Verunsicherter Channel bewahrt gespannte Ruhe

Partner zu HP-PSG: Zwischen Bangen und Hoffen

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Chance zur Emanzipation

Für den Channel birgt HPs abrupter Schritt aber auch eine echte Chance: „Die Delle, die durch die Absage an das PC-Geschäft hervorgerufen werden wird, wird die Abhängigkeit des gesamten Channels von HP senken, und das ist gut so“, erklärt ein langjähriger Kenner der Szene. HP habe aufgrund der extrem starken Marktposition häufig über die Köpfe und Wünsche der Partner hinweg agieren können. Eine Machtverteilung auf mehrere Anbieter werde einen selbstbewussteren HP-Channel zur Folge haben.

Reinhard Ehrlich, Geschäftsführer der Ehrlich EDV-Beratung
Reinhard Ehrlich, Geschäftsführer der Ehrlich EDV-Beratung
Reinhard Ehrlich, Geschäftsführer der Ehrlich EDV-Beratung und langjähriger HP-Partner, stimmt dem zu: „Bislang hat HP die Hinweise aus dem Fachhandel und der Distribution ignoriert. Auf den Punkt gebracht: Wer sich von den namhaften Herstellern einseitig auf die Seite des Internethandels und der großen Direktvertreiber stellt, wird selbst aufgefressen. HP ist nur ein Beispiel.“

Preis- und Umsatzausfälle?

Noch seien keine konkreten Auswirkungen spürbar, so das Fazit der Partner. Doch viele rechnen mit einem beschleunigten Preisverfall für die HP-PCs. „Wir gehen davon aus, dass HP mittels Promotion-Angeboten versuchen wird, sich von der Bestandsware zu trennen“, so ein Insider.

Rainer Kalkbrener ist Geschäftsführer von Kumatronik.
Rainer Kalkbrener ist Geschäftsführer von Kumatronik.
Mit Umsatzausfällen sei nicht zu rechnen, meint auch Rainer Kalkbrener, Geschäftsführer der ACP-Gruppe: „HP ist heute Marktführer im Bereich Desktop und Notebook. Wir gehen auch mittelfristig von einer sehr starken Marktposition der heutigen HP-Produkte aus. Durch die aktuellen Entscheidungen von HP sind daher keine negativen Auswirkungen zu befürchten.“

Eine Frage der Zeit

Will HP sich die Strategie Lenovos zu Eigen machen, bedarf es schnell klarer Fakten. Andernfalls riskiert HP, die Versäumnisse von Oracle/Sun in Sachen Kommunikation zu wiederholen: Fast ein Jahr ließ Oracle die Partner um Unklaren darüber, wie man in Sachen Sun-Hardware weiter vorgehen werde – mit fatalen Folgen: Der Sun-Umsatz brach massiv ein. □

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