Stimmungsbild aus der Praxis Nachweise, Meldefristen und Risikomanagement bremsen NIS 2

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Acht Monate nach Inkrafttreten von NIS 2 kämpfen viele Unternehmen weiterhin mit der praktischen Umsetzung. Besonders aufwendig sind laut einer Befragung des Verbands Eco Dokumentationspflichten, Meldeprozesse und das Risikomanagement.

Dokumentations- und Nachweispflichten, Meldewege sowie Risikoanalyse und Risikomanagement zählen laut eco-Stimmungsbild zu den größten praktischen Hürden bei der NIS-2-Umsetzung.(Bild:  KI-generiert)
Dokumentations- und Nachweispflichten, Meldewege sowie Risikoanalyse und Risikomanagement zählen laut eco-Stimmungsbild zu den größten praktischen Hürden bei der NIS-2-Umsetzung.
(Bild: KI-generiert)

Einer Umfrage des Eco-Verbands der Internetwirtschaft geht hervor, dass mehr als ein Drittel der bereits beim Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) registrierten Unternehmen den NIS-2-Registrierungsprozess als „sehr kompliziert“ bewertet. 53 Prozent stuften ihn als „in Ordnung“ ein. Aus Sicht des Verbands verdeutlicht dies, dass die Registrierung zwar ein wichtiger Einstieg ist, aber noch keine belastbare NIS-2‑Umsetzung sicherstellt.

Knapp 18 Prozent der teilnehmenden Unternehmen gaben an, die NIS-2-Anforderungen vollständig umgesetzt zu haben. Rund 36 Prozent befinden sich nach eigener Einschätzung planmäßig in der Umsetzung. Weitere knapp 18 Prozent berichteten von Verzögerungen. Der zusätzliche Aufwand ist dabei für nahezu alle Befragten spürbar. Rund 15 Prozent bewerten ihn als sehr hoch, jeweils rund 38 Prozent als hoch beziehungsweise mittel. Kein Unternehmen gab an, dass NIS 2 keinen zusätzlichen Aufwand verursacht.

Nachweise und Meldewesen als größte Baustellen

Bei den konkreten Herausforderungen nannten die Befragten vor allem Nachweispflichten und Audits. Sie entfielen auf rund 26 Prozent der Nennungen. Dahinter folgen Meldeprozesse mit den vorgesehenen 24- und 72-Stunden-Fristen mit rund 25 Prozent sowie Risikoanalyse und Risikomanagement mit rund 21 Prozent.

Ulrich Plate, Leiter der Eco-Kompetenzgruppe KRITIS, betont, dass NIS 2 nicht als reine Compliance-Aufgabe verstanden werden dürfe. Unternehmen müssten regulatorische Anforderungen in funktionierende Prozesse übersetzen, mit klaren Verantwortlichkeiten, belastbaren Meldewegen, dokumentierten Risiken und einem wirksamen Lieferkettenmanagement.

Das BSI hatte im Juni Feedback zu seinen NIS-2-Unterstützungsangeboten eingeholt, darunter zur Betroffenheitsprüfung, Geschäftsleitungsschulungen und Informationsmaterialien. Eco begrüßt diesen Ansatz, fordert jedoch stärker praxisorientierte Hilfen.

Die Ergebnisse beruhen auf einer Kurzabfrage unter 38 Unternehmen aus dem Eco‑Umfeld und sind nicht repräsentativ. Da einzelne Fragen freiwillig beantwortet wurden, variiert die Zahl der Antworten je nach Fragestellung. Die Umfrage liefert damit vor allem ein Stimmungsbild aus der Praxis.

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