Zum 100-jährigen Jubiläum der IFA ist ein wenig Träumen erlaubt, schließlich war und ist Unterhaltungselektronik ein wesentlicher Bestandteil des modernen Lebens. Doch braucht der gebeutelte Consumer-Electronics-Markt zum Abheben nicht mehr positive Impulse?
Trendthemen wie KI oder weitere positive Impulse könnten dem Consumer-Electronics-Markt Grund zum Abheben geben.
(Bild: Nicat - stock.adobe.com / KI-generiert)
Abheben mit Alef A, dem fliegenden Auto des kalifornischen Startups, wird in ein paar Jahren möglich sein – vielleicht. Ganz sicher gezeigt wird ein Prototyp des fliegenden Autos, der schlappe 299.999 US-Dollar kosten soll, auf der IFA 2024. Aufregende technische Neuerungen vor allem in der Unterhaltungselektronik standen immer schon auf der Agenda der IFA, die in diesem Jahr 100. Geburtstag feiert. Dabei haben sich die Veranstalter der traditionsreichen Messe mächtig ins Zeug gelegt, um als Tech-Messe „nationale und internationale Märkte positiv zu beeinflussen“, wie Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu, Inhaberin der Markenrechte an der IFA, erklärt.
Dr. Sara Warneke, Geschäftsführerin der gfu „Die IFA wird auch in ihrem Jubiläums-Jahr die nationalen und internationalen Märkte positiv beeinflussen.“
Bildquelle: Katrin Probst Photography
So will die IFA, deren Abkürzung jetzt nicht mehr für Internationale Funkausstellung steht, sondern Innovation für alle, mit spannenden Produkten, Shows mit Influencern und Prominenz sowie mit Robotics & Rockstars feiern. Und mit Trendthemen wie KI oder Nachhaltigkeit soll die Messe wieder zum Hotspot für Technikbegeisterte werden.
Nötig ist das nicht nur, um Aussteller und Besucher in die Messehallen unter den Funkturm zu locken, vielmehr hofft die Consumer-Electronics-Branche (CE-Branche) mit neuen Produkten den Umsatz im Jahresendgeschäft weiter ankurbeln zu können. Grund zur Hoffnung gibt es jedenfalls.
Negativtrend geht zurück
So zeigte sich der Distributionsmarkt dieses Jahr im Absatz relativ stabil, wie Tatjana Wismeth, Head of Distribution & Supply Chain Intelligence bei der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), erläutert. Sie fügt hinzu: „im Umsatz sehen wir hingegen den Einfluss der rückläufigen Inflation und gesunkener Preise. Von Januar bis Juli 2024 belief sich der Umsatz auf aktuell 12,5 Milliarden Euro“. Das entspricht einem Minus von 6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode. Damit habe sich der seit 2022 anhaltende Negativtrend deutlich abgeschwächt. Dabei gibt es ein Segment aus dem CE-Bereich, das Vorreiter in Sachen positive Entwicklung geworden ist: Die privat genutzten Telekommunikations-Produkte erreichten einen Umsatz von 6,7 Milliarden Euro – und damit ein Plus von 1,3 Prozent. Federn lassen musste aber wieder der IT-Sektor. Der Umsatz mit privat genutzten Computern und Peripheriegeräten sank um 4 Prozent und liegt damit nur noch leicht unter den Vorjahreswerten.
So sah das Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2024 aus
(Bild: GfK)
Dafür bescherten aber Software-Produkte deutschen Distributoren gute Umsatzwerte.Und im Absatz konnten sich auch Hardware-Produkte steigern. Nachgefragt wurden vor allem Tablets. „Eine sichtbare Verbesserung gibt es beim Verkauf von Media-Tablets mit iOS oder Android. Sie konnten gut zulegen und verzeichnen ein Absatz-Plus von 5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr“, bestätigt die GfK-Expertin.
