Open Source NGINX: Webserver, Load Balancer, API-Gateway und mehr

Autor: Dr. Stefan Riedl

Auch eine Open-Source-Lösung will gepflegt und implementiert werden. Im Webserver-­Umfeld zählt NGINX zu den großen Akteuren. Nach dem Aufkauf durch F5 Networks, wird nun in den Channel investiert.

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Die Netzwerk-Komplexität steigt, was mehr Management- und Monitoring-Aufgaben nach sich zieht.
Die Netzwerk-Komplexität steigt, was mehr Management- und Monitoring-Aufgaben nach sich zieht.
(Bild: Peer Frings - stock.adobe.com)

NGINX (ausgesprochen „Engine-Ex“) ist eine Open-Source-Software (BSD-Lizenz), die in erster Linie einen Webserver darstellt, aber mit weiteren Modulen ergänzt werden kann, darunter Load Balancer, Web Application Firewall, API-Gateway, Reverse Proxy und Content Cache. Der Marktanteil bei HTTP-Servern liegt im deutschsprachigen Raum bei rund 10 Prozent. Beispielsweise setzen Netflix, AWS und Airbnb auf NGINX Open Source, um den Datenverkehr zu ihren Anwendungen zu verwalten.

F5 Networks kauft zu

Im März dieses Jahres wurde das Unternehmen von F5 Networks für 670 Millionen US-Dollar gekauft. Owen Garrett, Senior Director, Product Management NGINX bei F5 Networks, will nun die Partner-Community ausbauen. Wie im Open-Source-Umfeld üblich, bietet das Unternehmen Dienste rund um das freie Produkt an. Die kommerzielle „NGINX Application Platform“ wird im Abonnement-System vertrieben. „Unternehmenskunden erhalten Zugriff auf die unterstützten Patches der NGINX-Lösungen und zusätzliche Unternehmensfunktionalitäten. Zudem haben sie Zugang zum technischen Support von NGINX mit einer Reaktionszeit von 30 Minuten“, beschreibt Garret.

Prinzip „Schweizer Taschenmesser“

Owen Garrett, Senior Director, Product Management NGINX bei F5 Networks
Owen Garrett, Senior Director, Product Management NGINX bei F5 Networks
(Bild: F5 Networks)

Die NGINX Application Platform umfasst als Produkt-Suite, Tools, die Unternehmen benötigen, um Anwendungen bereitzustellen. Mit dem „NGINX Controller“ können Instanzen der Software in einer Multi-Cloud-Umgebung skalierbar verwaltet werden, unabhängig davon, ob sie als Load Balancer oder API-Gateways bereitgestellt werden. Das Loadbalancing-Modul hilft Infrastructure & Operation- (I&O-) Teams dabei, NGINX-Plus-Instanzen zu konfigurieren, zu verwalten und zu überwachen. Das API-Management-Modul ist für ­DevOps-Teams gedacht, um APIs zu definieren, zu veröffentlichen, zu sichern, zu überwachen und zu analysieren. „NGINX Unit“ schließlich, ist ein App-Server. „Wie ein Schweizer Taschenmesser“, so Garrett, „bietet NGINX DevOps- und Software-Architekten die Möglichkeit, ihre Architektur zu vereinfachen und Kosten zu senken“.

Agile Entwicklung und Microservices

Das Channel-Geschäft rund um NGNIX ist breit gefächert: Strategische Partner verfügen über langjährige Beziehungen zu Kunden und kennen ihre besonderen Herausforderungen. Neben diesen Partnern, die technisch involviert sind, vertreiben andere die Web-Lösungen im Sinne von Empfehlungen als Tippgeber. „NGINX ist ­bestrebt, seine wachsende Partner-Community intensiv weiterzuentwickeln und in sie zu investieren“, so der Chef des Produktmanagements.

„Integratoren und Reseller, die einen anwendungsorientierten Ansatz verfolgen, werden zunehmend mit den Herausforderungen konfrontiert, denen sich Unternehmen stellen müssen, die sich in Richtung agile Entwicklung und Microservices entwickeln“, so Garrett zum Marktgeschehen im Hintergrund. Fortschrittliche Architektur-Designs brauchen Spezialisten, die verstehen wie Legacy-Anwendungen mit ­einem hybriden Anwendungsdesign modernisiert werden können. Das Ziel ist es, die Datenübertragung sowohl in den monolithischen Anwendungen als auch in der Microservices-Plattform zu unterstützen. Partner beraten und implementieren beim Kunden und helfen dabei, den beschriebenen Übergang zu bewältigen. Es geht letztendlich darum, den Layer-7-Traffic (­Anwendungsschicht beziehungsweise Application Layer) zu optimieren. Außerdem gilt es Traffic und Workloads in einer Multi-Cloud-Landschaft zu verschieben und die Schwachstellen beim Routing, Sichern und Verwalten des Anwendungs-Traffic zu beheben.

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Leitender Redakteur