Kindes gestattet.

Ergänzendes zum Thema
 
Einmal Homeoffice, immer Homeoffice?

Die Corona-Pandemie und ihre Wirkung

Doch die absolute Ausnahmesituation ist da: das Coronavirus. Und plötzlich verändert sich die Arbeitswelt und der Einsatz von UCC-Werkzeugen. Insbesondere lässt der Mangel an Knowhow sowie Ressourcen auf Unternehmensseite jetzt vor allem Managed Services an Bedeutung gewinnen. Somit sind die Managed Service Provider (MSP) gefragt, schließlich brauchen Unternehmen beides, UCaaS und CPaaS. Und die Nachfrage an UCC-Lösungen ist gestiegen. Das bestätigt auch Oliver Hemann, Mitglied der Geschäftsleitung bei Michael Telecom: „Das ist absolut so. In den Produktgruppen Headset-Lösungen, Webcams, Audio/Videokonferenzlösungen, UC-Software, sowie UC-Lizenzen für TK-Systeme oder sonstige Produkte fürs Homeoffice ist die Nachfrage signifikant gestiegen.“

Udo Schillings, Leitung Marketing und Herstellermanagement bei Acmeo, berichtet, dass ein multimandantenfähiges Dashboard wichtig ist. Dadurch sei gewährleistet, dass Partner alle Kunden sowie die NFR-Anlagen effizient auf einer Plattform verwalten und konfigurieren können. Außerdem sei die Terminal-Verfügbarkeit von Relevanz, da dadurch keine lokale Installation benötigt werde. Auch Smartphone-Apps der Telefonie-Lösungen und One-Number-Konzepte werden laut Schillings derzeit vermehrt benötigt. Doch neben den Produkten, wird auch der Support gebraucht, was Tobias Grochowski, Produkt- und Netzmanager Telekom bei Eno weiß: „Besonders wird unser Spezialistenwissen angefragt. Das beginnt bei der Einrichtung des Routers und der Clients und geht bis zur Unterstützung bei Auswahl und Konfiguration einer Firewall Appliance.“

So rückt in der Krise die Nutzung von Cloud Services mehr in den Vordergrund. Und in Anbetracht der derzeitigen Entwicklungen sowie dem daraus resultierenden Wandel des Arbeitsplatzes werden wiederkehrende Kommunikationsleistungen aus der Cloud ein Umsatztreiber.

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