Bitkom-Umfrage zur Nutzung freier Software Ohne Open Source geht in Unternehmen fast nichts mehr

Redakteur: Elke Witmer-Goßner

Ohne Open-Source-Software läuft in den meisten Unternehmen nicht mehr viel. Vor allem bei Datenbank-, Schreib- und Grafik-Anwendungen, Web-Diensten oder Server-Betriebssystemen kommen frei verfügbare Programme zum Einsatz.

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Unternehmen favorisieren den Einsatz von Open-Source-Software, um Kosten zu sparen, die Sicherheit und Kompatibilität zu erhöhen oder auch leichter Anbieter wechseln zu können.
Unternehmen favorisieren den Einsatz von Open-Source-Software, um Kosten zu sparen, die Sicherheit und Kompatibilität zu erhöhen oder auch leichter Anbieter wechseln zu können.
(Bild: gemeinfrei© StockSnap / Pixabay )

Die Lizenz von Open-Source-Software erlaubt es, die Programme frei auszuführen, den Quellcode zu analysieren und anzupassen sowie die Software auch in modifizierten Varianten weiterzugeben. Eine Voraussetzung dafür ist, dass der Quellcode der Software offen zugänglich ist. „Open Source kann durch den offenen Quellcode das Entwicklungstempo gerade rund um neue Technologien wie Künstliche Intelligenz, Datenanalysen und Blockchain erhöhen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Open Source ist weit verbreitet, hat sich etabliert und erlaubt die Anpassung von Anwendungen für den spezifischen Einsatzzweck im Unternehmen.“

Open Source als wichtiger Treiber der Digitalisierung

Dies hat auch ein Großteil der Unternehmen erkannt, die der Bitkom jüngst befragt hat: Demnach nutzen inzwischen 7 von 10 Unternehmen, die an der Befragung teilgenommen haben, freie Software – Tendenz steigend. Nur 7 Prozent der Befragten an, Open Source grundsätzlich kritisch oder ablehnend gegenüber zu stehen. Immerhin zwei Drittel (67 %) bezeichnen sich als interessiert und aufgeschlossen. Allerdings ist ein weiteres Viertel (25 %) noch unentschieden.

Aktuell gilt: Je größer das Unternehmen, desto eher greift es auf Open-Source-Lösungen zurück. Unter den Unternehmen mit 2.000 oder mehr Beschäftigten sind es mit 87 Prozent die meisten, am seltensten greifen Unternehmen mit 20 bis 99 Beschäftigten auf Open Source zurück – aber auch unter ihnen ist es mit 70 Prozent eine deutliche Mehrheit.

Unternehmen wollen Vorteile nutzen

82 Prozent der Unternehmen sehen Vorteile beim Einsatz von Open-Source-Software. Als wichtigster Vorzug gilt dabei die Kosteneinsparung (24 %). Dahinter folgen der Zugriff auf den Quellcode (14 %) und eine einfachere Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln (8 %) sowie hohe Sicherheit durch zeitnahe Updates (7 %). Darüber hinaus werden eine Vielzahl weiterer Vorteile genannt, unter anderem die einfache Anpassung an eigene Bedürfnisse und eine große Auswahl an Open-Source-Komponenten (jeweils 5 %), der Wissensaustausch in einer breiten und aktiven Community (4 %) sowie eine bessere Kompatibilität (4 %) und offene Standards (3 %).

Allerdings sehen umgekehrt 9 von 10 (88 %) der Unternehmen auch Nachteile beim Einsatz von Open-Source-Software. So wird vor allem das Fehlen von auf Open-Source spezialisierten Fachkräften (14 %), ein hoher Schulungs- und Einarbeitungsaufwand und eine unklare Gewährleistungssituation (je 10 %) beklagt. Auch die zu große Auswahl an Open Source und der mangelnde kommerzielle Support und ganz allgemein Sicherheitsaspekte (je 7 %) werden häufiger als Nachteile genannt.

Community wird unterstützt

Etwas mehr als die Hälfte der Unternehmen (55 %) greift dabei nicht nur auf Open Source zurück, sondern unterstützt auch die Open-Source-Community. So kauft jedes Dritte (36 %) Support-Leistungen oder spezielle Enterprise-Lösungen. In jedem Fünften (21 %) beteiligen sich Beschäftigte oder Teams aktiv an Open-Source-Projekten, 11 Prozent initiieren oder begleiten sie sogar selbst. Jedes elfte Unternehmen (9 %) stellt der Community veränderten oder verbesserten Quellcode zur Verfügung.

Hinweis zur Methodik:
Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbands Bitkom durchgeführt hat. Dabei wurden 1.152 Unternehmen ab 20 Beschäftigten in Deutschland telefonisch befragt. Die Umfrage wurde im Rahmen des bis Ende des Jahres angelegten Projektes „Open Source Monitor 2021“ gemacht, das unterstützt wird von bitsea, Daimler, DB Systel, Professur für Open-Source-Software der Universität Erlangen-Nürnberg, Fraunhofer-Gesellschaft, KPMG, {metæffekt}, Microsoft, Nordemann, Osborne Clarke, publicplan, PwC, Red Hat, SAP und SUSE.

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