Der Druckermarkt in Deutschland bewegt sich wieder in Richtung Normalzustand: Der Corona-Höhenflug für kleinere Geräte ist ebenso vorbei wie die größten Schwierigkeiten in der Lieferkette. Was weiter geht, sind Digitalisierung und Nachhaltigkeit als Trends.
Mit der Rückkehr vieler Beschäftigter in ihre Büros steigt der Bedarf nach größeren Multifunktionsdruckern wieder an. Hybride Arbeitsmodelle bleiben aber erhalten.
(Bild: rh2010 - stock.adobe.com)
Um 7,2 Prozent ist der deutsche Druckermarkt insgesamt im zweiten Quartal 2022 zurückgegangen, so die Marktforscher von IDC in einer Mitteilung Mitte November. Besonders hart hat es dabei die Tintendrucker getroffen, bei denen der Absatz nach Stückzahlen um 13,4 Prozent gesunken ist, während die Lasergeräte sogar um 4,4 Prozent zulegen konnten. Das deckt sich mit Zahlen von Context und GfK, nach denen vor allem die Nachfrage nach kleineren Consumer-Geräten, die vielfach auch fürs Homeoffice angeschafft wurden, zurückgeht. Und in diesem Segment dominiert ganz klar der Tintendruck.
Bei den Consumer-Druckern und MFPs ermittelten die Marktforscher laut dem HEMIX der Gfu ein Minus von 13,2 Prozent an verkauften Geräten in den ersten drei Quartalen 2022. Allerdings wurde dieser Rückgang bei den Geräten teilweise durch die um 5,3 Prozent höheren Durchschnittspreise ausgeglichen. So sank der Umsatz lediglich um 8,6 Prozent.
Druckermarkt weltweit: Zurück auf Normalbetrieb
Das Druckergeschäft der vergangenen drei Jahre glich einer Berg- und Tal-Fahrt: einerseits eine starke Nachfrage nach kleineren Geräten für das Homeoffice während der Pandemie, gleichzeitig weniger Bedarf nach großen Bürosystemen. Dazu kamen ständige Probleme mit der Lieferkette, von denen aber nicht alle Hersteller gleichzeitig betroffen waren. Und der Beginn des Krieges in der Ukraine bedeutete ein Ende für das Geschäft in Russland sowie gleichzeitig eine sinkende Nachfrage in Europa. Gestützt wird der weltweite Absatz von Druckern und MFPs derzeit vor allem durch einen steigenden Verkauf in Asien. Eine gute Nachricht für die Branche ist, dass sich der Supply langsam wieder normalisiert. Allerdings müssen viele Hersteller erst einmal bestehende Bestellungen abarbeiten.
Der weltweite Absatz von Druckern und Kopierern laut Statista, basieren auf Daten von IDC.
(Bild: Vogel IT-Medien)
Stromsparend: Business-Geräte mit Tintentechnik
Bei den Business-Geräten sind dagegen klar die Drucker und Multifunktionsgeräte mit Lasertechnik in der Überzahl, die vom Gros der Hersteller favorisiert werden. Das hat für Epson als entschiedenstem Verfechter des Tintendrucks auch damit zu tun, dass im eigenen Portfolio bisher ausgerechnet im umsatzstarken Segment der A3-Farb-MFPs mit Druckgeschwindigkeiten zwischen 30 und 60 Seiten eine Lücke klaffte. Diese wird nun ab März 2023 durch die Workforce-Enterprise-Modelle AM-C4000, AM-C5000 und AM-C6000 geschlossen, wobei das bisherige 60-Seiten-Gerät WL-C20600 durch den kompakteren AM-C6000 abgelöst wird. Jens Greine, Head of Sales Office Print DACH bei Epson Deutschland, erklärt dazu: „Epson hält nun für jedes DIN-A3-Einsatzgebiet ein passendes Gerät parat. Angesichts des umfangreichen Zusatzangebots in Form von ‚Managed Print Services‘, Workflow- und Remote-Service-Lösungen ist mit diesen Geräten der Aufbau einer wartungsarmen, zuverlässigen und nachhaltigen Druckinfrastruktur möglich. Jedes Unternehmen, das auf Tintenstrahltechnologie umstellt, leistet seinen Beitrag zu einer nachhaltigeren Gesellschaft.“
Eine Nummer kleiner sind die Canon-Tinten-MFPs Maxify GX3050 und GX4050. Mit Druckgeschwindigkeiten von maximal 18 Seiten pro Minute sind sie eher für das Homeoffice oder kleine Arbeitsgruppen bestimmt. Beide Geräte basieren auf der Megatank-Technologie. Canon ist nach Epson der zweite Hersteller, der bei Business-Druckern auf große Tintenbehälter setzt, die per Flasche nachgefüllt werden. Bei größeren und schnelleren Geräten bleibt Canon dagegen mit Lasergeräten wie der jüngst vorgestellten Imagepress-270-Serie. Sie soll die Geschwindigkeit und Qualität eines professionelles Digitaldruckers mit der Funktionalität eines Büro-MFPs verbinden. Für das Druck- und Scan-Management kann CanonsCloud-Lösung Uniflow Online genutzt werden.
