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IT, OT und WAN Neue Hard- und Software von Cisco

Autor: Melanie Staudacher

Der Hersteller Cisco stellt die Edge-Plattform Catalyst 8000 vor. Damit sind SD-WAN-Funktionen möglich, die Standorte sicher und schnell verbinden sollen. Außerdem neu sind Cloud-basierte IoT-Sensoren zur Fernüberwachung.

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Mit den neuen Produkten rund um Cisco Catalyst 8000 können Probleme im Netzwerk leichter entdeckt und behoben werden.
Mit den neuen Produkten rund um Cisco Catalyst 8000 können Probleme im Netzwerk leichter entdeckt und behoben werden.
(Bild: ©Sergey Nivens - stock.adobe.com)

Schnell, aber dennoch sicher: Mit der neuen Edge-Plattform Cisco Catalyst 8000 sollen Unternehmen Cloud-Lösungen schneller einführen und sichere, automatisierte Verbindungen zu Applikationen über Cloud, Rechenzentren und Edge bereitstellen können. Catalyst 8000 verfügt über eine integrierte Analysefunktion, die eine hohe Transparenz bei Problemen im Netzwerk und Anwendungen ermöglicht und deren Steuerung erleichtert.

Eine Produktfamilie – verschiedene Anwendungsfälle

Mit der neuen Plattform können Unternehmen Cloud-Lösungen in ihrem eigenen Tempo einführen. Verschiedene SD-WAN-Funktionen wie erweiterte Segmentierung, Anwendungsoptimierung und Cloud OnRamp sind möglich. Die Lösung ist in drei Modellen verfügbar, die auf Cisco IOS XE basieren und für verschiedene Anwendungsfälle ausgelegt sind:

In der 8300-Serie ist die x86-CPU von Intel verbaut sowie 8-GB Standardspeicher. Die Multicore-Prozessoren unterstützen Hochgeschwindigkeits-WAN-Verbindungen.
In der 8300-Serie ist die x86-CPU von Intel verbaut sowie 8-GB Standardspeicher. Die Multicore-Prozessoren unterstützen Hochgeschwindigkeits-WAN-Verbindungen.
(Bild: Cisco)

Catalyst 8300: Diese Edge-Plattform eignet sich für die Anbindung von Zweigstellen. Dienste lassen sich nach Bedarf bereitstellen und schnell an wechselnde Geschäftsanforderungen anpassen. Sie bietet eine höhere WAN-Portdichte und eine Vielzahl von Schnittstellenoptionen zur Auswahl von niedrigerer und höherer Moduldichte. Die vollständig programmierbare Softwarearchitektur und API-Unterstützung ermöglichen es, die Automatisierung zu vereinfachen und Workloads in die Cloud zu migrieren. Der Hersteller empfiehlt Catalyst 8300 für mittelgroße und große Unternehmen mit hoher WAN-IPsec-Leistung und integrierten SD-WAN-Diensten.

Die Edge-Plattformen der 8500-Serie laufen ebenfalls mit einer Intel-x86-CPU und mit 16 GB Arbeitsspeicher. Sie eignen sich für Prozesse mit hoher Steuerebene.
Die Edge-Plattformen der 8500-Serie laufen ebenfalls mit einer Intel-x86-CPU und mit 16 GB Arbeitsspeicher. Sie eignen sich für Prozesse mit hoher Steuerebene.
(Bild: Cisco)

Catalyst 8500: In dieser SD-WAN-Lösung für Rechenzentren, Co-Locations und verteilte Standorte fließen Daten gebündelt zusammen. Sie verfügt über integrierte 1G-, 10G, 40G- und 100G-Ethernet-Ports in einem kompakten Rack-Gehäuse und wird vom Cisco Quantum-Flow-Prozessor der dritten Generation angetrieben. Der anwendungsspezifische, integrierte Schaltkreis (Application Specific Integrated Circuit, ASIC) soll laut Hersteller eine hohe Leistung, Sicherheit und zahlreiche Netzwerkdienste bereitstellen. Auch hier ist die Softwarearchitektur vollständig programmierbar und eine API-Unterstützung möglich.

