Oliver Mauss, CEO der Nexoware Gruppe, hat ehrgeizige Pläne für den IT-Channel. KI, Automation und das Zusammenspiel einzelner Tools sollen den Nexoware-Weg ebnen. Der Manager will Alternativen zu den dominierenden globalen Vendoren aufbauen.
Nexoware verzahnt einzelne Software-Tools, mit denen IT-Dienstleister in ihrem Tagesgeschäft arbeiten.
(Bild: Midjourney / KI-generiert)
Im November vergangenen Jahres hat Dr. Oliver Mauss die Position des CEO der Nexoware-Gruppe übernommen und hat große Pläne im IT-Channel. Nexoware fokussiert sich auf Kernprozesse von IT-Dienstleistern und bietet zusätzlich Software, mit denen sich Managed-Services-Lösungen realisieren lassen. Zur Gruppe gehören:
DocuFORM – Lösung für Document- und Output-Management
Tools verzahnen
Die Idee hinter Nexoware sei aus einer ganz einfachen Beobachtung entstanden, berichtet Mauss, nämlich der, dass IT-Dienstleister heutzutage mit einer Vielzahl einzelner Software-Tools arbeiten, die oft nicht sauber miteinander verzahnt sind. Vor allem in Europa gebe es zwar viele innovative Software-Produkte für den IT-Services Markt, diese seien aber Einzellösungen.
Nexoware will als Gruppe die für IT-Dienstleister relevanten Welten in einer integrierten Softwarearchitektur vereinen. Dies umfasse einerseits die für interne Abläufe erforderliche Systeme – ERP, IT-Service-Management und E-Commerce. Andererseits würden aber auch Softwareprodukte dazugehören, mit denen IT-Dienstleister Lösungen für Kunden anbieten können, beispielsweise für Automatisierung oder Document- und Output-Management. „Unser Ziel ist es, IT-Dienstleistern nahtlos integrierte Lösungen zu bieten, mit der sie ihr Geschäft effizient steuern und weiter ausbauen können“, so der Manager.
Der Channel entwickelt mit
Dr. Oliver Mauss, CEO, Nexoware
(Bild: Thomas Pöhler)
Als Gruppe spezialisierter Software-Unternehmen, entstünden die Lösungen aus dem Systemhaus- und MSP-Alltag heraus, betont Mauss. Ebenso werde man diese gemeinsam mit dem Channel weiterentwickeln. Und zwar „sehr direkt“. Kundenfeedback sei ein zentraler Bestandteil der Fortentwicklung und zwar über Abstimmungs- und Feedback-Portale sowie den direkten Austausch mit den Produktteams. So sollen reale Anforderungen aus dem Alltag der Systemhäuser aufgenommen und in konkrete Lösungen übersetzt werden.
„Seit Beginn des Jahres haben wir einen gemeinsamen, gruppenweiten Vertrieb für das gesamte Portfolio der Nexoware. So gewährleisten wir eine gesamtheitliche Betreuung unserer Kunden“, sagt der CEO. Ebenfalls neu ist ein Partnerprogramm: „Mit einem erfahrenen Team unterstützen wir IT-Dienstleister darin, neue Geschäftschancen für ihre Kunden zu entwickeln“, so der Manager. Diese Vorteile könne Nexoware nur als eng verzahnte Gruppe bieten.
Portfolio wird ausgebaut
„Wir bauen unser Portfolio gezielt entlang der IT-Prozesskette aus“, verrät Mauss mit Blick auf die Zukunft. Aktuell neu im Portfolio ist eine mit dem ERP integrierte eCommerce-Lösung, mit der Prozesse in der vertrieblichen Abwicklung erheblich vereinfacht werden können. „Auch unser Angebot für Systemhäuser als Partner wächst beständig“, so der CEO. Mit der Prozessautomatisierung SmartFlow oder einer Managed-Print-Lösung können diese leistungsfähige Managed Services aufbauen, ist man bei Nexoware überzeugt.
In Europa gibt es nur wenige Player in diesem Spielfeld, die ein solches Spektrum wie wir abdecken. Wir wollen daher die europäische Alternative zu den heute dominierenden globalen Vendoren werden.
