Troubleshooting in Windows

Mit der Ereignisanzeige auf Fehlersuche

< zurück

Seite: 2/2

Anbieter zum Thema

Nicht nur die Standard-Protokolle helfen bei der Problemlösung

Reichen die Standardprotokolle unter „Windows-Protokolle“ oder die gefilterten Meldungen der Serverrollen im Bereich „Benutzerdefinierte Ansichten“ nicht aus, lassen sich über „Anwendungs- und Dienstprotokolle/Microsoft“ gefilterte Listen einzelner Dienste anzeigen. Das ist nicht nur für große Server interessant, sondern auch für kleine Unternehmen.

Für Microsoft SBS 2011 ist hier zum Beispiel das Protokoll „Anwendungs- und Dienstprotokolle/Windows Small Business Server 2011 Standard/Essentials“ interessant. Die Windows-Datensicherung meldet ihren Status wiederum über „Anwendungs- und Dienstprotokolle/Microsoft/Windows/Backup“. Hier kann für Server überprüft werden, ob die Sicherung funktioniert. Ähnlich funktioniert das auch für andere Serverdienste und Windows-Funktionen.

Wer Hyper-V im Netzwerk betreibt, findet in der Ereignisanzeige ebenfalls eine Hilfe, wenn Probleme auftreten. Werden die virtuellen Server gestartet, protokolliert Hyper-V Meldungen in der Ereignisanzeige. Hier können Administratoren im Ereignisprotokoll des Zielservers über „Anwendungs- und Dienstprotokolle/Microsoft/Windows/Hyper-V-Verwaltungsdienst für virtuelle Computer/Admin“ überprüfen, ob Fehler protokolliert wurden.

Optimale Fehlerbehebung mit der Ereignisanzeige

Treten Fehler auf, sollte in der Ereignisanzeige auch in den anderen Protokollen überprüft werden, ob hier Fehler angezeigt werden, die mit dem Problem in Zusammenhang stehen können. Hier sollte auch getestet werden, ob parallel zu diesem Fehler in anderen Protokollen der Ereignisanzeige Fehler auftreten. Vor allem zeitlich eng zusammenliegende Meldungen und Informationen können hier weiterführende Informationen geben. Generell ist es auch wichtig festzustellen, wann ein Fehler in der Ereignisanzeige das erste Mal aufgetreten ist. Außerdem sollte (ebenfalls mithilfe der Ereignisprotokolle) genau überlegt werden, ob zu diesem Zeitpunkt irgendetwas verändert wurde.

Bildergalerie

In anderen Protokollen der Ereignisanzeige lässt sich ermitteln, ob der Fehler mit anderen Ursachen zusammenhängt. Ein Fehler tritt selten ohne vorherige Änderung von Einstellungen auf. Auch aufgrund defekter Hardware oder der Installation von Applikationen und Tools können Fehler auftreten, die in der Ereignisanzeige zu finden sind. Durch die Filtermöglichkeiten der Ereignisanzeige können Fehler oft sehr genau eingegrenzt werden.

Über das Kontextmenü von Ereignissen lassen sich ausführlichere Informationen der Ereignisse anzeigen. Außerdem besteht die Möglichkeit, eine geplante Windows-Aufgabe an ein Ereignis anzuhängen (siehe Abbildung 3). Hier lassen sich Ereignisse auch speichern, um diese zum Beispiel weiterzusenden. So können auch andere IT-Spezialisten die Meldung zur Fehlerbehebung nutzen.

Sicherheitsrelevante Ereignisse

Viele Fehler, die in Windows auftreten können, haben mit der Sicherheit zu tun. Oft sind Probleme mit Berechtigungen oder Anmeldungen im Netzwerk das Problem. Solche Fehler lassen sich mit der Ereignisanzeige ebenfalls sehr schnell finden. Zentraler Einstiegspunkt ist hier das Sicherheits-Protokoll in der Ereignisanzeige. Dieses zeigt fehlerhafte Anmeldungen der Benutzer oder von Systemdiensten an, und hilft dabei, Fehler genauer einzugrenzen. Hier sind auch erfolgreiche Anmeldungen und mit Erfolg durchgeführte Änderungen protokolliert. Auch diese können Fehler an anderer Stelle verursachen.

