Azure als Triebfeder für das Geschäft mit spezifischen Lösungen

Lündendonk analysiert Microsoft-Partnergeschäft

| Autor: Sarah Gandorfer

Das Microsoft-Partnernetzwerk ist Bindeglied zum Kunden.
Das Microsoft-Partnernetzwerk ist Bindeglied zum Kunden. (Bild: Pixabay / CC0)

Eine Lünendonk-Sonderanalyse betrachtet die Business-Softwareanwendungen von Microsoft: von ERP über CRM und Collaboration-Tools bis hin zu Azure als Cloud-Plattform für die digitale Transformation.

„Azure ist für Microsoft selbst eine der wichtigsten Zukunftstechnologien“, erläutert Mario Zillmann, Partner von Lünendonk & Hossenfelder. „Viele Unternehmen nutzen sie als Basistechnologie, um digitale Geschäftsmodelle zu entwickeln oder die IT-Infrastruktur auf Anforderungen wie Hochverfügbarkeit, Geschwindigkeit, Skalierbarkeit und Flexibilität umzustellen. Und auch aus Sicht der befragten Microsoft-Partner hat die Plattform das größte Potenzial unter den Microsoft-Technologien. Die Kooperation von SAP mit Microsoft verdeutlicht die Bedeutung von Azure als Basistechnologie für die digitale Transformation.“

Aufgrund der Bedeutung des Redmonder Konzerns für den Geschäftserfolg der IT-Dienstleistungsunternehmen hat Lünendonk sich entschlossen, den Markt für Microsoft-Beratungs- und -Implementierungspartner in Deutschland näher zu analysieren. Befragt wurden für diese Sonderanalyse 89 in Deutschland tätige IT-Dienstleistungsunternehmen. Darunter sind sowohl die 25 führenden IT-Beratungs- und Systemintegrationsunternehmen als auch die 20 führenden IT-Service-Provider. Fast jedes zweite befragte Anbieterunternehmen (45 Unternehmen) ist ein offizieller Microsoft-Partner.

Diese 45 IT-Dienstleister erzielen in Deutschland Gesamtumsätze von rund 18 Milliarden Euro und im Durchschnitt rund ein Fünftel ihres Umsatzes mit Beratungs- und Implementierungsleistungen rund um Microsoft-Technologien. Die Angaben der Anbieter wurden durch eine parallel durchgeführte Befragung von 103 großen Anwenderunternehmen ergänzt.

Gute Wachstumschancen

Gefragt nach der Umsatzentwicklung ergab sich bei den abgegebenen Prognosen für 2017 ein Wachstumsplus von 9,5 Prozent. Für 2018 rechnen die Studienteilnehmer mit durchschnittlich 9,0 Prozent Umsatzwachstum.

Ihre Umsätze erzielten die befragten IT-Dienstleister vor allem mit fünf Fokus-Services:

  • IT-Beratung (18,3 %)
  • Systemintegration (14,0 %)
  • Individualsoftware-Entwicklung (13,9 %)
  • Betrieb der IT-Infrastruktur (11,2 %)
  • Betrieb von Applikationen (8,0 %)

Über drei Viertel der befragten Partner geben an integrierte IT-Dienstleistungen zu Sharepoint, Azure und Office 365 anzubieten. Deutlich weniger Komplettdienstleister gibt es dagegen im ERP-und CRM-Umfeld. Ausnahme ist das Cloud‐Angebot Dynamics 365. „Aus unserer Perspektive hängt das damit zusammen, dass Dynamics 365 ein sehr attraktives Produkt für Beratungen ist, aber auch spezielle Kompetenzen und ein breites Beratungsportfolio erfordert, um spezielle Fach-‐ und Branchenlösungen zu entwickeln“, findet Zillmann.

