Ausbildung zum Smart-Home-Spezialisten

Rademacher umwirbt den IT-Fachhandel

| Autor: Sylvia Lösel

Seit Neuestem lässt sich das Home-Pilot-System auch via Alexa Skill per Sprachbefehl steuern.
Seit Neuestem lässt sich das Home-Pilot-System auch via Alexa Skill per Sprachbefehl steuern. (Bild: Rademacher)

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Das Smart Home ist in aller Munde. Doch viele Fachhändler verpassen gerade die Riesenchance, sich in diesem Markt einen Namen zu machen. Um das zu ändern, hat der Geräte-Elektronik-Spezialist Rademacher sein Fachhandelsprogramm erweitert.

Andreas Doelker, Chief Sales Officer bei Rademacher
Andreas Doelker, Chief Sales Officer bei Rademacher (Bild: Rademacher)

Als Rademacher vor 50 Jahren im Münsterland gegründet wurde, war noch lange keine Rede von Smart Home, Alexa und High-Tech-Steuerungssystemen. Doch das Unternehmen hat sich durch Innovation „Made in Germany“ immer am Puls der Zeit bewegt. 1981 war es ein automatischer Gurtwickler, der dem Hersteller aus Rhede zu hohen Umsatzzahlen verhalf. Heute setzt Rademacher auf das Smart Home und hat sich mit dem neuen CSO Andreas Doelker Verstärkung aus der IT-Branche geholt. Doelker, der zuvor bei Zyxel unter Vertrag war, will Smart Home und den IT-Fachhandel zusammenbringen. Gerade der IT-Fachhandel könnte sich hier stark positionieren – denn IT-Knowhow und das Wissen um Vernetzung sind beim Thema Smart Home Gold wert, ist sich Dölker sicher. „Das Handwerk hat seine Auftragsbücher voll. Deshalb kümmern sich noch viel zu wenige aktiv um das Thema Smart Home. Daher möchte Rademacher unterstützend unter die Arme greifen und den Systemintegrator zusätzlich ansprechen, erläutert Dölker.“ Rademacher will sich deshalb vor allem nach Systemintegratoren umschauen, die Gewerk-übergreifend aktiv sind.

IT-Branche im Visier

Um Interessenten entsprechend zu schulen, hat sich Rademacher überlegt, sein Ausbildungs- und Partnerprogramm neben den Fokus-Zielgruppen Elektroinstallateur und Rollladen- und Sonnenschutzfachhandwerker auf den IT-Kanal auszuweiten und auch Systemintegratoren zum HomePilot-Fachmann auszubilden. Diese „Ausbildung“ umfasst nicht nur die Schulung auf die Produkte, sondern macht die Partner zudem fit in Sachen Vertriebsrhetorik und im Bedarfsfall vertraut mit der IP-Welt. Rademacher unterstützt bei Bedarf auch bei der Projektierung. Darüber hinaus gibt es Service- und Marketingsupport. Insbesondere werden Partner mit dieser Ausbildung Endkunden vorgeschlagen, die über Rademacher einen qualifizierten Fachhandwerker suchen. Neben den Fokus-Vertriebskanälen möchte Rademacher das „HomePilot-Fachmann“-Programm als verkaufsunterstützende Maßnahme künftig auch in die IT-Branche tragen und dort das Thema Hausautomation etablieren. „Da die HomePilot-Box als Zentrale des Rademacher Smart Homes ein IP-basierendes Gerät ist, ist es naheliegend“, so Geschäftsführer Steffen Weinreich, „insbesondere IT-Systemintegratoren als Fachpartner in das wachsende Geschäft mit smarter Hausautomation einzubeziehen.“

Starkes Wachstum bei Smart Home

Rademacher hat inzwischen 185 Mitarbeiter und macht einen Jahresumsatz von 36 Millionen Euro. Ein Drittel davon entfällt auf Smart-Home-Produkte. Dieser Bereich wächst zwischen 25 und 30 Prozent jährlich. „Mit der Antriebs-Produktfamilie RolloTube haben wir ein starkes Sortiment für die Automation von Sicht- und Sonnenschutz an der Fassade entwickelt“, beschreibt Weinreich, der zusammen mit Ralf Kern für die Geschäftsführung verantwortlich zeichnet, die Innovation im Portfolio, mit der Rademacher die Basis für das spätere Smart-Home-System geschaffen hat. „Mit der Automatisierung der Fassade nimmt man gleichzeitig Einfluss auf weitere Gewerke wie Licht, Heizung oder auch auf die Sicherheit. Daher ist es nur konsequent, dass Rademacher sein Sortiment horizontal ausweitet und entsprechende Anwendungen in die Home-Pilot-Produktfamilie integriert.“

Herzstück des Systems

Bis zu 100 Geräte lassen sich über die Home-Pilot-Box – die Steuerzentrale des Systems – als einzelne Abläufe oder ganze Szenarien miteinander vernetzen und automatisieren. Dazu zählen neben den Rollladen- und Markisenmotoren auch Aktoren für Raffstores, die Beleuchtung und elektrische Geräte sowie Raumthermostate oder Kameras für den Innen- und Außenbereich. Die Steuerung erfolgt per Wandtaster, Handsender, Tablet oder PC und mobil per Smartphone. Die Daten bleiben lokal gespeichert, also nicht in der Cloud, sondern im Heimnetzwerk des Nutzers. Die Home-Pilot-Hausautomation kann auf Wunsch auch ohne Internetverbindung, also offline mit lokaler Steuerung per Handsender oder Wandtaster betrieben werden. Wer auch von unterwegs Zugriff auf sein Haus haben möchte, kann die Funktion „WR-Connect“ aktivieren. Das funktioniert sogar weltweit – so kann man auch vom Urlaubsort aus nachschauen, ob in der Heimat alles in Ordnung ist. „Wir haben uns bewusst gegen eine Cloud-Lösung entschieden“, so Kern, der sich als CTO im Unternehmen um diese sicherheitstechnischen Belange kümmert. „Nur für den Fernzugriff oder ein Update muss man sich mit WR Connect verbinden. Dann verhindern Verschlüsselung und Authentifizierung, dass Unbefugte in das System eindringen.“

Seit neuestem lässt sich das Home-Pilot-System auch mit Hilfe von Alexa steuern. Mit dem neuen Alexa Skill können Licht, Rollläden und Heizung jetzt auch per Sprachbefehl bedient werden.

Made in Germany

Rademacher fertigt in Deutschland.
Rademacher fertigt in Deutschland. (Bild: Rademacher)

Neben dem kontinuierlich gewachsenen Stammsitz in Rhede besitzt Rademacher seit 1993 einen weiteren Produktionsstandort in Dresden. „Im Unterschied zu vielen anderen Unternehmen haben wir uns nie vom Prinzip ,Made in Germany' verabschiedet“, betont Weinreich.

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