Nachhaltigkeit bei Laserdruckern und MFPs
Brother bedient das Segment der Geräte für höhere Druckvolumina, das mir der Rückkehr vieler Beschäftigter in die Büros wieder wächst, mit den neuen Farb-MFPs der L9600-Serie und den Druckern der L9400-Serie. Sie sind für den Druck von bis zu 15.000 Seiten im Monat ausgelegt und sollen das mit einer Geschwindigkeit von bis zu 40 Seiten pro Minute im Duplexdruck erledigen. Laut Lena Wamers, Produktmanagerin bei Brother International, sind die Geräte so konzipiert, dass sie in das Managed-Print-Services-Angebot des Herstellers passen. Es umfasst nicht nur die einfache Versorgung mit Verbrauchsmaterial, sondern soll auch Hilfen bei der Optimierung von Arbeitsabläufen wie dem Dokumentenmanagement und der Verbesserung der Informationssicherheit bieten. Als Lasergeräte konsumieren die Brother MFPs und Drucker zwar mehr Strom als Tintengeräte, verfügen dafür aber laut Hersteller über einen effizienten Eco-Modus und eine aktuelle Blauer-Engel-Zertifizierung. Zudem betreibt Brother zwei Recycling-Werke für Toner-Kartuschen, die seit diesem Jahr beide als klimaneutral eingestuft sind.
Stand: 08.12.2025
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Für MPS-Anbieter hat HP die A3-Multifunktionsdrucker der Laserjet-Managed-MFP-E800/E700-Serie auf den Markt gebracht, die seit Oktober verfügbar ist. Die Geräte der E800-Serie schaffen nun bis zu 70 A4-Seiten pro Minute, die der Serie E700 bis zu 40 Seiten. Die Geräte bringen den Partnern nun deutlich mehr Flexibilität im Vertragsgeschäft. Denn Kunden können nun günstig mit 50 beziehungsweise 30 Seiten pro Minute einsteigen und bei steigendem Druckvolumen in eine höhere Geschwindigkeitsklasse wechseln, ohne dass dafür neue Geräte aufgestellt werden müssen.
Da viele Beschäftigte wieder öfter im Büro arbeiten, sind größere Geräte wie A3-Multifunktionsdrucker der Laserjet-Managed-MFP-E800/E700-Serie mehr gefragt.
(Bild: HP)
Bei den MFPs der neuen E-Serien werden nach dem Upgrade auf eine entsprechende Speed-Lizenz einfach die höheren Geschwindigkeiten freigeschaltet. Für einen geringeren Energieverbrauch sorgen hier laut HP neue Toner mit einer niedrigeren Schmelztemperatur. Zusätzlich setzt HP in den Geräten und vor allem bei den Tonerkartuschen einen größeren Anteil von Recycling-Kunststoff ein.
Für Kyocera ist die eigene Ecosys-Technik mit lang haltbaren Bildtrommeln für bis zu 500.000 Seiten der Schlüssel zu mehr Nachhaltigkeit bei Druckern und MFPs. Als einziges Verbrauchsmaterial wird hier der Toner benötigt. Für seine neusten A4-Farbdrucker und MFPs nutzt der Hersteller einen Toner, der aus kleineren Partikeln besteht, die dünner und gleichmäßiger auf das Papier aufgebracht werden. Das soll die Druckqualität verbessern und den Energiebedarf beim Drucken senken.
