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Meraki: Zero Touch und andere Cloud-Bequemlichkeiten

| Autor: Dr. Stefan Riedl

Eine Heatmap zeigt auf, wie es um die WLAN-Abdeckung bestellt ist.
Eine Heatmap zeigt auf, wie es um die WLAN-Abdeckung bestellt ist. (Bild: Meraki)

Die Cloud kann zwar noch keine Dübel und Schrauben für die Anbringung von Access-Points versenken, aber was Verwaltung, Monitoring und Vorkonfiguration von Netzwerk-Komponenten angeht, hat sie einiges zu bieten. Das Beispiel Meraki veranschaulicht die Möglichkeiten.

Wenn man so will, ist Meraki so etwas wie die Cisco-Tochter, die Hardware für die Cloud herstellt. Christoph Krell, Regional Sales Director DACH, arbeitet seit 22 Jahren bei Cisco und seit Mitte 2018 in dieser Position für Meraki. Gegründet wurde Meraki vor rund zehn Jahren und verfolgt vom ersten Tag an eine reine Cloud-Strategie. Maximal reduziert beschreibt der Manager die Philosophie der Cloud-Hardware-Tochter folgendermaßen: „Über ein Dashboard das Netzwerk managen.“ Der Vorteil dabei sei Einfachheit. Bei der Implementierung und dem Betrieb der Gesamtlösung kommen weitere Vorteile hinzu.

Vorkonfiguration

Was die Implementierung angeht, können Partner die Meraki-Produkte bereits während der Lieferphase via Cloud für das ­anvisierte Netzwerk vorkonfigurieren. „So ermöglichen wir Zero Touch Deployment, und dass Standorte in Minuten ausgerollt werden können“, sagt Krell. Ein gemein­sames WLAN bilden die georderten WLAN-Hotspots dabei, ohne dass die Hardware upgedatet oder für die Installation konfiguriert werden muss – sie erscheint praktisch automatisch im Dashboard. Zur Bohrmaschine greifen oder Dübel und Schrauben manifestieren, kann die Cloud allerdings nicht. Insofern muss die Hardware – trotz Zero-Touch-Ansatz – jetzt und in Zukunft durchaus immer noch berührt werden.

Breite des Portfolios

Innerhalb des Cisco-Universums hat Meraki ein eigenes Portfolio, das auf Cloud-Anwendungen ausgelegt ist, darunter Access-Points, Switches, Router und Videokameras. „Außerdem führen wir unter der MX-Produktlinie eine Security-Appliance, die Firewall, SD-WAN, Router und VPN-Router beinhaltet. Auch bieten wir eine Cloud-basierte Mobile-Device-Management-Lösung“, ergänzt Krell. Vertriebliches Zugpferd ist die homogene Verwaltung der Gesamtinstallation vom Access Point bis zur Videokamera. Das geschieht über ein einfach gehaltenes und – so der Anspruch – intuitiv bedienbares Dashboard.

Zentrales Dashboard

In der Dashboard-Ansicht können der Übersichtlichkeit wegen auch Grundrisse des entsprechenden Gebäudes mit den installierten WLAN-Access-Points samt ihrer Reichweite angezeigt werden. So ist beispielsweise der Netzwerk-Status auf einen Blick ersichtlich; es wird angezeigt, welche Clients von welchem Typ angebunden sind und wo sie sich befinden. Ferner können auch Störsignale detektiert und visualisiert werden, beispielsweise wenn eine alte ­Mikrowelle Probleme bereitet. „Darüber hinaus geht es um die durchgängige Visibilität von Netzwerksicherheit“, sagt Krell und betont: „WiFi war nur der Anfang. Inzwischen umfasst unsere Lösung die komplette Netzwerk-Infrastruktur inklusive Switching, Routing, Security, SD-WAN ­sowie Videoüberwachung.“

Neben dem SD-WAN-Segment gilt die ­Videoüberwachung bei Meraki als sehr ­zukunftsträchtiger Markt. Hierbei geht es inzwischen nicht nur um reine Surveillance-Lösungen, sondern beispielsweise auch um Lösungen rund um Kundenzählungen und deren Analyse.