Tatjana Wismeth, Head of Distribution & Supply Chain Intelligence bei der GfK „Der Distributionsmarkt zeigt sich dieses Jahr im Absatz relativ stabil. Beim Umsatz sehen wir den Einfluss der rückläufigen Inflation und gesunkener Preise.“
Bildquelle: GfK
Positive Entwicklungen trotz Inflation
Dass durchaus Musik drin ist in der Unterhaltungselektronik, bestätigt auch Michael Wendt, CEO der Wentronic Group. Als Hersteller und Distributor für Zubehör aus der Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik, sieht der CEO, in allen Kategorien noch reichlich Potenzial. Allerdings kann Wendt auch Probleme in der Distribution ausmachen. Schließlich gab es „eine Überversorgung, auf die eine ungewöhnlich hohe Inflation folgte. Dadurch sind die Budgets der Verbraucher verständlicherweise angespannt.“ Der Wentronic-Chef ist zudem der Ansicht, dass der Markt eine Weile brauche, um sich zu erholen. Doch räumt er ein: „Wir profitieren von technologischen Updates, insbesondere bei neuen Bildschirmauflösungen und der zunehmenden Standardisierung von Anschlüssen“.
Michael Wendt, CEO bei der Wentronic Group „Wir sehen viel Potenzial in all unseren Kategorien, von Netzwerkzubehör über USB-C bis Stromversorgung für Mobiltelefone und Laptops.“
Bildquelle: Wentronic
Der Inflation und derzeitigen geopolitischen Krisen zum Trotz konnte sich aber neben privat genutzter Telekommunikations-Produkte auch das TV-Segment positiv entwickeln. Der Umsatz mit Fernsehern erreichte im ersten Halbjahr dieses Jahres mit 1,4 Milliarden Euro ein Plus von 1,8 Prozent. Zurückführen lässt sich die gesteigerte Nachfrage nach TV-Geräten auf sportliche Großereignisse wie die Fußball-EM in Deutschland und die Olympischen Spiele in Paris. Der sogenannte Euro-Effekt führte vor und während Fußball-Europameisterschaft 2024 dazu, dass der Absatz von TV-Geräten im zweiten Quartal 2024 um knapp 17 Prozent verglichen mit dem Vorjahreszeitraum gestiegen ist. Gefragt waren dabei vor allem Ultra-HD-Fernseher mit großen Diagonalen von über 51 Zoll.
Stand: 08.12.2025
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Tatjana Wismeth führt aus, dass der gesamte CE-Sektor von den sportlichen Events in diesem Jahr und der gestiegenen Reisebereitschaft während der Sommermonate profitiert habe. Demnach erreichte etwa der Absatz mit Camcordern in der Distribution ein Plus von 51 Prozent. Und der Absatz mit Photo-Equipment habe sich im Vergleich zum Vorjahr in der Distribution sogar mehr als verdoppelt.
Für positive Impulse und mehr Umsatz im CE-Markt sorgen traditioneller Weise Verkaufsaktionen wie die Black Weeks. Dass Endverbraucher auch in diesem Jahr Preisnachlässe im Jahresendgeschäft mitnehmen werden, kann als sicher gelten. Laut Wismeth erholt sich gerade die Konsumlaune. Darüber hinaus beflügeln Replacement-Zyklen und das Windows-Replacement die Anschaffungslaune im B2B-Bereich. Aber auch im Kosumentengeschäft gehe man von einer höheren Bereitschaft zum Geräteaustausch aus, bekräftigt GfK-Markforscherin. Schließlich beträgt das durchschnittliche Alter von Computern bei Privatnutzern rund 5 Jahre und das Support-Ende von Windows 10 betrifft auch private PCs.
KI-PCs für die breite Masse
KI-PCs sollen nicht nur im B2B-Bereich für mehr Umsatz sorgen, sondern auch für Privatnutzer attraktiver werden. Aktuell verfügbare KI-PCs von Acer, Asus, Dell, Lenovo oder HP arbeiten mit Snapdragon-X-Prozessoren von Qualcomm und sind im Premium-Segment angesiedelt. Ändern könnte sich das durch Angebote etwa von Medion und nicht zuletzt durch die neuen Prozessoren von AMD und Intel.
