Channel Fokus: Refurbishing & Remarketing Reparatur statt Neukauf

Von Ann-Marie Struck

Der Chipmangel, Lieferengpässe sowie Umweltdebatten beeinflussen das Geschäft mit IT-Produkten. Das wiederum befeuert die Nachfrage nach Refurbishing- und Remarketing-Lösungen, wie die Ergebnisse des IT-BUSINESS-Panels zeigen.

Anbieter zum Thema

Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
Mit unserem IT-BUSINESS-Panel sammeln wir Meinungen, Wünsche und Einschätzungen aus dem ITK-Channel zu aktuellen Branchen-Themen.
(Bild: apinan - stock.adobe.com)

Es geht oft viel schneller als man denkt. Schwupps und schon fällt das Handy auf den Boden. Das Display ist kaputt und die Seiten sind abgesplittert. Soll man es zur Reparatur bringen oder gleich eine neues Device kaufen? Eine Studie des Bitkom unter 1.003 Bundesbürgern hat ergeben, dass mittlerweile 37 Prozent der Befragten, die schon einmal einen Defekt an ihrem Smartphone hatten, es anschließend reparieren lassen. Denn oft reicht es, ein kaputtes Teil zu ersetzen, um so dem Gerät ein ­längeres Leben zu ermöglichen.

„Je länger ein Gerät genutzt wird, desto besser ist seine Umweltbilanz und umso weniger Müll wird produziert“, erklärt ­Niklas Meyer-Breitkreutz, Nachhaltigkeits-Experte beim Bitkom. Lässt sich das Gerät jedoch nicht reparieren, muss nicht unbedingt ein neues her. Eine gute Alternative sind laut Meyer-Breitkreutz aufbereitete Geräte. Sie sind zwar gebraucht, werden aber in der Regel professionell erneuert, gereinigt und getestet.

IT-BUSINESS-Panel 2022: Refurbishing & Remarketing
Bildergalerie mit 6 Bildern

Das Interesse an wiederaufbereiteten Geräten steigt. Demnach ist es nicht verwunderlich, dass Refurbishing- und ­Remarketing-Lösungen eine immer größere Rolle im Portfolio der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren spielen, wie die Zahlen des IT-BUSINESS-Panels bestätigen. Für 66 Prozent der befragten Partner ist aufbereitete Hardware sowie gebrauchte Software „wichtig“ für ihr Geschäft. ­Davon beurteilen es sogar 29 Prozent mit „sehr wichtig“. Unwichtig halten es nur 14 Prozent.

Doch nicht nur Umweltschutz und Nachhaltigkeit befeuern den Refurbished-Markt. Seit Längerem leidet die Industrie unter einem Mangel an Chips und anderen Materialien. So kommt es bei vielen Herstellern zu Lieferengpässen. Das wiederum stimuliert das Geschäft für Refurbished-Anbieter. Denn anstatt auf Neuware greifen viele Firmen auf aufbereitete Ware ­zurück. Diese Entwicklung bestätigen auch 62 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren.

Selbst wenn sich Engpässe in absehbarer Zeit entspannt haben, die Klimadebatte und das Umweltbewusstsein wird bleiben. So sind die Prognosen für den Refurbished- und Remarketing-Markt durchaus positiv. 81 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren gehen davon aus, dass der Markt künftig steigen wird.

Das Konzept entscheidet

Bei der Frage, welche Bereiche das Remarketing-Konzept der befragten ITK-Fachhändler und Systemintegratoren umfasst, steht der Verkauf von aufbereiteter Hardware von Refurbishing-Anbietern auf Platz eins (73 %). Einen geteilten zweiten Platz der Partner belegen mit jeweils 41 Prozent die Entsorgung gebrauchter Hardware für das Recycling sowie der Verkauf gebrauchter Software-Lizenzen von Remaketing-Anbietern. Das Gebraucht-Softwaregeschäft scheint im Channel angekommen zu sein. Weitere 40 Prozent bereiten gebrauchte Hardware im eigenen Haus auf und vertreiben sie dann weiter. Nur 30 Prozent verkaufen gebrauchte Hardware an Remarketing-Dienstleister weiter und 13 Prozent vermarkten gebrauchte Software-Lizenzen in Eigenregie.

Alles kann aufbereitet werden

Die Palette an aufbereiteten und hergerichteten IT-Produkten ist groß, jedoch unterscheiden sich die Schwerpunkte der Channel-Akteure. Die ITK-Fachhändler und Systemintegratoren machen scheinbar das meiste Geschäft mit aufbereiteter Hardware. Ihr Platz eins im Angebot sind mit 76 Prozent aufbereitete Notebooks. Diese bieten auch 53 Prozent der IT-Remarketing-Anbieter und Distributoren an, ihr Platz drei. Den zweiten Platz der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren bekommen mit 72 Prozent aufbereitete Desktop-PCs, gefolgt von 57 Prozent aufbereitete Server- und Storage Systeme. Der Schwerpunkt der IT-Remarketing-Anbieter und Distributoren liegt mit 53 Prozent bei gebrauchten Windows-Lizenzen. Doch auch 45 Prozent der ITK-Fachhändler und Systemintegratoren handeln mit diesen.

Wie Kunden erreichen?

Hardware aufzubereiten ist das eine, doch wie kommen die aufbereiteten Produkte wieder auf den Markt? Die IT-Remarketing-Anbieter und Distributoren setzen beim Weiterverkauf von aufbereiteter Hardware sowie von gebrauchten Software-Lizenzen zu gleichen Teilen auf zwei Kanäle. Mit jeweils 60 Prozent teilt sich der Direktvertrieb mit dem Vertrieb über IT-Systemhäuser bei den Befragten den ersten Platz. Retailer belegen mit 46 Prozent den zweiten Platz. Der IT-Fachhandel und E-Teiler teilen sich den dritten Platz mit jeweils 40 Prozent.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung.

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

(ID:48257510)