Dr. Oliver Mauss, CEO, Nexoware
KI zieht in den Channel ein
Am spannendsten ist aus seiner Sicht aber der KI-Bereich. „Textvorschläge und -zusammenfassungen zählen ja heute bereits zum Standard in den meisten Software-Tools“, so Mauss. Bei Nexoware gehe man aber weiter und arbeitet intensiv an der Automatisierung von Prozessen durch KI. „So können Nutzer unserer ITSM-Plattform DocBee Tickets mit einem KI-Agenten automatisiert bearbeiten lassen“, erläutert der Nexoware-Chef. Und in Kürze wird das Unternehmen mit einem KI-basierten Sprachagenten als Produkt starten, der eigenständig den First-Level Desktop User-Support durchführt. „Damit bieten wir unseren Systemhaus-Kunden ein enormes Effizienzpotenzial“, ist Mauss überzeugt.
„Wir setzen bereits seit langem KI-Tools in der Softwareentwicklung ein“, sagt Mauss. Durch den enormen Produktivitätsgewinn würden sich Release-Zeiten deutlich verkürzen lassen, was sich in einer höheren Innovationsfrequenz widerspiegelt. Aber auch der IT-Services-Bereich würde sich hervorragend für KI eignen. Einerseits sei der Lösungsraum für IT-Services durch die Vielzahl von Hardware- und Software-Komponenten und -Varianten extrem groß. Andererseits würden Hersteller nahezu jede Information in Form von Handbüchern oder Release-Notes im Netz zur Verfügung stellen, die als Trainingsdaten genutzt werden können. Denkt man das zu Ende, können auf dieser Basis KI-Agenten entwickelt werden, die Support- und Serviceprozesse eigenständig übernehmen – von der Ticketanalyse bis zur Lösungsumsetzung. „Damit schaffen wir die Grundlage für ein hochautomatisiertes, skalierbares IT-Service-Management“, so Mauss.
Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile
Synergien im Vertrieb und der Innovation liegen auf der Hand. Aber die größte Stärke als Gruppe liegt aus der Sicht von Mauss in der Produkt-Integration: „Wenn ERP, Ticketing, Shop, Automatisierung und Dokumentenprozesse aufeinander abgestimmt sind, entstehen völlig neue Möglichkeiten“. Dazu habe man „Nexoware Connect“ entwickelt, das von allen Produkten aus der Gruppe unterstützt wird. So sollen konsistente, Daten-durchgängige und Tool-übergreifende Workflows und damit deutlich weniger manueller Aufwand erreicht werden. Nexoware Connect beinhaltet zudem ein MCP-Client-/Server-Konzept, so dass alle Funktionen per KI angesteuert werden können. Mauss ordnet das ein: „Produkte wachsen bei uns nicht nebeneinander, sondern miteinander.“
Stand: 08.12.2025
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IT-Dienstleister stehen unter massivem Druck, so Mauss:
Fachkräftemangel,
steigende Kundenerwartungen,
Sicherheitsanforderungen und
Margendruck.
Standardisierung, Automatisierung und skalierbare Prozessen können bei diesen Herausforderungen im Tagesgeschäft helfen, ist der Manager überzeugt. Der Nexoware-Ansatz sei es, IT-Dienstleister organisatorisch und technologisch so aufzustellen, dass Wachstum auch mit begrenzten Ressourcen möglich bleibt.
Was steht nun an?
„Unser Ziel ist es, die Prozesskette der IT-Dienstleister Ende zu Ende abzudecken. Daher werden wir zügig unser Portfolio ausbauen“, sagt Mauss. Der Schwerpunkt liege dabei im Bereich „Solutions“, also Software-Bausteine für Managed-Services Angebote der IT-Dienstleister. Darüber hinaus investiert die Gruppe stark in das KI-Thema. Mauss ist davon überzeugt, dass eine zukünftige Softwarearchitektur der Nexoware „agentisch“ sein wird. Das heißt, wo heute modulare Software-Plattformen genutzt werden, stehen zukünftig einzelne Use-Cases und Prozesse im Vordergrund, die von Agenten bearbeitet werden. Der Manager denkt in großen Maßstäben und hält mit den Plänen nicht hinter dem Berg: „In Europa gibt es nur wenige Player in diesem Spielfeld, die ein solches Spektrum wie wir abdecken. Wir wollen daher die europäische Alternative zu den heute dominierenden globalen Vendoren werden.“