Die Edge-Software 8000V unterstützt die Clouds von Amazon Web Services, Microsoft und Google.
Die Edge-Software 8000V unterstützt die Clouds von Amazon Web Services, Microsoft und Google.
(Bild: Cisco)

Catalyst 8000V: Die Edge-Software ist ein Router mit virtuellem Formfaktor, der Funktionen für SD-WAN, WAN-Gateway und Netzwerkdienste in virtuellen und Cloud-Umgebungen bereitstellt. Unternehmen können damit WANs transparent auf von Anbietern gehostete Clouds erweitern und Cloud-Anbieter können selbst den Catalyst 8000V verwenden, um ihren Kunden Netzwerkdienste im Enterprise-Bereich anzubieten. Die Lösung kann ebenfalls als Baustein für skalierbare Netzwerkdienste verwendet werden. Mit den enthaltenen NFV-Komponenten (Network Functions Virtualization) kann der Catalyst 8000V Aufgaben von hardwarebasierten Geräten übernehmen. Durch die Virtualisierung der Funktionen können Anbieter verschiedene Instanzen auf einem Server konsolidieren und skalieren, wenn neue Kunden hinzukommen oder Netzwerke erweitert werden. Zu den Funktionen gehören unter anderem Routing, VPN, Firewall, NAT (Network Address Translation), QoS (Quality of Service), Anwendungssichtbarkeit, Failover und WAN-Optimierung.

Catalyst Cellular Gateways

Die Catalyst Cellular Gateways sind mit zwei Micro-SIMs (aktiv/Standby) und vier Dipolantennen vom Typ SMA (5G-ANTM-SMA-D) und 4x4 MIMO ausgestattet.
Die Catalyst Cellular Gateways sind mit zwei Micro-SIMs (aktiv/Standby) und vier Dipolantennen vom Typ SMA (5G-ANTM-SMA-D) und 4x4 MIMO ausgestattet.
(Bild: Cisco)

Mithilfe von 4G LTE Advanced Pro und 5G-Technologie, verbinden die Catalyst Cellular Gateways Nutzer und Geräte mit sicheren Cloud- und Unternehmensanwendungen. Sie ermöglichen eine sichere und skalierbare Mobilfunkbereitstellung von jedem Standort aus, wobei die vorhandene Infrastruktur für die primäre oder Failover-Konnektivität verwendet wird. So entsteht eine Brücke zu einem drahtlosen 4G- oder 5G-WAN mit Multigigabit-Zugriff und SD-WAN-Verwaltung. Die Gateways basieren auf 4G-Standards und sind über Ethernet mit dem Host-Router verbunden und mit Power over Ethernet (PoE) erhältlich. Die Installation soll dem Hersteller zufolge einfacher und zuverlässiger sein als bei herkömmlichen Antennenerweiterungen für Koaxialkabel, da die Gateways überall platziert werden können, wo der Mobilfunkempfang am stärksten ist. Die erste Version unterstützt Advanced 4G LTE CAT 18 Geschwindigkeiten und in Kürze werden auch 5G-Versionen erhältlich sein.

Die Serien Catalyst 8300 und 8500 und die Cellular Catalyst Gateways sind ab sofort erhältlich. Catalyst 8000V wird dem Hersteller zufolge voraussichtlich im Dezember 2020 verfügbar sein. Alle Lösungen werden über ein Abonnement-basiertes Angebot bereitgestellt.

Fernüberwachung mit IoT-Sensoren

Zwei neue IoT-Lösungen sollen außerdem die Transparenz von Prozessen in IT- und OT-Umgebungen (Operations Technology) erhöhen. Dafür hat Cisco Sensoren zur Fernüberwachung entwickelt, die Cloud-basiert verwaltet werden können. Damit behalten Unternehmen alle Anlagen und Einrichtungen im Blick, wie zum Beispiel Serverschränke im Innenbereich oder Industrieanlagen im Außenbereich. Ortsbesuche für Geräteprüfungen, hohe Ausfallzeiten und vorzeitiger Verschleiß können dem Hersteller zufolge vermindert werden.

Die Meraki-MT-Sensoren sind speziell für die Überwachung von Innenumgebungen und IT-Infrastrukturen gemacht. Die Modelle MT10, 12 und 20 liefern Echtzeitdaten über die Innentemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wasserlecks oder auch Zutritte zu Grundstücken und Räumen. Die Industrial-Asset-Vision-Sensoren können industrielle Anlagen und Einrichtungen sowohl im Innen- und Außenbereich überwachen. Sie verfügen über die Schutzklassen IP65 (dicht vor Staub und Strahlwasser aus jedem Winkel) und IP67 (dicht vor Staub und vorrübergehendes Untertauchen) und sind bereits in Cisco LoRA WAN (Long Range Wide Area Network) IoT Gateway integriert. Sie bieten somit Einblicke in Temperatur-, Feuchtigkeits- und Schwingungswerte, wie auch den ermittelten Geo-Standort von Anlagen und Einrichtungen.

Die Sensoren können in verschiedenen Branchen, wie Versorgung, Öl und Gas, Bildung, Gesundheitswesen, Fertigung und Einzelhandel eingesetzt werden.

(ID:46951836)

Über den Autor

 Melanie Staudacher

Melanie Staudacher

Volontärin, Vogel IT-Medien GmbH