Infolge des immer höheren Reifegrads der Anwenderunternehmen im Cloud-Sourcing bieten fast alle der untersuchten IT-Dienstleister (92,1 Prozent) ihre Fach- und Branchenlösungen mittlerweile aus der Cloud oder einer Privat-Cloud-Umgebung (Azure Stack﴿ an; das klassische On-Premises-Geschäft, also Lizenzverkauf und Software-Rollout, machen mittlerweile 76,3

Prozent aus. „Mittel- bis langfristig wird dieser Anteil aufgrund der Umstellung vieler Kunden von Lizenzkauf zu Software as a Service sowie hybriden Modellen weiter sinken“, prognostiziert Zillmann.

Mehrwert durch Anpassung

Die Anpassung der Microsoft-Produkte an branchenspezifische Anforderungen ist das tägliche Brot der meisten der analysierten IT-Dienstleister. 82 Prozent von ihnen entwickeln auf deren Basis eigene Branchen- oder spezielle Fachlösungen unter anderem für Finanzen, Supply Chain oder Marketing.

Jeder fünfte Partner hat beispielsweise Skype for Business und Exchange zu einer Lösung weiterentwickelt. Zudem werden oftmals Fach- und Branchenlösungen auf der Basis von Microsoft-CRM (33,3 Prozent) und Dynamics (25 Prozent) erarbeitet und vermarktet. Deutlich mehr Partner (72,2 %) entwickeln spezifische Collaboration-Lösungen auf Sharepoint-Basis.

Die dominierende Technologie zur Entwicklung fach- und branchenspezifischer Lösungen ist allerdings Azure. Mit Hilfe dieser Plattform stellen 77,8 Prozent der befragten Partner eigene Anwendungen bereit. Gerade wenn es darum geht, den Kunden das Ganze als Cloud-basierten Service anzubieten, decken die Tools der Azure-Produktfamilie nahezu den kompletten Anwendungsentwicklungsprozess ab.

Kunden setzen auf On Premises

Bei den befragten Anwenderunternehmen wird in der nächsten Zeit mehr Geld für IT-Projekte eingeplant. Vor allem in der Anwendungsentwicklung und -einführung werden die Budgets 2017/2018 erhöht. 24 Prozent der 103 an der Studie teilnehmenden IT-Entscheider wollen für die Anwendungsentwicklung und -einführung 5 bis 10 Prozent pro Jahr mehr ausgeben, 38 Prozent planen bis zu 5 Prozent Mehrausgaben ein. Dabei setzen die befragten Anwenderunternehmen sowohl auf die Cloud als Betriebsmodell als auch weiterhin auf lokal installierte Anwendungen (On Premises).

Die Sonderanalyse zeigt, dass die untersuchten Anwenderunternehmen beim Betrieb von Microsoft-Anwendungen derzeit noch sehr stark auf On-Premises-Lösungen setzen. Sogar das eigentlich als Cloud-Angebot entwickelte Dynamics 365 wird von 62 Prozent derjenigen befragten Anwenderunternehmen, die Dynamics 365 einsetzen, lokal installiert. Die gleiche Entwicklung ist bei Azure zu beobachten. 46 Prozent der Azure-Kunden beziehen IT-Ressourcen aus der On-Premises-Version von Azure.

„Die Kunden fordern von den Dienstleistungspartnern eine ausgeprägte Kenntnis über ihre Branche, Prozesse und Geschäftsmodelle sowie Erfahrungswerte und Best Practices über die Einführung und Bereitstellung unterschiedlicher Sourcing-‐Modelle“, betont Zillmann.

Ein Drittel Mehrausgaben für IT-Sicherheit

Laut NIFIS-Umfrage keine Entspannung in Sicht

Ein Drittel Mehrausgaben für IT-Sicherheit

04.12.17 - Die Firmen hierzulande planen 2018 ein Drittel mehr Geld in IT-Security zu investieren. Das fand eine Umfrage der Nationalen Initiative für Informations- und Internet-Sicherheit e.V. (NIFIS) heraus. Ein Grund dafür ist die steigende Sensibilität gegenüber dem Thema Datensicherheit. lesen

Kommentare werden geladen....

Sie wollen diesen Beitrag kommentieren? Schreiben Sie uns hier

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45041555 / Studien)