Das Postfach quillt über. Dutzende E-Mails sind noch ungelesen. Und auf das Meeting folgt direkt eine Zoom-Schalte. Danach steht eine komplizierte Abstimmungsrunde mit einem anderen Team an. In deutschen Büros ist dies vielerorts Alltag.
Die meisten deutschen Büroangestellten sind von Meetings genervt.
(Bild: rexandpan - stock.adobe.com)
In deutschen Büros wird vor allem die Meeting-Zeit zum großen Teil als nicht allzu sinnvoll angesehen. In einer internationalen Studie des Chatanbieters Slack haben die in Deutschland Befragten im Schnitt angegeben, dass sie lediglich etwas mehr als Hälfte ihrer Meetings (53,4 %) als „gute Nutzung der Arbeitszeit“ ansehen. 36,5 Prozent der Meetings wurden als unnötig eingestuft.
Der Aussage „Ich fühle mich bei der Arbeit an den meisten Tagen produktiv“ stimmten viele Befragten „einigermaßen“ (47 %) oder „deutlich“ (29 %) zu. Doch auch hier nannte mehr als ein Drittel (36 %) zu viele Meetings und zu viele E-Mails als Störfaktoren. Die 2.032 Befragten aus Deutschland sagten zudem, dass sie ein Drittel ihrer Arbeitszeit verschwendeten oder zumindest nicht sinnvoll einsetzten. Sie gaben an, dass sie im Schnitt 30 Prozent ihrer Arbeitszeit auf Aufgaben verwendeten, die „nicht direkt zu den Unternehmens-/Teamzielen“ beitragen.
Weltweit wurden für die Studie mehr als 18.000 Menschen befragt, die allermeisten von ihnen arbeiten in Büros. Die Befragten aus Deutschland sind zum großen Teil Menschen, die im mittleren (22 %) oder im gehobenen Management (10 %) sowie in der Geschäftsführung (7 %) tätig sind. 23 Prozent der Befragten wurden als "Bürofachkräfte" eingestuft, gemeint sind unter anderem Analysten oder Grafikdesigner.
Als mögliche Verbesserung ihrer Produktivität sehen viele Büro-Angestellte Homeoffice beziehungsweise mobiles Arbeiten an. 69 Prozent der Befragten aus Deutschland sagten, dass die Möglichkeit, von überall zu arbeiten, ihre Produktivität ihrer Einschätzung nach „ein wenig“ (35 %) oder „deutlich“ (34 %) steigern würde. Auch über das Homeoffice hinaus sehen viele Befragte Vorteile durch mehr Flexibilität etwa bei den Arbeitszeiten.
Die subjektive Einschätzung und die tatsächliche Produktivität können sich allerdings sehr unterscheiden, gibt Arbeitsmarktexperte Ulf Rinne zu Bedenken: "Wie produktiv es sich von zu Hause arbeiten lässt, ist wissenschaftlich tatsächlich eine sehr spannende Frage, weil es darauf – zumindest bislang - keine eindeutige Antwort gibt."
„Es stellt sich auch die Frage, inwieweit sich die subjektive Beurteilung der Produktivität im Homeoffice allein auf den Bereich Arbeit beschränkt“, sagte Rinne. „Ich glaube, dass im Hinterkopf oft auch der Gedanke mitschwingt: ‚Ich kann auch noch viele Dinge nebenbei erledigen, die ich vorher erst nach Feierabend erledigen konnte.‘“ Das könne die subjektive Bewertung der Produktivität im Homeoffice positiv beeinflussen – auch wenn es sich dabei eigentlich nicht um Aufgaben im Rahmen des Jobs handelt.
Produktivität werde von vielen Faktoren beeinflusst: Die Zeit und die Ressourcen, die für Kommunikation und Zusammenarbeit aufgewendet werden müssen oder Ablenkung seien nur einige Beispiele. „Auch die Persönlichkeit der Beschäftigten wirkt sich auf die Produktivität im Homeoffice aus. So sind zum Beispiel besonders gewissenhafte Beschäftigte im Homeoffice nicht nur produktiver, sondern benötigen im Homeoffice auch weniger Anleitung und Kontrolle durch Vorgesetzte“, sagt der Experte vom Institut zur Zukunft der Arbeit.
