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Bitkom-Studie: Lehrer sind keine Technikverweigerer Lehrer fordern bessere Technik-Ausstattung der Schulen

Redakteur: Jürgen Paukner

Deutschlands Lehrer sind in Sachen Technikfreundlichkeit besser als ihr Ruf, scheitern beim Einsatz digitaler Medien in der Praxis aber sehr oft an den schlechten Bedingungen in ihren Schulen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Bitkom-Umfrage vom Mai dieses Jahres.

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Trotz der Vorteile neuer Medien setzen Lehrer diese nur selten im Unterricht ein. (Bildquelle: Bitkom, Aris)
Trotz der Vorteile neuer Medien setzen Lehrer diese nur selten im Unterricht ein. (Bildquelle: Bitkom, Aris)

Die Ansicht, dass Lehrer auf ihre althergebrachten Unterrichtsmethoden eingeschworen sind und alles Neue ablehnen, ist weit verbreitet. Urteil oder Vorurteil? Das wollte auch der Bitkom wissen. „Um es klar zu sagen: Wir sind bisher davon ausgegangen, dass die meisten Lehrer kein großes Interesse an den neuen Medien haben und die Einführung eher bremsen als fördern“, so Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer.

Grund genug, diese Meinung anhand einer Studie zu überprüfen. Das Marktforschungsinstitut Aris hat im Auftrag des Bitkom 501 Lehrerinnen und Lehrer an Oberschulen (Sekundarstufe I) befragt. Die Ergebnisse konnten positiv überraschen. Prof. Scheer: „Lehrerinnen und Lehrer gehören, das war eine der ersten Überraschungen der Umfrage, in Deutschland zur digitalen Avantgarde. Bei der Nutzung von Breitbandinternet, Computern und Smartphones liegen sie klar über dem Durchschnitt der Gesamtbevölkerung.“

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Weitere zentrale Ergebnisse der Studie sind: 77 Prozent der Lehrer beurteilen die Nutzung digitaler Medien in den Klassen positiv. Allerdings fordern 88 Prozent eine bessere technische Ausstattung der Schulen mit Computern, schnellen Internetzugängen und digitalen Lernmaterialien. „Die Lehrer sind keine Technikverweigerer, aber veraltete oder schlecht gepflegte Geräte und fehlende didaktische Konzepte machen ihnen das Leben schwer“, sagte der damalige Bitkom-Präsident Prof. Dr. August-Wilhelm Scheer bei der Vorstellung der Studie in Berlin. Zudem fehle es ihnen an Know-how: Nur die Hälfte der befragten Lehrer hat in den letzten drei Jahren an einer IT-Weiterbildung teilgenommen. Neun von zehn Lehrern (88 Prozent) fordern, dass sie besser für den Medieneinsatz geschult werden. Die Folge: Computer und Internet spielen im Schulunterricht immer noch eine untergeordnete Rolle.

Seltener Einsatz in der Praxis

Laut Umfrage setzt nur knapp ein Viertel (23 Prozent) der Lehrkräfte Computer häufig im Unterricht ein, das heißt täglich oder mehrmals wöchentlich. Dagegen nutzen 40 Prozent der Lehrer den Computer gar nicht oder sehr selten, also weniger als einmal pro Woche. Weitere 37 Prozent geben an, den PC im Durchschnitt einmal wöchentlich im Unterricht zu nutzen. „Digitale Medien kommen in den Schulen noch zu selten zum Einsatz, um den Schülern ausreichend Medienkompetenz zu vermitteln und auf Studium und Beruf vorzubereiten“, sagte Scheer. Aus Sicht der Lehrer hapert es an den Voraussetzungen im schulischen Alltag. Ein Viertel der Lehrer bewertet die technische Ausstattung ihrer Schule mit schlecht oder sehr schlecht. Die Hälfte sagt, die technischen Voraussetzungen sind mittelmäßig. Zudem beklagen 86 Prozent der Lehrer, dass an ihrer Schule jemand fehlt, der bei technischen Problemen schnell helfen kann.

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche Forderungen der Bitkom aus den Ergebnissen der Studie zieht.

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