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Autonom per SaaS Oracle DB: Raus aus dem Keller, rein in die Abteilung

Autor: Dr. Stefan Riedl

Die Oracle Database gibt es jetzt „autonom“ sowie in SaaS-Manier. Dadurch lässt sie sich raus aus der Zuständigkeit der IT, rein in die der Fachabteilung, platzieren. Bei dieser Herangehensweise ändern sich viele Gepflogenheiten des Datenbank-Channel.

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Selbstadministrierend und in SaaS-Manier – so kommen die neuesten Oracle-Datenbanken daher.
Selbstadministrierend und in SaaS-Manier – so kommen die neuesten Oracle-Datenbanken daher.
(Bild: © Cybrain - stock.adobe.com)

„Unternehmen erkennen immer mehr den Wert, der aus Daten gezogen werden kann“, sagt Barbara Wittenberg, Sales Director Autonomous Cloud bei Oracle Deutschland. In der Praxis ergibt sich daraus, dass Mitarbeiter zunehmend auf eine einheitliche Datenbasis zugreifen können und zwar in Echtzeit durch verschiedene Akteure in verschiedenen Funktionen im Unternehmen. „Bei manchen Fachabteilungen liegt es auf der Hand, dass gemeinsame Datenpools genutzt werden: Finance und Sales beispielsweise, oder Marketing und Produktentwicklung, aber es können auch ungewöhnlichere Kombinationen vorkommen“, so Wittenberg. Um die Nachfrage entsprechend befriedigen zu können laute die Devise daher ganz allgemein, unterschiedliche Datentöpfe über eine Lösung zu verbinden und verfügbar zu machen.

Die „Oracle Database“ ist seit immerhin 1979 auf dem Markt. Oracle ist damit groß geworden. Seither wurde die Datenbank immer weiter entwickelt und im quasi vorletzten Schritt sei sie sozusagen autonom geworden. Wittenberg erläutert, was damit gemeint ist: „Die Datenbank betreibt, optimiert, repariert und sichert sich selbst – was die Sicherung angeht auf Backup- sowie auf Patch-Ebene.“

Ohne Umweg über die IT in die Fachabteilung

Ein weiterer technologischer Schritt folgte auf die „Autonomie“, indem der Soft- und Middleware-Hersteller die autonome Datenbank in die Cloud gebracht hat – ins Oracle-Rechenzentrum in Frankfurt, um genau zu sein, wobei international auch andere Datacenter-Regionen gewählt werden können. Die SaaS-Komponente bringe einige Vorteile mit sich: Die Problematik, dass das Medium „vollläuft“ bestehe beispielsweise nicht mehr, denn das Oracle-Rechenzentrum ist groß.

Wittenberg ergänzt: „Da Admin-Tätigkeiten wegfallen und die Bereitstellung auf Knopfdruck erfolgt, macht die autonome Datenbank aus der Cloud Fachabteilungen unabhängiger von der IT. Für den Betrieb und die Administration der Datenbank-Software sowie der Infrastruktur wird sie nicht mehr gebraucht und kann sich um wichtigere Dinge kümmern.“

Im SaaS-Modells werden automatisch Leistungsfähigkeit und Speicher skaliert, so dass keine On-Prem-Hardware auf Peaks ausgelegt werden muss.

Die Rolle des Channels

„Die Kosten sind schwer pauschal zu beziffern“, sagt Wittenberg, „und berechnen sich für den einzelnen Anwendungsfall abhängig vom gebuchten Service-Level.“

Naturgemäß gibt es für IT-Systemhäuser, -Reseller und -Dienstleister beim SaaS-Modell keine Handelsmarge zu verdienen und wegen der Autonomie wandert Wertschöpfung in Hinblick auf Administration weg vom Channel hin zum Hersteller – verglichen mit einer klassischen On-Prem-Lösung. Wittenberg baut dennoch auf Channel-Akteure: „Der Channel kann im Rahmen von Projekten die Vorteile dieser Technologie nutzen und diesen Service anbieten.“ Gearbeitet wird in diesem Zusammenhang häufig mit dem „Enterprise ­Manager“, eine Oracle-Lösung, die die Migration von Datenbanken automatisiert – auch hin zur Cloud-Datenbank-Lösung.

Vertrieblich ändert sich beim Thema „autonome SaaS-Datenbank“ einiges: „Wenn man so will kommen wir mit den Gesprächen aus dem Keller – der IT – raus und sprechen mehr mit Vertretern aus den Fachabteilungen.“ Auch die Capex-Opex-Diskussion, also die buchhalterischen Vorteile einer Service-Lösung, spielen eine zunehmend wichtige Rolle: „SaaS- und PaaS-Lösungen werden als laufende Betriebsausgaben verbucht, während im ­Gegensatz dazu Einmal-Investitionen in Infrastruktur abgeschrieben werden“, so die Managerin.

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Dr. Stefan Riedl

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Leitender Redakteur