Bitkom-Studie: Lehrer sind keine Technikverweigerer

Lehrer fordern bessere Technik-Ausstattung der Schulen

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Die Einsatzgebiete neuer Medien im Unterricht

Nach Angaben der Lehrer stehen beim Einsatz digitaler Medien im Unterricht einfache Aufgaben und Tätigkeiten im Vordergrund. 88 Prozent nennen Internetrecherchen der Schüler, 83 Prozent Präsentationen von Arbeitsergebnissen durch die Schüler und 68 Prozent präsentieren selbst Inhalte mit dem Computer. Nur 45 Prozent der Lehrer nutzen spezielle Lernprogramme und lediglich ein Viertel produziert mit ihren Klassen multimediale Inhalte wie Videos oder Podcasts. „Die große Mehrheit der Lehrer will mit digitalen Medien arbeiten, weil sie davon überzeugt sind, dass sie den Unterricht besser machen“, sagte Scheer. 79 Prozent der befragten Lehrkräfte sagen, dass ihre Schüler schneller lernen, wenn sie im Unterricht mit Computer und Internet arbeiten. Drei Viertel beobachten, dass die Schüler durch den Medieneinsatz motivierter sind. 77 Prozent der Lehrer berichten, dass sie durch PC und Internet individueller auf die einzelnen Schüler eingehen können.

Bitkom fordert ein Gesamtkonzept

Aus Sicht des Bitkom ist es erforderlich, dass die Bundesländer Strategien für den Einsatz digitaler Medien in der Schule entwickeln oder bestehende Insellösungen in ein Gesamtkonzept zusammenführen. Diese „E-School-Masterpläne“ sollten neben der technischen Ausstattung auch die didaktische Einbindung der digitalen Medien umfassen und kontinuierlich aktualisiert werden. Innerhalb der nächsten drei Jahre sollten nach Ansicht des Bitkom alle Klassenräume mit breitbandigen, möglichst drahtlosen Internetzugängen ausgestattet werden. Das gleiche gilt für die flächendeckende Ausrüstung mit Whiteboards. „Diese berührungsempfindlichen Bildschirme mit Internetzugang ersetzen Schritt für Schritt die Kreidetafeln“, sagte Scheer. Außerdem benötigen die Schulen ausreichend Lizenzen für Lernsoftware. „Die beste Technik nützt aber nichts ohne einen Support-Service, der bei technischen Problemen schnell helfen kann“, sagte Scheer.

Fortbildung der Lehrer dringend notwendig

Um die Lehrerinnen und Lehrer technisch und mediendidaktisch auf den neuesten Stand zu bringen, sollten alle Länder Fortbildungsmodule anbieten. „Die Qualifizierung sollte verpflichtend sein und mit einer selbst konzipierten Unterrichtsreihe abgeschlossen werden, um die praktische Umsetzung zu erleichtern“, sagte Scheer. Eine zentrale Rolle beim Einsatz digitaler Medien sollten künftig Web-2.0-Anwendungen spielen. Das Web 2.0 ermöglicht es, kollaboratives Lernen auch außerhalb der Klassenräume technisch einfach zu organisieren, Wissen und Informationen schnell auszutauschen sowie eigene Inhalte wie Websites, Videos oder Podcasts kostengünstig selbst zu produzieren. Scheer: „Wir erleben gerade, wie das Web 2.0 die gesamte Arbeitswelt verändert. Darauf sollten die Schulen reagieren.“

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