Ereignisanzeige in der PowerShell

Neben der grafischen Oberfläche kann auch die PowerShell dazu verwendet werden, die Ereignisanzeige auszulesen. Das geht oft schneller als über die grafische Oberfläche, zum Beispiel für eine schnelle Abfrage nach bestimmten Fehlern. Um zum Beispiel die x neuesten Fehlermeldungen in der Ereignisanzeige „System“ zu betrachten, wird der folgende Befehl verwendet:

Get-EventLog System -Newest 100 | Where {$_.entryType -Match “Error“}

Erweiterte Protokolle nutzen

Um Fehler und Informationen auszulesen helfen die Protokolle des Bereichs „Anwendungs- und Dienstprotokolle“. Hier sind spezielle Einträge der installierten Serverdienste zu finden; so zum Beispiel die Einträge von Applocker über „Anwendungs- und Dienstprotokolle/Microsoft/AppLocker“. Weitere Protokolle für jeden installierten Serverdienst sind ebenfalls hier zu finden.

Wissen, was läuft

Täglich die wichtigsten Infos aus dem ITK-Markt

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung

Wenn auf dem Server auch Serverdienste wie Exchange installiert sind, können auch hier Meldungen in der Ereignisanzeige gefiltert werden. Über „Anwendungs- und Dienstprotokolle\Microsoft\MSExchange Management“ sind im rechten Bereich alle von Administratoren in der Exchange-Umgebung durchgeführten Änderungen zu sehen – allerdings nicht, wer die Änderung durchgeführt hat.

Interessant sind hier auch die Active Directory-Verbunddienste. Diese zeigen ebenfalls die Möglichkeiten der Fehlerbehebung über die Ereignisanzeige. Beim Filtern des ADFS-Ereignisprotokolls lassen sich alle Ereignisse einer bestimmten Transaktion anzeigen. Hier besteht zum Beispiel die Möglichkeit, einen Filter basierend auf der ActivityID zu erstellen:

  • 1. Zunächst muss dazu die Ereignisanzeige geöffnet werden.
  • 2. Anschließend wird „Anwendungs- und Dienstprotokolle“ und dann der Admin-Bereich beim ADFS-Protokoll geöffnet.
  • 3. Im Menü „Aktion“ steht die Option „Aktuelles Protokoll filtern“ zur Verfügung.
  • 4. Durch einen Klick auf die Registerkarte „XML“, ist die Option „Manuell bearbeiten“ zu erreichen. Hier lassen sich eigene Abfragen erstellen. Eine Beispielabfrage für ADFS sieht folgendermaßen aus:
<QueryList>
<query Id=“0“ Path=“AD FS 2.0 Eventing/Admin“>
<Select Path=“ AD FS 2.0/Admin “> * [System [ Correlation [@ ActivityID = ' { 77269359 - 0b7d - 45cb - 9760 - e3a4009883d9 }' ]]] </ select >
< / Query >
</ Querylist >

Mit einer benutzerdefinierten Abfrage lassen sich also Fehlermeldungen und Informationen in ADFS effektiver auslesen. Das gilt natürlich auch für andere Serverdienste. Auch hier können eigene Abfragen erstellen werden. Administratoren können Ereignisse aber auch in der PowerShell anzeigen und filtern lassen:

Get-WinEvent -FilterHashtTable @{LogName=‘AD FS Admin‘; Level=2; StartTime=(Get-Date) -Computername <Servername>

Hier bestehen selbstverständlich noch viel mehr Möglichkeiten. Diese zeigt Microsoft in der TechNet.

Die Installation und der Betrieb der Remotedesktopdienste können ebenfalls in der Ereignisanzeige überwacht werden. Hier spielt vor allem der Bereich „Anwendungs- und Dienstprotokolle\Microsoft\Windows\TerminalServices-SesseionBroker\Operational“ eine wichtige Rolle. Aber auch für die anderen Dienste der Remotedesktopdienste finden sich an dieser Stelle wichtige Informationen (siehe Abbildung 4).

Bildergalerie

(ID:44075611)