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Eingliederung in den Cisco-Vertrieb

Meraki hat ein eigenes Sales-Team im Sinne eines Fachvertriebes, der in den Cisco-Vertrieb eingebunden ist und eng mit diesem zusammenarbeitet. In Deutschland umfasst das Meraki-Team etwa 30 Mitarbeiter, darunter Sales, Systemingenieure, Marketing, und es gibt ein eigenes Channel-Team, das die Partner in ihrem Tagesgeschäft betreut. „Generell folgen wir vertrieblich der Cisco-Philosophie, vertreiben also ausschließlich indirekt. Allerdings ­haben wir auch den Anspruch, Kunden in Absprache mit dem Partner direkt zu beraten und zu betreuen, um in der konkreten Kundensituation bestmögliche Ergebnisse zu erzielen“, betont Krell.

Partnergeschäft

Fakturiert werden die Projekte stets über Partner, die folgerichtig auch für Implementierung, Systemintegration, Service und Support sowie Managed-Services-Leistungen auf Basis der Installation verantwortlich sind. Änderungen stehen in dieser Hinsicht in absehbarer Zeit nicht an. „Oliver Tuszik, der fünf Jahre Deutschland-Chef von Cisco war und im Oktober zum globalen Leiter der Cisco-Partner-Organisation befördert wurde, hat das auf seiner Keynote auf dem Cisco-Partnergipfel 2018 in Las Vegas explizit bekräftigt: „Cisco setzt voll und ganz auf den indirekten Vertrieb gemeinsam mit unseren Partnern. Und damit auch Meraki, wenn ich das hinzufügen darf“, blickt der Vertriebs-Chef zurück.

Erfolgreiche Übernahme

WLAN im Firmengebäude mit vollem Empfang ist keine Selbstverständlichkeit.
WLAN im Firmengebäude mit vollem Empfang ist keine Selbstverständlichkeit. (Bild: © Tuomas Kujansuu - stock.adobe.com)

Es ist kein Geheimnis, dass die Übernahme von Meraki eine der erfolgreichsten von den rund 200 Cisco-Übernahmen war, sagt Krell. Im Herbst 2012 kaufte Cisco das Unternehmen für 1,2 Milliarden US-Dollar, welches ein paar Jahre zuvor von Absolventen des MIT (Massachusetts Institute of Technology) gegründet und von Sequoia Capital sowie Google finanziell unterstützt wurde.

Die Projektgrößen schwanken dem Portfolio entsprechend stark und reichen von Kleinprojekten um die 1.000 Euro, die beispielsweise drei Access-Points umfassen, bis hin zu Projekten in global aufgestellten Unternehmen, die mehrere Millionen Euro Umsatz bedeuten.

„Meraki Go“-Produkte

Was die kleineren Projekte angeht, hat Meraki im Herbst vergangenen Jahres ein WLAN-Paket speziell für die Zielgruppe der kleinen Unternehmen auf den Markt gebracht: „Meraki Go“ bietet Wireless ­Access Points für den Innen- und Außenbereich, eine App zur Verwaltung des drahtlosen Netzwerks sowie ein Abonnement für Support- und Sicherheitsupdates. Hersteller Cisco wendet sich mit diesem Angebot an Betriebe mit bis zu 50 Mitarbeitern. Meraki Go schließt Unternehmensangaben zufolge damit eine Lücke im WLAN-Angebot für Kleinunternehmen. Dort würden häufig kabellose Zugangslösungen eingesetzt, die eigentlich auf den Heimgebrauch zugeschnitten seien und eine Reihe wichtiger Funktionen für den Geschäftseinsatz vermissen lassen würden. Die Access-Points aus ­dieser Reihe umfassen je nach Modell­kategorie Produkte für den Indoor- sowie Outdoor-Einsatz.

Claims abstecken

Ob Klein- oder Großprojekt: „Für unsere Partner entstehen hier hochinteressante Up- und Cross-Selling-Möglichkeiten, da unsere Kunden ihre initialen Umsätze ­typischerweise innerhalb der ersten 24 Monate vervierfachen. Die Renewal-Raten sind ebenfalls außerordentlich hoch“, freut sich Krell. Was die Partnerlandschaft angeht: Cisco-Partner sind automatisch auch Meraki-Partner. „Wir investieren viel in Training und Ausbildung, um hier Knowhow für unser Geschäftsfeld aufzubauen“, so der Meraki-Manager und verwendet eine Goldgräber-Metapher: „Laut einer IDC-Studie stehen in den nächsten zwölf bis 18 Monaten bei 60 Prozent der befragten Unternehmen strategische Entscheidungen im Bereich SD-WAN an. Hier gilt es, im Channel jetzt die Claims abzustecken, um später Umsätze mitzunehmen.“

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