Pantum: Der unsichtbare Fünfte
Auf der Liste der weltweit größten Druckerhersteller nimmt inzwischen Pantum mit einem Marktanteil von 2,2 Prozent den fünften Rang ein. Auf dem deutschen Markt ist der chinesische Hersteller bisher kaum aktiv, abgesehen vom Verkauf via Amazon. 2015 gab es einen kurzlebigen Versuch, die Drucker bei Pearl zu verkaufen. Nun will es der Hersteller über den Channel versuchen und ist daher in Gesprächen mit einigen Distributoren. Konkret nennt er dabei nur Ingram Micro, die allerdings Pantum bisher noch nicht im Portfolio haben.
Pantum ist eine Marke von Zhuhai Seine Printing Technology, die über ihre Tochter Apex Technology zu dem chinesischen Investorenkonsortium gehört, das 2016 Lexmark übernommen hat. Geleitet wird Lexmark allerdings weiterhin von seinem Hauptsitz in Lexington, Kentucky.
Pantum ist der weltweit fünftgrößte Druckerhersteller.
(Bild: Pantum)
Druck- und Dokumentenmanagement aus der Cloud
Sowohl die Systemhäuser und MPS-Anbieter, als auch die Distributoren und Hersteller in unserer Panel-Umfrage sehen eine steigende Nachfrage nach Management-Lösungen in der Cloud. Sie sind flexibler und besser skalierbar als lokale Lösungen. Vor allem sind sie besser für hybride Arbeitsformen geeignet, bei denen große Multifunktionsdrucker in der Firma durch kompakte Geräte im Homeoffice ergänzt werden, die auch verwaltet werden müssen. Solche Systeme werden zunehmend beschafft.
Trendsetter beim Druck-Management aus der Cloud ist Lexmark mit seinen Cloud Services, die permanent weiter entwickelt werden. Neuere Geräte hat der Hersteller beispielsweise mit zusätzlichen Sensoren für eine vorausschauende Wartung bestückt, was für MPS-Anbieter einen zusätzlichen Anreiz bieten soll, auf Lexmark zu setzten. Zudem bietet der Hersteller seit Anfang des Jahres ein Scan-Management in der Cloud an. Der jüngste Cloud-Service ist die automatisierte Übersetzung gescannter Dokumente mit dem Lexmark Translation Assistant.
Mit Utax nutzt ein weiterer Hersteller eine Cloud-basierte Lösung für die Verwaltung von Geräten, Druck- und Scan-Jobs. Dabei reagiert die Firma auch den steigenden Bedarf nach Lösungen für hybride Arbeitsmodelle. Daniel Gleixner, Vertriebsdirektor Utax Domestic, erklärt dazu: „Managed Services wandern zunehmend in die Cloud. Mit Utax Cloud Print and Scan verfügen unsere Vertriebspartner nun über ein modernes und niedrigschwelliges Cloud-Angebot für Dokumentenprozesse im Mittelstand, um der wachsenden Nachfrage in diesem Bereich gerecht zu werden.“
Andere Hersteller arbeiten für das Geräte- und Dokumentenmanagement lieber mit Drittanbietern zusammen. So installiert etwa Brother den Thinprint-Client auf etlichen Geräten vor, die Software muss nur noch lizenziert und aktiviert werden. Der Client ist dabei auch für die native Cloud-Lösung Ezeep nutzbar.
Bewegung auf dem Markt für Dokumentenscanner
Die Scanfunktion wird bei Multifunktionsdruckern immer ausgefeilter und auch das Tempo der Erfassung steigt. Trotzdem gibt es immer noch einen großen Markt für reine Dokumentenscanner, die als Speizialgeräte noch leistungsfähiger sind und auch mit Sonderformaten und der dem Scan von Vorlagen wie Ausweisen, Führerscheinen oder anderen Kunststoffkarten besser zurecht kommen. Um in diesen Markt einzusteigen hat Ricoh im Juli dieses Jahres von Fujitsu 80 Prozent der Anteile an PFU übernommen. Damit kontrolliert nun Ricoh einen der wichtigsten Hersteller von Dokumentenscannern. Für Ricoh ist die Übernahme ein weiterer Schritt vom Druckerhersteller zu einen Anbieter von Digitalisierungs-Services, der analoge Daten aller Art erfasst und in einer Cloud-Plattform zur Verfügung stellt. Fujitsu sieht Ricoh dank vielfältiger Synergien als gute Heimat für PFU.