Wachstum bei smarten und KI-Produkten zu erwarten
Michael Wendt erwartet unabhängig davon „in den kommenden Monaten ein starkes Wachstum bei Produkten, die mit der Vernetzung smarter Geräte zusammenhängen. Besonders Zubehör für mobile Geräte wie Smartphones, Laptops und Tablets ist weiterhin bedeutsam.“
Die neue Hoffnung gehört aber zweifellos der KI. Das betrifft in erster Linie Computer und den B2B-Bereich. Schließlich haben Unternehmen erkannt, dass KI-PCs die Produktivität der Mitarbeiter steigern und die Zusammenarbeit verbessern können. Zwar schätzt auch Bitkom, dass KI in Privathaushalten stark an Bedeutung gewinnen wird. Einer Studie des Branchenverbands zufolge zeigen sich 80 Prozent aller Deutschen offen für KI-gesteuerte Smart-Home-Tools. Demnach können sich die meisten (70 %) vorstellen, dass KI die Heizungssteuerung übernimmt und mit Hilfe von Nutzerdaten und Energiesparmaßnahmen die jeweils richtige Temperatur einstellt. Offen sind Verbraucher zudem einer KI gegenüber, die vorausschauend etwa Schäden an der Haustechnik erkennt und eine Wartung veranlassen kann. So ist zu erwarten, „dass der Smart-Home-Markt durch KI einen echten Wachstumsschub erfährt“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.
Tablets im Aufwind
Media-Tablets mit iOS oder Android haben in der ersten Jahreshälfte 2024 ordentlich zugelegt. Das dürfte zum Teil daran liegen, dass Schulen verstärkt Tablets einsetzen. Und da Bayern im kommenden Schuljahr Eltern-finanzierte Geräte einführen wird, dürfte der Umsatz weiter steigen. Auch die Tatsache, dass neue Tablets mit KI-Unterstützung auf den Markt kommen werden, wird für weiteren Aufschwung sorgen.
Doch gebe es gerade beim KI-Einsatz in den eigenen vier Wänden Bedenken und Ängste. So haben viele Konsumenten Vorbehalte wegen der Sicherheit der Geräte. Über die Hälfte (55 %) der von Bitkom befragten Verbraucher befürchten, über Smart-Home-Anwendungen überwacht zu werden.
Außer Sicherheitsbedenken, die ausgeräumt werden müssten, sieht GfK-Expertin Wismeth im Zusammenhang mit KI eine weitere Herausforderung für Distributoren und den Channel. „Distributoren und Händler müssen die KI-Wissenslücke bei den Konsumenten schließen. Hier ist der Channel wirklich gefragt, um durch Kommunikation und Marketing den Mehrwert der neuen Technologien herauszustellen und Sicherheitsbedenken auszuräumen, erläutert Wismeth.
Schließlich hat eine Umfrage der Gfk ergeben, dass Anfang des Jahres nur 22 Prozent der Konsumenten mit dem Begriff KI-Notebooks etwas anfangen konnte.
Wismeth ist überzeugt, dass „Marketing und die richtige Produktkommunikation daher entscheidend für den Erfolg“ sei. „Hier sind Distributoren und Händler gleichermaßen gefragt, um Awareness zu schaffen und Kunden den Mehrwert transparent zu vermitteln“, fügt die Marktforscherin hinzu.
Alef Modell A auf der IFA
Das fliegende Auto von Alef Aeronautics wird so schnell wohl nicht abheben. Doch es ist mehr als Science Fiction. Entwickelt wurde das fliegende Batmobil, um auf der Straße zu fahren und bei Bedarf vertikal abzuheben – ein Lösungsansatz für die Probleme im Straßenverkehr.