Aus seiner Sicht profitieren sowohl die Produktivität als auch die damit zusammenhängende Jobzufriedenheit von individuellen Homeoffice-Lösungen. „Diese Lösungen müssen die spezifischen Umstände des Betriebs und die betrieblichen Abläufe berücksichtigen, sollten aber auch den individuellen Bedürfnissen, Präferenzen und Persönlichkeiten der Belegschaft Rechnung tragen“, meint Rinne.
Es sei kein Zufall, dass bereits viele Unternehmen auf hybride Arbeitsformen zusteuerten und teils versuchten, individuelle Lösungen für Beschäftigte zu finden: „Dies wird häufig mit konkreten Vorgaben flankiert, etwa der Präsenz im Unternehmen an bestimmten Tagen, um vor allem die innerbetriebliche Kommunikation zu verbessern.“
Stand: 08.12.2025
Es ist für uns eine Selbstverständlichkeit, dass wir verantwortungsvoll mit Ihren personenbezogenen Daten umgehen. Sofern wir personenbezogene Daten von Ihnen erheben, verarbeiten wir diese unter Beachtung der geltenden Datenschutzvorschriften. Detaillierte Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.
Einwilligung in die Verwendung von Daten zu Werbezwecken
Ich bin damit einverstanden, dass die Vogel IT-Medien GmbH, Max-Josef-Metzger-Straße 21, 86157 Augsburg, einschließlich aller mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen (im weiteren: Vogel Communications Group) meine E-Mail-Adresse für die Zusendung von Newslettern und Werbung nutzt. Auflistungen der jeweils zugehörigen Unternehmen können hier abgerufen werden.
Der Newsletterinhalt erstreckt sich dabei auf Produkte und Dienstleistungen aller zuvor genannten Unternehmen, darunter beispielsweise Fachzeitschriften und Fachbücher, Veranstaltungen und Messen sowie veranstaltungsbezogene Produkte und Dienstleistungen, Print- und Digital-Mediaangebote und Services wie weitere (redaktionelle) Newsletter, Gewinnspiele, Lead-Kampagnen, Marktforschung im Online- und Offline-Bereich, fachspezifische Webportale und E-Learning-Angebote. Wenn auch meine persönliche Telefonnummer erhoben wurde, darf diese für die Unterbreitung von Angeboten der vorgenannten Produkte und Dienstleistungen der vorgenannten Unternehmen und Marktforschung genutzt werden.
Meine Einwilligung umfasst zudem die Verarbeitung meiner E-Mail-Adresse und Telefonnummer für den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern wie z.B. LinkedIN, Google und Meta. Hierfür darf die Vogel Communications Group die genannten Daten gehasht an Werbepartner übermitteln, die diese Daten dann nutzen, um feststellen zu können, ob ich ebenfalls Mitglied auf den besagten Werbepartnerportalen bin. Die Vogel Communications Group nutzt diese Funktion zu Zwecken des Retargeting (Upselling, Crossselling und Kundenbindung), der Generierung von sog. Lookalike Audiences zur Neukundengewinnung und als Ausschlussgrundlage für laufende Werbekampagnen. Weitere Informationen kann ich dem Abschnitt „Datenabgleich zu Marketingzwecken“ in der Datenschutzerklärung entnehmen.
Falls ich im Internet auf Portalen der Vogel Communications Group einschließlich deren mit ihr im Sinne der §§ 15 ff. AktG verbundenen Unternehmen geschützte Inhalte abrufe, muss ich mich mit weiteren Daten für den Zugang zu diesen Inhalten registrieren. Im Gegenzug für diesen gebührenlosen Zugang zu redaktionellen Inhalten dürfen meine Daten im Sinne dieser Einwilligung für die hier genannten Zwecke verwendet werden. Dies gilt nicht für den Datenabgleich zu Marketingzwecken.
Recht auf Widerruf
Mir ist bewusst, dass ich diese Einwilligung jederzeit für die Zukunft widerrufen kann. Durch meinen Widerruf wird die Rechtmäßigkeit der aufgrund meiner Einwilligung bis zum Widerruf erfolgten Verarbeitung nicht berührt. Um meinen Widerruf zu erklären, kann ich als eine Möglichkeit das unter https://contact.vogel.de abrufbare Kontaktformular nutzen. Sofern ich einzelne von mir abonnierte Newsletter nicht mehr erhalten möchte, kann ich darüber hinaus auch den am Ende eines Newsletters eingebundenen Abmeldelink anklicken. Weitere Informationen zu meinem Widerrufsrecht und dessen Ausübung sowie zu den Folgen meines Widerrufs finde ich in der Datenschutzerklärung.