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Konsumklima: Der erste Schock ist überwunden

| Autor: Heidemarie Schuster

Zwar müssen die Verbraucher in Deutschland Abstand halten beim Einkaufen, dennoch zieht es sie langsam zurück in die Geschäfte.
Zwar müssen die Verbraucher in Deutschland Abstand halten beim Einkaufen, dennoch zieht es sie langsam zurück in die Geschäfte. (Bild: merklicht.de - stock.adobe.com)

Die deutschen Konsumenten erholen sich der GfK-Konsumklimastudie zufolge im Mai ein wenig vom Schock, der durch die Covid-19-Pandemie ausgelöst wurde. Konjunktur- und Einkommenserwartung und Anschaffungsneigung legen leicht zu.

Bei der Erhebung der GfK-Konsumklimastudie im April standen sehr viele Verbraucher durch die schrecklichen Bilder aus Norditalien, New York und Spanien unter Schock. Zusammen mit dem Lockdown führte das zu einem beispiellosen Absturz der Konsumstimmung in Deutschland. Ein weiteres Absinken des Konsumklimas ist im Monat Mai nicht zu beobachten. Dennoch ist ein Wert von -18,9 Punkten der zweitniedrigste, der jemals für das GfK Konsumklima gemessen wurde.

„Die schrittweise Öffnung vieler Geschäfte hat sicherlich dazu beigetragen, dass die Konsumneigung keine weiteren Einbußen hinnehmen muss und aktuell sogar etwas zulegen kann“ erklärt Rolf Bürkl, GfK Konsumexperte. „Dennoch ist die Verunsicherung unter den Konsumenten groß. Sie sehen die deutsche Wirtschaft bei Weitem noch nicht über den Berg und eine schwere Rezession auf sich zukommen. Die Angst vor Jobverlust bleibt hoch und dies erweist sich neben den Einkommenseinbußen derzeit als ein wichtiges Konsumhemmnis. Darauf müssen sich Händler und Hersteller weiterhin einstellen.“

Gestützt wird die Besserung des Konsumklimas durch eine gesunkene Sparneigung (-9,8 Punkte). Im April war durch die große Verunsicherung ein sprunghafter Anstieg zu verzeichnen.

Konjunkturerwartung

Nach zwei Rückgängen in Folge legt die Konjunkturerwartung im Mai etwas zu. Der Indikator gewinnt elf Zähler hinzu und weist nun -10,4 Punkte auf. Dennoch bleibt er deutlich unter seinem langjährigen Durchschnittswert von etwa null Punkten sowie unter seinem Vorjahreswert (-12,1 Zähler).

Die Wirtschaft wird nun schneller wieder hochgefahren, als noch vor einigen Wochen vermutet. Die Politik unternimmt hier große Anstrengungen in verschiedenen Bereichen, so die Marktforscher. Damit steigt auch die Hoffnung der Verbraucher, dass ein Debakel auf dem Arbeitsmarkt verhindert wird. Sowohl Bund als auch Länder setzen enorme Mengen an finanziellen Mitteln in Form von Hilfen, Krediten und künftig auch Konjunkturprogrammen ein, um die Nachfrage im Inland zu stimulieren. Dies dürfte umso bedeutsamer sein, da ein bislang überaus wichtiges Standbein der deutschen Konjunktur, die Exporte, eher schleppend in Gang kommen. Eine Reihe wichtiger Abnehmerländer sind aktuell noch stärker von der Pandemie betroffen.

Einkommenserwartung

Nachdem die Einkommenserwartung im Vormonat noch einen beispiellosen Rekordverlust zu verzeichnen hatte, kann sie im Mai wieder etwas zulegen. Nach einem Plus von 13,6 Zählern weist sie nun -5,7 Punkte auf. Dennoch liegt der Indikator noch immer gut 63 Punkte unter seinem entsprechenden Vorjahreswert.

Kurzarbeit und Arbeitslosigkeit führt bei vielen Haushalten zu deutlichen Einkommenseinbußen. Für eine Reihe von Selbständigen, zum Beispiel aus dem Kulturbereich, ist noch kein Ende des Lockdowns abzusehen. Das bedeutet, ihre Einkünfte liegen nach wie vor bei Null.

Dagegen sind die Bezüge der Rentner in der gegenwärtigen Situation nicht von Rückgängen bedroht. Ganz im Gegenteil, im Juli dieses Jahres steht sogar eine Erhöhung der gesetzlichen Altersbezüge von mehr als drei Prozent an.

Konsumneigung

Von den verbesserten Einkommensaussichten kann auch die Anschaffungsneigung profitieren. Der Indikator gewinnt 10,1 Zähler hinzu und klettert damit auf 5,5 Punkte. Dennoch ist dies im Vergleich zum Vorjahr ein Minus von 45 Punkten.

Zur Studie

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 6. bis 18. Mai 2020. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „GfK-Konsumklima MAXX“ und basieren auf monatlich rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet, prognostiziert und kommentiert. Darüber hinaus finden sich darin auch Informationen über die Ausgabevorhaben der Verbraucher für 20 Bereiche der Gebrauchsgüter-, Verbrauchsgüter- und Dienstleistungsmärkte.

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