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Komfort oder Privatsphäre

| Autor: Sarah Böttcher

Das Smart Home birgt Sicherheitsrisiken, trägt aber gleichzeitig zur Sicherheit bei.
Das Smart Home birgt Sicherheitsrisiken, trägt aber gleichzeitig zur Sicherheit bei. (Bild: phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

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Im smarten Eigenheim lässt es sich dank vernetzter Technik sowie Sprachassistenten komfortabel leben. Doch in Sachen Sicherheit drängt sich aktuell mehr denn je die Frage auf: Komfort oder Privatsphäre? Denn beides zugleich ist derzeit nicht möglich.

Günther Ohland, Vorstandsvorsitzender SmartHome Initiative Deutschland
Günther Ohland, Vorstandsvorsitzender SmartHome Initiative Deutschland (Bild: www.jeanette-dobrindt.de)

Datenskandale durch Alexa und Co. halten den Smart-Home-Markt in Atem. Welchen Stellenwert nimmt die Sicherheit im smarten Zuhause ein?

Ohland: Die Aufgabe von Sprachassistenten wie Amazon Alexa und Google Assistant ist es, ständig zuzuhören und auf Sprachkommandos der Nutzer zu reagieren. Jeder weiß, dass die Anbieter dieser Geräte nicht an smarten Funktionen für ein komfortables Zuhause interessiert sind, sondern an den Daten der Nutzer. Man muss, beziehungsweise darf, sich entscheiden, ob man den Komfort der Sprachkommando-Systeme nutzen möchte, oder dem Schutz der Privatsphäre Vorrang gibt.

Und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang der ITK-Fachhandel/Elektrohandel,?

Ohland: Smart-Home-Systeme sind zu 80 Prozent IT-Systeme und nur zu 20 Prozent Elektroinstallation. Sie umfassen neben Lichtszenen und Verschattung eben auch NAS, Multiroom-Sound, IP-Kameras, ­Remote-Control, Zugangskontrolle, Heizungsoptimierung, Einbruchprävention und künftig medizinisches Telemonitoring. Das Internetprotokoll IP ist die Klammer all dieser Einzelgewerke und nur der IT-Fachmann ist in der Lage, die Integration zu leisten.

Wodurch drohen die größten Sicherheitsgefahren im vernetzten Heim?

Ohland: Wir müssen unterscheiden. Es gibt zum Einen produktseitige Sicherheitsrisiken. Denn bei der Produktion vernetzbarer Gadgets wie WLAN-Steckdosen, per Smartphone steuerbaren Leuchten oder WLAN-Cloud-Kameras, nehmen leider manche Hersteller die Datensicherheit nicht Ernst genug. Vor allem europäische Unternehmen versuchen hiergegen vorzugehen. Zum Anderen ist und bleibt die größte ­Gefahr allerdings der Mensch, der unsachgemäß installiert und konfiguriert und sich nicht um die Aktualisierung kümmert.

Einige ITK-Fachhändler klagen über zu wenig Transparenz bezüglich der Sicherheit der smarten Produkte. Welche Rolle spielt hier der fehlende technische (Funk-)Standard? Und was sollten Hersteller von Smart-Home-Produkten ändern?

Ohland: Es wird keinen einheitlichen (Funk-)Standard geben. Wir haben einen vom VDE geprüften und von vielen Herstellern verwendeten Funkstandard Homematik IP, wir haben den ISO-Standard EnOcean und die beiden Industriestandards Z-Wave und ZigBee. Moderne Smart-Home-Systeme „verstehen und sprechen“ diese Standards gleichzeitig. Immer mehr Hersteller lassen ihre Produkte auf Sicherheit vom TÜV, VDE oder AV-Test prüfen. Als ITK-Systemhaus sollte man solche Systeme bevorzugen.

Wie können sich Anwender schützen? Welche Schritte müssen unternommen werden?

Ohland: Anwender sollten auf Produkte zurückgreifen, deren Hersteller beziehungsweise Inverkehrbringer ihren Sitz im Geltungsbereich der DSGVO haben. Sie sollten von Billigprodukten Abstand nehmen und auf Qualität setzen. Sie sollten auf TÜV, VDE und AV-Test Prüfzeichen achten. Wer als Anwender nicht sicher ist, dass er die Installation, Konfiguration und das Update beherrscht, sollte sich beim ITK-Fachmann Hilfe holen. Schließlich geht es nicht um ein Spielzeug, sondern um das komfortable Wohnen an dem Platz, an dem man sich immer zu hundert Prozent sicher fühlen möchte.

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